4-Euro-Laptops für Menschen ab 40? Hinter angeblichen MediaMarkt-Angeboten steckt dreister Facebook-Betrug.
Facebook-Anzeigen versprechen Laptops für 4 Euro. Angeblich handelt es sich um MediaMarkt-Angebote, exklusiv für Menschen ab 45. Hinter der beworbenen Aktion steckt allerdings kein Schnäppchen, sondern ein gezielter Facebook-Betrug mit Daten- und Kreditkartenraub.
Ein erneuter Facebook-Betrug tarnt sich aktuell im MediaMarkt-Look. Seit Anfang Januar 2026 verbreiten Kriminelle auf Facebook Anzeigen, die eine angebliche MediaMarkt-Sonderaktion bewerben. Versprochen werden hochwertige Notebooks zum Spottpreis, angeblich nach einer kurzen Umfrage. Wer hier nicht stutzig wird, ist genau die Zielgruppe dieser Betrugsmasche. Wie Mimikama warnt, handelt es sich dabei um eine Scam-Kampagne, die derzeit massenhaft über Facebook ausgespielt wird.
Seniorenhilfe als Betrugsstrategie: Die 4-Euro-Laptop-Lüge
Bereits im Herbst 2025 hieß es in Facebook-Anzeigen, bei Amazon würden Laptops seit über einem Jahr unverkauft im Lager liegen und müssten deshalb angeblich für 1,95 oder 2 Euro „aus Platzgründen“ abgegeben werden. Parallelen zur aktuellen Kampagne sind dabei eindeutig zu erkennen. Nun legen Betrüger dieselbe Geschichte im MediaMarkt-Gewand neu auf, inklusive sozialem Narrativ und symbolischem Preis.
Die aktuelle Betrugswelle ist eine Weiterentwicklung bekannter Phishing-Strategien. In Facebook-Anzeigen werden Paletten mit Laptops gezeigt, davor Personen in MediaMarkt-T-Shirts. Der Text suggeriert eine soziale Initiative. Menschen ab 45 Jahren sollen an einer kurzen Umfrage teilnehmen und im Gegenzug einen Laptop für nur 4 Euro erhalten.
Begleitet wird die angebliche MediaMarkt-Aktion von einem sozialen Vorwand. In den Anzeigen heißt es, man wolle Menschen ab 45 Jahren den Zugang zu moderner Technik erleichtern und digitale Teilhabe fördern. Der niedrige Preis wird als „symbolischer Beitrag“ verkauft, die Aktion als Hilfe statt Verkauf inszeniert. Die Facebook-Anzeigen sind illustriert mit professionellen Produktfotos, bekannten Markenlogos und emotionaler Sprache.
Tatsächlich dient diese Story einzig dazu, Vertrauen aufzubauen und Skepsis zu senken. Mit sozialem Engagement hat das Angebot nichts zu tun, weder die Aktion noch der beworbene Laptop existieren. Ebenso wenig hat MediaMarkt mit diesen Anzeigen zu tun. Der Name wird gezielt missbraucht, um Nutzer auf betrügerische Webseiten zu locken.
Ziel der Kampagne: Daten statt Laptops
Ziel ist dabei nicht Hilfe, sondern das Erlangen von Kreditkartendaten und persönlichen Informationen, was letztlich zu finanziellem Schaden für die Opfer führt. Eine gezielte Ansprache von Menschen ab 40 oder 45 Jahren geschieht dabei nicht aus Nächstenliebe, sondern weil die Täter darauf setzen, dass diese Altersgruppe Social-Media-Betrug und Phishing-Kampagnen seltener erkennt und Markenversprechen eher vertraut.
So konstruiert die Masche auch erscheint, wirkt sie dennoch vor allem für Nutzer, die Facebook primär als soziales Netzwerk und nicht als Betrugsplattform wahrnehmen erstaunlich glaubwürdig. Der Facebook-Betrug funktioniert auch deshalb so gut, weil er im Alltag der Nutzer zwischen Urlaubsbildern, Familienposts und Gruppenbeiträgen praktisch untergeht.
Typische Merkmale einer Phishing-Anzeige
Schon ein kurzer Faktencheck reicht aus, um den Facebook-Betrug zu entlarven. MediaMarkt kommuniziert Sonderaktionen weder über Facebook-Kommentare noch über externe Umfrage-Links. Hinzu kommt, dass ein Laptop für 4 Euro wirtschaftlich vollkommen unrealistisch ist. Statt klarer Bedingungen bleiben die Anzeigen bewusst vage und arbeiten mit Formulierungen wie „symbolischer Preis“, „Verifizierung“ oder „Teilnahmebedingungen folgen“.
Der Klick führt zudem nicht auf eine offizielle MediaMarkt-Domain, sondern auf neu registrierte Webseiten, die lediglich den Anschein eines seriösen Angebots erwecken sollen. Auch die verwendeten Bilder liefern keinen Beweis für eine echte Aktion. Häufig stammen sie aus Stockdatenbanken oder aus allgemeinem Werbematerial. In dieser Kombination handelt es sich um ein typisches Muster von Phishing-Kampagnen und damit um ein verlässliches Warnsignal.
Der Erfolg des Facebook-Betrugs ist kalkuliert. Die Täter setzen gezielt auf bekannte Marken wie MediaMarkt, einen unrealistisch niedrigen Preis von 4 Euro, eine direkte Ansprache von Menschen ab 45 sowie einen sozialen Vorwand in Form von Umfragen und angeblicher Hilfe. Sie verbreiten die Kampagne über Facebook, wo viele Nutzer solche Anzeigen nicht sofort als Betrug einordnen. Typische Warnzeichen bleiben dabei oft unbeachtet wie Aufforderungen, Links in Kommentaren zu klicken, Weiterleitungen auf nicht zuordenbare Domains statt auf eine offizielle MediaMarkt-Adresse, fehlende Impressumsangaben sowie unrealistische Versprechen ohne klare Bedingungen. Treffen mehrere dieser Punkte zusammen, handelt es sich fast immer um Betrug.
Vom Klick zur Kostenfalle
Nach dem Klick auf die Facebook-Anzeige landen Nutzer auf einer externen Webseite, die optisch an MediaMarkt angelehnt ist. Dort folgt zunächst eine angebliche Umfrage mit harmlos wirkenden Fragen. Anschließend wird ein „symbolischer Beitrag“ ausschließlich per Kreditkarte von 4 Euro verlangt.
Der versprochene Laptop wird jedoch nie geliefert. Stattdessen gelangen die eingegebenen Zahlungsdaten in die Hände von Kriminellen. Typischerweise kommt es daraufhin zu unautorisierten Abbuchungen und weiteren missbräuchlichen Zahlungsaktivitäten wie beispielsweise Testbuchungen (Mikrotransaktionen) oder dem Abschluss unerwünschter Abonnements. Der finanzielle Schaden ist real, das Angebot war es hingegen nie.
Nach Facebook-Scam: Nächste Schritte für Betroffene
Wer auf eine solche Anzeige geklickt oder sogar Zahlungsdaten eingegeben hat, sollte umgehend reagieren. Wurden Kreditkartendaten übermittelt, ist es entscheidend, die Karte sofort sperren zu lassen und die Kontoauszüge auf unautorisierte Abbuchungen zu prüfen. Zusätzlich sollte man die Anzeige direkt bei Facebook melden, ebenso bei MediaMarkt und der zuständigen Verbraucherzentrale, um andere Nutzer zu schützen.
Ebenso wichtig ist es, das eigene Umfeld zu informieren. Gerade Angehörige, Freunde oder Bekannte aus der angesprochenen Altersgruppe sollte man aktiv warnen, da sich diese Kampagne gezielt an Menschen ab 40 oder 45 richtet. Selbst Vorsicht schützt nicht immer, denn dieser Facebook-Betrug ist strategisch aufgebaut, professionell umgesetzt und trifft täglich neue Opfer.
Facebook-Betrug statt Schnäppchen
Der Erfolg dieser Kampagne ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielt eingesetzten Strategie. Die Täter kombinieren bekannte Marken wie MediaMarkt mit einem unrealistisch niedrigen Preis von 4 Euro, sprechen gezielt Menschen ab 45 an und tarnen den Betrug mit einem sozialen Vorwand aus Umfragen und angeblicher Hilfe. Verbreitet wird das Ganze über Facebook, einer Plattform, auf der viele Nutzer solche Anzeigen nicht sofort als Betrug erkennen. Erst diese Kombination sorgt dafür, dass das Angebot bereits auf den ersten Blick glaubwürdig wirkt.
Facebook fungiert dabei als Brandbeschleuniger. Die Anzeigen werden aktiv ausgespielt, bleiben trotz eindeutiger Betrugsindikatoren häufig online und verschwinden nur, um schon kurze Zeit später unter neuem Namen wieder aufzutauchen. Für die Täter ist Facebook damit nicht nur Verbreitungsweg, sondern ein effektiver Reichweitenhebel. Nutzer sollten folglich als notwendigen Selbstschutz ein gesundes Misstrauen an den Tag legen.


















