Kindle 10. Generation
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Bildquelle: ChatGPT

Kindle 10. Generation: Amazon sperrt mit Firmware-Update alle Jailbreaks aus

Amazon macht bei der Kindle 10. Generation alles dicht. Das Update stopft alle Lücken und erschwert die Kontrolle über gekaufte E-Books.

Amazon verschärft die Kontrolle über seine E-Reader weiter. Mit dem neuen Firmware-Update 5.18.1.1.1 für den Kindle Paperwhite 4 und den Basis-Kindle der 10. Generation schließt der Konzern sämtliche bekannten Jailbreak-Möglichkeiten. Für Nutzer bedeutet das einen weiteren Verlust an Kontrolle über Geräte, die sie längst bezahlt haben.

Update macht Modifikationen praktisch unmöglich

Die neue Firmware richtet sich gezielt gegen die Jailbreak-Community. Sämtliche bekannten Werkzeuge, mit denen sich die Geräte bislang modifizieren oder erweitern ließen, funktionieren nach der Installation nicht mehr.

Damit setzt Amazon seinen Kurs fort, die eigenen E-Reader immer stärker gegen Eingriffe von Nutzern abzuschotten. Während Jailbreaks bei Smartphones häufig mit Sicherheitsrisiken begründet werden, geht es bei Kindle-Geräten vor allem um die Kontrolle über die Inhalte und deren Nutzung.

Besonders betroffen sind Besitzer des Kindle Paperwhite 4 sowie des E-Book-Readers Kindle 10. Generation. Alle bekannten Lücken hat der Hersteller mit der neuen Firmware geschlossen. Für diese Modelle ist derzeit nach aktuellem Kenntnisstand kein Jailbreak mehr möglich.

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Kampf gegen DeDRM, Calibre & Co.

Bereits Anfang des Jahres hatte Amazon eine weitere Hürde für Nutzer eingeführt. Ohne ein Firmware-Update auf den Geräten selbst zu veröffentlichen, änderte das Unternehmen das Verschlüsselungssystem für E-Books auf älteren Kindle-Modellen.

Seitdem werden viele Titel im neuen KFX-ZIP-Format ausgeliefert. Dieses Format ist nicht mehr mit den bislang genutzten DeDRM-Werkzeugen kompatibel, die unter anderem zusammen mit der beliebten E-Book-Verwaltung Calibre oder Kavita verwendet werden. Für viele Käufer bedeutet das das Ende der Möglichkeit, ihre legal erworbenen Bücher unabhängig von Amazons Infrastruktur zu archivieren oder auf anderen Geräten zu lesen.

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Amazon schränkt weitere Ausweichmöglichkeiten ein

Die aktuelle Firmware ist nur ein Baustein einer umfassenderen Strategie. Bereits zuvor hatte Amazon die Funktion zum Herunterladen von E-Books per USB-Dateiübertragung eingestellt.

Auch die klassische Kindle-for-PC-Anwendung wurde mittlerweile abgeschaltet. Stattdessen setzt der Konzern auf eine neue Windows-App, die deutlich weniger Möglichkeiten bietet, E-Books lokal zu sichern oder außerhalb des Amazon-Ökosystems zu verwalten.

Nicht nur Kritiker sehen darin den Versuch, digitale Bücher stärker an Amazons Plattform zu binden und Nutzer von alternativen Verwaltungs- oder Backup-Lösungen auszuschließen.

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Wem gehören gekaufte E-Books eigentlich?

Die Entwicklungen werfen erneut die grundsätzliche Frage auf, was Käufer digitaler Inhalte tatsächlich erwerben. Während Kunden für E-Books oft denselben Preis wie für gedruckte Bücher zahlen, erhalten sie in vielen Fällen lediglich eine eingeschränkte Nutzungslizenz. Das heißt, sie dürfen die E-Books unter den vom Hersteller erstellten Voraussetzungen lesen. Und dieser kann die Konditionen jederzeit nach Belieben ändern. Praktisch für Amazon, richtig übel für die Kunden, oder?

Durch technische Schutzmaßnahmen und regelmäßige Software-Updates kann Amazon den Funktionsumfang gekaufter Geräte und Inhalte auch Jahre nach dem Kauf noch verändern. Möglichkeiten zur Archivierung, Sicherung oder Nutzung außerhalb des eigenen Ökosystems werden dabei zunehmend eingeschränkt. Für Verbraucher bedeutet das einen schleichenden Verlust digitaler Selbstbestimmung. Wem das egal ist, den bedient man weiterhin mit einem riesigen Katalog an Werken. Doch es gibt genug Alternativen, also E-Book-Reader, die statt auf Kopierschutzmaßnahmen auf Wasserzeichen in den Dateien setzen. Außerdem tauchten manches Mal neue Probleme auf, nachdem man das Update der Firmware eingespielt hatte.

Kindle der 10. Generation: Mehr Kontrolle statt mehr Funktionen

Besonders bemerkenswert ist, dass die betroffenen Kindle-Modelle seit über einem Jahr keine nennenswerten Funktionsverbesserungen erhalten haben. Statt neuer Lesefunktionen, besserer Personalisierung oder moderner KI-Features wie Zusammenfassungen und Kapitelrückblicke liefert Amazon nun vor allem weitere Beschränkungen. Wir warten gespannt, was sich der Hersteller als nächstes einfallen lässt…

BookFab, Kindle Converter

Während andere Unternehmen versuchen, den Mehrwert älterer Geräte durch neue Softwarefunktionen zu erhöhen, konzentriert sich Amazon offenbar darauf, ihre Kontrolle über die Hardware und alle Inhalte weiter auszubauen. Den Konsumenten bleibt nur übrig, mit den Füßen abzustimmen und den Markt zu verlassen. Oder sie bedienen sich im Graubereich bei Tools wie BookFab, um ihre gekauften Werke vom Kopierschutz zu befreien. Doch dafür bittet man die Kundinnen und Kunden natürlich extra zur Kasse.

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Fazit: Für viele Kindle-Nutzer dürfte spätestens jetzt die Botschaft klar sein: Wer sein Gerät individuell anpassen oder seine gekauften Bücher unabhängig verwalten möchte, ist bei Amazon falsch. Und nein, das gilt leider nicht nur für die Kindle der 10. Generation.

Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.