Symbolbild: GPU-Deal oder Scam? Wenn der Karton mehr verspricht, als er hält.
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Bildquelle: ChatGPT

RTX 5090 Amazon Betrug: Käufer erhalten Bauchtaschen statt Grafikkarten

RTX 5090 Amazon Betrug: Mindestens 42 Käufer bestellen eine Nvidia-Grafikkarte und erhalten stattdessen Bauchtaschen.

Eine Nvidia GeForce RTX 5090 für 999 US-Dollar (856,18 EUR) erscheint zunächst als Schnäppchen-Angebot, jedoch endete der Kauf für mindestens 42 Amazon-Kunden im Betrug. Statt einer High-End-Grafikkarte erhielten sie lediglich eine Bauchtasche. Der Fall zeigt, wie gezielt Scammer das Vertrauen in „Versand durch Amazon“ ausnutzen. Selbst Top-Bewertungen bieten dabei keine verlässliche Vertrauensbasis mehr.

Der RTX 5090 Amazon Betrug zeigt, wie selbst erfahrene Käufer auf großen Plattformen in eine Falle tappen können. Diese angeblich günstige Nvidia GeForce RTX 5090 hat dabei ein scheinbar seriöser Händler mit exzellenten Bewertungen angeboten. Käufer erhielten jedoch statt der begehrten Blackwell-GPU eine einfache Bauchtasche. Trotz zahlreicher Beschwerden und Medienberichte ist das Angebot bisher weiterhin online.

RTX 5090-Lockangebote als klassischer Einstieg in den Betrug

Ausgangspunkt des RTX 5090 Amazon Betrugs ist ein Angebot für eine Gigabyte Aorus GeForce RTX 5090 Master, gelistet für 999 US-Dollar, was in der europäischen Ansicht rund 856 Euro entspricht. Angesichts einer offiziellen UVP von 1.999 Dollar und realer Marktpreise von über 2.500 Euro sollte ein solches Angebot eigentlich als Warnsignal wahrgenommen werden.

Betrügerisches Angebot auf Amazon

Auf viele Käufer wirkt aber eine solche Preisdifferenz wie eine seltene Gelegenheit. Die Mischung aus hoher Nachfrage, schlechter Verfügbarkeit und dem Amazon-Logo im Bestellprozess senkt bei vielen die Skepsis. Ein Umstand, den Betrüger gezielt ausnutzen.

Bauchtasche statt Blackwell – mindestens 42 bekannte Opfer

Wie Tom’s Hardware berichtet, sind bislang mindestens 42 Käufer dokumentiert, die im Rahmen des RTX 5090 Amazon Betrugs anstelle der Grafikkarte lediglich eine Bauchtasche erhielten. Der zuletzt bekannte Fall wurde am 12. Januar 2026 gemeldet. In den damals einsehbaren Kundenbewertungen machten Betroffene ihrem Ärger offen Luft. Ein Käufer schrieb: „Diese Leute sind Betrüger; sie haben mir eine Gürteltasche im Wert von 1000 Dollar geschickt, keine Grafikkarte.“ Ein anderer berichtete, Amazon verzögere die Rückerstattung, da er eine Bauchtasche zurückgeschickt habe und nicht die angeblich bestellte RTX 5090.

Aktuell zeigt die Amazon-Produktseite keine Kundenrezensionen mehr an, obwohl entsprechende Betrugsberichte zum Zeitpunkt der Tom’s-Hardware-Berichterstattung noch öffentlich einsehbar waren. Ob diese Bewertungen inzwischen entfernt oder vom Listing entkoppelt wurden, ist unklar.

Verkäufer mit „weißer“ Weste: makellose Bewertung, betrügerisches Angebot

Auffällig dabei ist das Verkäuferprofil hinter dem RTX 5090 Amazon Betrug. Der Händler „Fitter’s Niche Direct“ weist rund 1.800 Bewertungen mit 99 Prozent positiver Resonanz auf. Registriert ist der Account in China, verkauft wurden bislang fast ausschließlich harmlose Produkte wie Bauchtaschen, Stretchbänder oder Fitness-Zubehör.

Die negativen Bewertungen und Betrugsvorwürfe tauchten erst ab dem 28. Dezember 2025 auf. Davor galt der Account als unauffällig. Das legt den Verdacht nahe, dass es sich entweder um einen kompromittierten Verkäuferaccount handelt oder um den gezielten Missbrauch eines zuvor seriösen Profils, was als bekanntes Problem auf Amazon gilt.

Fulfillment by Amazon: Vertrauensbonus mit Schattenseite

Der RTX 5090 Amazon Betrug lief über Fulfillment by Amazon (FBA). Versand, Lagerung und Rücksendungen wickelt dabei Amazon direkt ab. Für viele Käufer gilt das als Sicherheitsgarantie, da Amazon offiziell die Verantwortung für die Abwicklung übernimmt.

In der Praxis sorgt FBA jedoch auch dafür, dass betrügerische Angebote länger aktiv bleiben. In mehreren Fällen waren negative Käuferstimmen zwar sichtbar, wurden jedoch mit einem Hinweis versehen, dass der Versand über Fulfillment by Amazon erfolgte und Amazon die Verantwortung für die Abwicklung übernehme. Auf die öffentliche Bewertung des Verkäufers wirkten sich diese Hinweise offenbar nicht aus.

Zwar ist davon auszugehen, dass die meisten Betroffenen ihr Geld zurückerhalten. Unklar bleibt, ob Amazon die finanziellen Folgen dieser betrügerischen Transaktionen übernimmt oder der Händler letztlich dafür zur Rechenschaft gezogen wird.

Vom Marktplatz zur Spielwiese für Betrüger

RTX 5090 Amazon Betrug: Viel Gewicht, null Leistung – so sehen GPU-Scams in der Praxis aus.
RTX 5090 Amazon Betrug: Viel Gewicht, null Leistung – so sehen GPU-Scams in der Praxis aus.

Der RTX 5090 Amazon Betrug verdeutlicht, dass hochpreisige und schwer verfügbare Hardware ein bevorzugtes Ziel für Scammer ist. In der Vergangenheit wurden Kunden bereits in vergleichbaren Fällen mit Backsteinen oder Reissäcken statt Grafikkarten betrogen. Die RTX 5090 ist durch ihre enorme Nachfrage und ihren hohen Marktwert derzeit besonders attraktiv für solche Maschen. Solange Plattformen wie Amazon betrügerische Listings nicht schneller und konsequenter entfernen, bleibt das Risiko für Käufer bestehen.

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.