Die oberste spanische Fußball-Liga zahlt 50 Euro an jeden IPTV-Verpetzer, der ihnen einen Pub oder Restaurant mit illegalen Streams verrät.
Die oberste spanische Fußball-Liga zahlt in den nächsten Wochen 50 Euro an jeden IPTV-Verpetzer, der ihnen eine Gastwirtschaft mit einem illegalen Stream verrät. Da LaLiga nur mit großen Problemen an die Admins der Streaming-Anbieter herankommt, nimmt man jetzt stattdessen kommerzielle Nutzer wie Betreiber von Gaststätten und Restaurants ins Visier. Die Aktion soll offenbar im Gaststättengewerbe jede Menge Druck aufbauen, damit alle Gastwirte die teuren Übertragungsgebühren entrichten.
Whistleblower Programm: IPTV-Verpetzer erhalten geringes Preisgeld
LaLiga startete kürzlich ihr sogenanntes „Whistleblower Programm“, um die Online-Piraterie in Spanien merklich zu begrenzen. Wer ihnen eine Gaststätte oder Restaurant verrät, wo illegale Sport-Streams laufen und sich die Anzeige bewahrheitet, der kann mit einer Belohnung von 50 Euro rechnen. Die IPTV-Verpetzer sollen dabei unbedingt mehrere Fotos von der rechtswidrigen Übertragung machen. Pro Lokal zahlt der Fußballverband das Preisgeld maximal an vier Personen aus.
Spanische Bevölkerung sieht die Aktion mitunter sehr kritisch
Die neue Antipiraterie-Kampagne läuft bis Ende Februar, oder aber bis die ersten 1.000 bestätigten Meldungen eingegangen sind. Gerade mal lächerliche 50 Euro zu erhalten, wenn es in diesem Geschäftsfeld doch um so viel Geld geht und die Gebühren für die Übertragungen derart hoch sind, hat in der spanischen Bevölkerung für viel Kritik gesorgt. Darüber hat die lokale Presse Spaniens gleich mehrfach berichtet.
LaLiga bemängelt seit Jahren die Existenz illegaler Websites, deren Server sich hinter dem DDoS-Schutz von Cloudflare verbergen. Bisher hat sich der Verband darauf konzentriert, illegale Anbieter zu verklagen, öffentlich Netzsperren zu fordern und entsprechende IPTV-Apps aus den Online-Stores löschen zu lassen. Doch das ist jetzt offenbar nicht mehr ausreichend.

LaLiga-Vorsitzender plädiert für Verschärfung der Rechtslage
Javier Tebas ist Rechtsanwalt, LaLiga-Präsident und einer der einflussreichsten Fußballfunktionäre Spaniens. In einem aktuellen Interview sagte Tebas, auch erwischte Privatpersonen müssten seiner Meinung nach Schadenersatz bezahlen. Es sei ja schließlich auch ein Schaden entstanden. In anderen Ländern würde man bereits derartige Strafen verhängen. Er glaubt, dass der Gesetzgeber auch in Spanien die Rechtslage bald verschärfen wird. „Das ist Diebstahl.“ Jeder Täter müsse sich darüber im Klaren sein, dass es keine Entschuldigung für Diebstahl gibt, selbst wenn man die Preise von LaLiga nicht mag. „Probleme lassen sich nicht durch Diebstahl lösen. Nein.„
Erfolgt eine Verlängerung im Erfolgsfall?
Um das Preisgeld zu erhalten, muss man volljährig und in Spanien wohnhaft sein. Zum ausgefüllten Online-Formular kommen mehrere Fotos vom Fernseher oder der Leinwand in der Kneipe, auf dem das illegal ausgestrahlte Spiel deutlich zu erkennen sein muss. Dazu kommen Fotos vom Innenraum des Lokals, auf dem die illegalen Inhalte ausgestrahlt werden. Die LaLiga-Mitarbeiter prüfen die Angaben und zahlen das Preisgeld aus, sofern sich der Verdacht der illegalen Ausstrahlung bestätigt. Für die Aktion hat man extra eine eigene Webseite für die landesweit aktiven IPTV-Verpetzer eingerichtet. Wenn die Aktion von Erfolg gekrönt sein sollte, wird der Verband diese bestimmt verlängern. Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass diese Kampagne zu keiner Blaupause für den Deutschen Fußball-Bund wird.

















