ShareUniversity
Screenshot von ShareUniversity.org vom 24. Dezember 2020
Bildquelle: Rights Alliance

ShareUniversity: Hintermann zu 60 Tagen Bewährung verurteilt

Nach Hinweisen der Rights Alliance hat ein dänisches Gericht einen 24-jähriger Mann wegen seiner Beteiligung bei ShareUniversity verurteilt.

Vergangenen Donnerstag hat ein Gericht in Viborg einen weiteren Drahtzieher in der dänischen Filesharing-Szene zur Verantwortung gezogen. Die Konsequenzen seiner Beteiligung am dänischen Filesharing-Dienst ShareUniversity bekam ein 24-jähriger Mann aus Silkeborg zu spüren. Wegen Urheberrechtsverletzung hat ihn der Richter zu 60 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt.

Im Zusammenhang mit dem Urteil hat der Verurteilte eine Entschädigungsvereinbarung mit der Anti-Piraterie-Gruppe Rights Alliance geschlossen, die die Rechteinhaber der auf dem Filesharing-Dienst verfügbaren Werke vertritt.

Wie die Rights Alliance in einer Pressemitteilung bekannt gab, war der 24-Jährige einer der führenden Köpfe hinter ShareUniversity. Den illegalen Filesharing-Dienst hatte man nach einer Polizeiaktion gegen die dänische Piraterieszene im Jahr 2020 geschlossen. Als Programmierer war der nun Verurteilte an der Gründung und Entwicklung des Dienstes beteiligt.

ShareUniversity ermöglichte einer großen Zahl von Nutzern den illegalen Zugang zu Tausenden von urheberrechtlich geschützten Werken wie Filmen, Musik und E-Books. Den Zugriff darauf soll u.a. auch der Verurteilte gewährleistet haben.

Zur Historie

Bereits im Oktober 2020 nahmen die Behörden den privaten Torrent-Tracker DanishBits offline. Dies ging einher mit der Verhaftung des 33-jährigen Betreibers in Marokko. Später verurteilte ihn ein Gericht zu einem Jahr Gefängnis. Auch NordicBits teilte dasselbe Schicksal, nachdem die Polizei den 69-jährigen Betreiber in Spanien verhaftet hatte. Daraufhin öffnete Asgaard seine Türen für neue Mitglieder, schloss dann aber wieder, um juristischen Ärger zu vermeiden.

Torrent-Tracker-Schließungen hatten Signalwirkung auch auf ShareUniversity

Auch ShareUniversity nutzte daraufhin die Gelegenheit zur Expansion. Jedoch aus Bedenken, das gleiche Schicksal wie die Vorreiter von DanishBits und NordicBits zu erleiden, kündigte der Filesharing-Dienst wenig später an, dass sie trotz eines enormen Anstiegs der Nutzerzahlen schließen würden.

Allerdings sorgten die von der Rights Alliance an die Strafverfolgungsbehörden übermittelten strafrechtlichen Hinweise infolge zur Verhaftung mehrerer Mitglieder sowohl von Asgaard, als auch von ShareUniversity.

Hier hatten sich die Beschuldigten bereits vor dem Prozess in einem Vergleich bereit erklärt, den betroffenen Rechteinhabern eine Entschädigung in Höhe von 20.000 DKK zu zahlen. Im Februar kommenden Jahres steht noch der Prozess gegen die vermutlich letzten Drahtzieher des Asgaard-Komplexes an.

Resümee

Sonderstaatsanwalt bei der National Unit for Special Crime (NSK), Jan Østergaard, zeigt sich mit dem Urteil konform:

„Ich bin mit dem Urteil zufrieden, das auf gründlicher Ermittlungsarbeit basiert. Das Urteil hebt hervor, dass Urheberrechtsverletzungen ein Verbrechen ist, das von der Justiz ernst genommen wird.“

Auch Rights Alliance reagierte entsprechend:

„Mit der großen Anzahl verurteilter Drahtzieher hinter den dänischen Filesharing-Diensten haben wir in Dänemark ein wirksames Modell gefunden, um illegales Filesharing mit begrenzten Ressourcen zu bekämpfen. Aber es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Spezialkräfte bei NSK weiterhin schützen.“

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.