Spotify löscht Musik von R. Kelly

Artikel von · 12. Mai 2018 ·

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen den R&B-Sänger R. Kelly hat der Streamingdienst Spotify dessen Songs aus Playlisten wie „Mix der Woche“ entfernt. Hintergrund des Schritts ist eine neue Richtlinie bei Spotify zu Hassinhalten und gewalttätigem Verhalten der Künstler. Die Auswahl des Spotify-Programms solle „unsere Werte reflektieren“, teilte der Sprecher mit.


Zu den beliebtesten Playlisten bei Spotify zählt der sogenannte „Mix der Woche“. Diese Zusammenstellung beruht auf Titeln, die der jeweilige Nutzer und andere Nutzer mit vergleichbaren Vorlieben hören. In dieser und anderen Playlisten soll die Musik von R. Kelly nun nicht mehr auftauchen. R. Kelly hat weltweit mehr als 40 Millionen Alben verkauft. Er gilt mit über 120 Millionen verkauften Tonträgern als einer der erfolgreichsten Musiker der Neuzeit. Neben Solo-Erfolgen wie „I Believe I Can Fly“ arbeitete er auch mit Künstlern wie Michael Jackson oder Jay-Z zusammen.

Spotify erklärt: „Seine Musik wird im Dienst weiter verfügbar sein, aber wir werden sie nicht aktiv bewerben“. Eine Zensur solle es aber nicht geben. teilte der Sprecher mit. Wenn ein Künstler „besonders schädliche oder hasserfüllte“ Taten begehe, beispielsweise Gewalt gegen Kinder oder sexuelle Gewalt, könne dies die Art der Zusammenarbeit „verändern„, erklärte Spotify. Ob das juristisch festgestellt werden muss, geht aus der Erklärung nicht hervor.

Das Management von R. Kelly zeigte sich empört über die Entscheidung. Er sei Opfer einer „Schmierenkampagne„, heißt es in einem Statement. Spotify habe den Schritt auf der Grundlage „falscher Anschuldigungen“ beschlossen. Außerdem bemängelt das Management des dreifachen Grammy-Gewinners, arbeite Spotify weiterhin mit anderen Künstlern zusammen, gegen die es ebenfalls Vorwürfe gebe.

Die Ex-Freundin des R&B-Sängers, Kitti Jones war von 2011 an, zwei Jahre mit dem Sänger zusammen. In dieser Zeit soll er sie mindestens zehn mal vergewaltigt habend. Der heute 51-jährige habe zudem auch Minderjährige zu Sex gezwungen. Frauen habe er als „seine Tiere“ bezeichnet.Das erzählt sie in einer Dokumentation der „BBC

Des weiteren spricht Jones von einem „Sex-Gefängnis„, in dem Kelly Frauen erniedrigt habe. Sie mussten vor ihm auf dem Boden kriechen und wurden von ihm zu Oralsex gezwungen. Jones bestätigt außerdem auch Vorwürfe über den Missbrauch von Minderjährigen. Insbesondere spricht sie über eine junge Frau, deren Identität sie jedoch nicht preis gibt. „Er sagte mir, dass er sie ‚trainiert‘ habe, seit sie 14 Jahre alt ist. Da erkannte ich, dass er mich zu einem seiner Haustiere machen wollte. Er nannte die Frauen seine Tiere.“

Die Vorwürfe reihen sich nahtlos in die Anschuldigungen vergangener Jahre ein.
Wie das Medienportal „Buzzfeed“ berichtet hat, habe R. Kelly 2017 mehrere Frauen in Abhängigkeit gehalten. Er sei den Frauen gegenüber als „Meister mit totaler mentaler Kontrolle“ aufgetreten und habe mit diesen Frauen in einer sektenähnlichen Struktur gelebt. Eine weitere Frau klagte an, der US-Popstar habe sie mit einer Geschlechtskrankheit infiziert, obwohl er von der Krankheit gewusst hätte. R. Kelly wies die Anschuldigungen zurück.

Seit Jahren muss sich der Künstler mit Vorwürfen konfrontieren. 2008 kam es zu einem Prozess wegen des Vorwurfs der Herstellung von Kinderpornografie. R. Kelly wurde aber freigesprochen. Derzeit läuft in sozialen Netzwerken die #MuteRKelly-Kampagne. Seine Kritiker fordern, dass Radiostationen, Fans oder Konzertveranstalter den Sänger nicht weiter unterstützen sollten.

Nach einem Bericht der „New York Times“ ergriff Spotify die gleiche Maßnahme gegen den bereits verurteilten US-Rapper XXXTentacion. Auch er wird nicht mehr auf den Playlisten zu finden sein. Der Rapper ist durch Tracks wie „Look At Me“ oder „SAD!“ bekannt geworden und muss sich derzeit wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht verantworten.


Bereits im August 2017 hatte Spotify rund zwanzig Musikgruppen wegen mutmaßlicher Verbreitung von Hassbotschaften aus dem Angebot gestrichen. Die Musiker hätten in Verbindung mit Rassisten oder Neonazis gestanden.
Der Sänger Chris Brown ist bisher nicht Opfer der neuen Spotify-Grundsätze geworden. Er hatte vor Gericht zugegeben, seine damalige Freundin, den Popstar Rihanna, tätlich angegriffen zu haben. Da sollte es eine Frage der Zeit sein bis die neuen Spotify-Grundsätze auch bei ihm greifen.

Quelle: Beitragsbild jessica45 ,thx! (CC0 1.0)

 

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7 Kommentare

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    Pudelmütze

    Sollte man als Unternehmen nicht neutral auftreten? Würde ich diesen Dienst nutzen, wäre spätestens jetzt der Ausstieg für mich. Ich kenne zwar weder den R- Kelly, noch den wirklichen Sachverhalt, aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Die Gesellschaft entwickelt sich immer mehr zu einer Nazigesellschaft. Alle Häuser müssen gleich aussehen, alle die selbe Kleidung tragen und eine Einheitsgrütze denken. Manchmal wünscht man sich die Zeit ohne Internet zurück, wo der Mob noch in der Bedeutungslosigkeit verendet ist.

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    Felix

    Zitat: „Die Auswahl des Spotify-Programms solle „unsere Werte reflektieren““.

    selten so einen Blödsinn gelesen.
    Dann entspricht der ganze gangster-deutschrap kram deren Werten?
    Die haben eher Ohrensausen bekommen, weil das Thema Kelly nun in den Medien breitgetreten wird, ehe seine Schuld bewiesen ist.

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    phre4k

    Hallo Mauzi, der Artikel ist sehr interessant! Es wäre nett wenn du aber noch folgende sprachlichen Fehler im Artikel berichtigen könntest:

    „Playlisten“ kennt der Duden nicht → entweder Wiedergabelisten oder Playlists.

    „der Sprecher“ → wenn er nicht vorher explizit genannt wird, ist ein bestimmtes Pronomen eher unpassend. Vielleicht eher „ein Sprecher“.

    „Eine Zensur solle es aber nicht geben. teilte der Sprecher mit.“ → Interpunktionsfehler, da sollte vermutlich ein Komma stehen.

    „„verändern„, erklärte Spotify“ → ein einziges Wort wörtlich zitieren ist stilistisch fragwürdig und die Anführungszeichen sind auch fehlerhaft (wie übrigens noch öfter in dem Text, kann es sein, dass das ein Fehler auf meiner Seite ist? Eventuell irgendein Tracking-Javascript, welches geblockt wird?).

    „mindestens zehn mal vergewaltigt habend.“ → D zu viel, außerdem wird „Mal“ hier großgeschrieben.

    „bezeichnet.Das erzählt sie“ → hier fehlt ein Leerzeichen. „BBC“ → Eigenname, muss nicht zitiert werden, außerdem fehlt ein Punkt am Ende des Satzes.

    „Sie mussten vor ihm auf dem Boden kriechen“ → hier bitte Konjunktiv (z.B. „müssten“) nutzen, oder ist das bewiesene Tatsache?

    „Buzzfeed“ → Eigenname.

    „Seit Jahren muss sich der Künstler mit Vorwürfen konfrontieren.“ → Muss er das? Wird er nicht viel eher konfrontiert?

    „Beitragsbild jessica45 ,thx!“ → Komma sollte vor dem Leerzeichen stehen.

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      Mauzi

      Danke für die Hinweise. Sobald ich etwas Zeit finde korrigiere ich

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      ANTI-PHRE4K

      Welcher „Oberlehrer“ plüsterst sich denn hier
      gewaltig auf? Haste nichts besseres zu tun,
      als hier auf Altklug zu machen und deine „Duden-
      Kenntnisse“ lückenlos zu präsentieren. Mag sein, das du
      Rechtschreib-Genie bist!

      ABER es kommt doch auf den Sachverhalt an.
      (Mister Altklug, ICH weiß das ABER nicht groß geschrieben
      wird, aber haben halt meinen eigenen „Style“. OK?

      Der gesamte Text ist nach meiner Auffassung verständlich
      von Mauzi vorgetragen worden.

      Hättest auch deine Meinung und dich sinnvoller hier
      einbringen können, z.B. ob das was Spotify macht für
      dich in Ordnung ist? Das wäre intressanter gewesen.

      Meine Meinung will ICH hierzu auch Kund tun:

      R. Kelly wurde ja „nur“ bei einigen Playlist gesperrt.
      Grundsätzlich ist seine Musik noch abrufbar.
      Allerdings sollte Musik = Musik bleiben. Also ist eine
      Sperrung nach meiner Aufassung in der Playlist nicht O.K.,
      weil die Musik trotzallem zum Teil gut war. Die Lieder sind
      zudem mittlerweile älter als 10 Jahre. Was soll das jetzt?
      Dem R. Kelly lagen oder liegen die Frauen zu Füßen. Soll
      allerdings nicht heißen das ICH seine „Privattätigkeiten“
      toleriere und gutheiße. Im Gegenteil, wer „Scheisse“ baut
      muss auch die Strafe in Kauf nehmen und dafür büßen.

      „I believe I can fly“ – „Also ich glaube ich kann fliegen“
      (JA, nun das der Interpret wohl zu seinen Song falsch verstanden). Irrsinn und Wahnsinn soll in der Musikbranche
      durchaus vorkommen…

      Anmerken möchte ICH, das z.B. Michael Jackson mit
      zahlreichen Beschuldigungen konfrontiert war!
      Seine Musik ist trotzdem Weltklasse, und wird es auch
      immer bleiben…

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        Mauzi

        Danke.. 100 %

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        Mauzi

        Was die Frauen betrifft.. Sie haben das mit sich machen lassen..


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