Am 24.06.2025 startet der Share-Online.biz Prozess gegen die Betreiber. Das Landgericht Aachen hat dafür fünf Verhandlungstage angesetzt.
Der Share-Online.biz Prozess startet diesen Sommer. In dem Verfahren mit dem Aktenzeichen 86 KLs 6/23 hat das Landgericht Aachen inzwischen die Anklage zugelassen. Damit hat man ebenfalls das Hauptverfahren gegen die früheren Betreiber eröffnet. Die Dauer von fünf Tagen ist ein Hinweis darauf, dass es sich um ein Verfahren mittleren Umfangs handelt.
Die Szene erwartet den Share-Online Strafprozess mit Spannung
Im Laufe der fünf Verhandlungstage wird die Staatsanwaltschaft Köln inklusive der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW (ZAC NRW) detailliert darlegen, wie der Filehoster funktionierte. Und sicher auch, welche illegal erlangten Einnahmen man den Betreibern insgesamt zuordnen kann.
Der springende Punkt wird bestimmt unter anderem sein, ob man den Tatverdächtigen nachweisen kann, dass sie die Urheberrechtsverletzungen wissentlich begangen haben. Besonders heikel wäre eine nachweisliche Zusammenarbeit mit den ehemals aktivsten Uploadern oder einzelnen Seitenbetreibern von Warez-Portalen, um die Umsätze zu maximieren.
Die zur Verfügung stehende Serverkapazität von Share-Online.biz soll kurz vor der Razzia im zweistelligen Petabyte-Bereich gelegen haben. Den Umsatz während des Betriebs schätzt die StA Köln / ZAC NRW laut Pressemitteilung auf über 50 Millionen Euro.
Wer oder was war Share-Online.biz?
Share-Online.biz war über einige Jahre hinweg der Online-Speicherdienst, den die deutschsprachige Webwarez-Szene damals mit am häufigsten eingesetzt hat. Viele Warez-Blogs, -Foren und -Webseiten nutzten diesen Anbieter. Sie setzten unzählige Download-Links auf share-online.biz. Im Gegenzug erhofften die betreffenden Seitenbetreiber oder die Uploader auf eine finanzielle Kompensation.
Gleich mehrere Tatvorwürfe
Die Betreiber müssen sich vom 24.06.2025 bis zum 11.07.2025 im Rahmen von fünf Verhandlungstagen vor dem Landgericht Aachen verantworten. Die Hausdurchsuchungen im Oktober 2019 begründete man wegen des Verdachts auf gewerbsmäßig begangene Urheberrechtsverletzungen, Beihilfe zur massenhaften Verbreitung illegaler Inhalte und teils auch wegen Geldwäsche.
Kurz nach dem Filehoster verabschiedete sich die GVU
Für die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) war dies übrigens die letzte PR-trächtige Aktion überhaupt. Im August 2020 musste der Insolvenzverwalter des Amtsgerichts Charlottenburg mangels Masse das Ende des Liquidationsverfahrens des Vereins bekannt geben. Monate später trat die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) an die Stelle der GVU. Die ACE verlässt sich dabei auf keine eingereichte Strafanzeige. Ihre Anwälte setzen vor allem zivilrechtliche Schritte gegen die Betreiber von Warez-Portalen aller Art ein.