Code-Karte für Internet-Pornografie

Die Briten wollen einen stärkeren Jugendschutz, insbesondere für Pornografie im Internet.
Anbieter von Pornografischen Seiten sollen ihre Nutzer verifizieren. Nachdem Kreditkarten nicht die volle Zustimmung fanden, könnten Code-Karten aus dem Handel eine Lösung sein. Das britische Parlament soll noch in diesem Monat einen Gesetzeszusatz beschließen, nach dem Provider verpflichtet werden können, Seiten mit pornografischen Inhalten zu sperren, wenn die das Alter der Besucher nicht ausreichend verifizieren.

Die Internetnutzer in Großbritannien sollen künftig im Laden um die Ecke einen Code kaufen können, mit dem sie sich den Zutritt zu pornographischen Inhalten freischalten können. Das berichtet der Telegraph unter Berufung auf eine Quelle im British Board of Film Classification (BBFC). Mit der Gesetzlich geforderten Einführung des Digital Economy Act wurde die BBFC im Februar beauftragt, sie soll deren Ausgestaltung festlegen. BBFC ist für Altersfreigabe von Filmen und Spielen zuständig. Das Gesetz legt fest, dass Anbieter sicherstellen müssen, dass pornographische Inhalte nur Nutzern zugänglich sind, die das 18 Lebensjahr vollendet haben.

Schon seit dem Jahr 2016 wurden immer wieder Vorschläge gemacht wie der Jugendschutz im Internet aussehen könnte. Darunter waren immer wieder Entwürfe wie Anbieter von pornografischen Inhalten das Alter eines Nutzers individuell feststellen sollten, bevor sie Zugang zu Inhalten gewähren. Wer dem nicht nachkommt, soll finanziell bestraft werden. Von der Verknüpfung mit einem Social-Media-Account bis zur Preisgabe von Kontoinformationen standen im Raum. Auch die Bezahlung per Kreditkarte war so ein Entwurf. Nur, da hagelte es Proteste von Bürgerrechtlern. Die bemängelten : Immerhin müssten die Nutzer dann derart sensible Daten an die Inhalteanbieter weitergeben, die diese dann wiederum hinreichend schützen müssten. Wie problematisch ein Versagen sein kann, hatte der Hack des Seitensprung Portals Ashley Madison gezeigt.
Wenn sich diese Code-Karte durchsetzen sollte hätte es den Vorteil, dass die Daten von Usern nicht online eingegeben und gespeichert werden müssen. Die danach ausgehändigte Karte könnte 10 Pfund (rund 11 Euro) kosten, schreibt die britische Zeitung. Abgesehen vom Altersnachweis vor Ort mittels Personalausweis, Pass oder Führerschein, blieben die Nutzer anonym.
Bei Erfolg stellt man sich bereits jetzt vor, dass über solche Karten weitere Produkte mit Altersbeschränkung angeboten werden könnten, etwa der Versand von alkoholischen Getränken über das Internet.


Die britische Regierung versucht Kritiker derzeit zu beruhigen und verweist darauf hin, dass im Zuge der neuen Gesetzgebung eine der strengsten Datenschutz-Gesetze mit eingeführt würden.

Eins sollte sicher sein, im Vereinigten Königreich wird es zukünftig schwerer sein, pornographische Websites zu konsumieren. Welches System am Ende eingeführt werden wird, muss sich also noch zeigen. Man kann davon ausgehen, dass Jugendliche das System am Ende trotzdem überwinden werden. Sei es durch ältere Freunde oder durch Codes die man im Internet erwerben kann.

Quelle: Beitragsbild geralt,thx! (CC0 1.0)

 

 

 

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5 Kommentare

  1. Schnill sagt:

    Mal sehen, ob’s für 5 Pfund extra auch eine Squirting und Queening Rate gibt… ;)
    https://www.heise.de/tp/features/Grossbritannien-verbietet-weibliche-Ejakulation-und-Facesitting-3368827.html

  2. Pudelmütze sagt:

    Es sind offensichtlich nicht nur deutsche Politiker, denen man den Hirntod diagnostizieren muss. Was bringt die Karte? Es gibt immer Wege derartige Pseudoschutzmaßnahmen zu umgehen. Stattdessen wird, wie in Deutschland mit der dummen Pinabfrage bei Fernsehreceivern, nur wieder die Masse gegängelt, um eine Minderheit zu schützen. Normalerweise sollten Gesetze genau andersherum gemacht werden, nämlich für die Mehrheit.
    Es wird nicht lange dauern, da wird die Pornokarte dann auch im Bundestag “diskutiert”. Die dürfen dann minderjährige Aushilfen und Praktikanten ausgeben. xD

  3. m4rc3llo sagt:

    cool… ist das dann der staatlich geförderte ersatz für die paysafe-card die ja gerade entanonymisiert wird!? :D

  4. DieterTest sagt:

    @Fummelbär

    Oder die Leute googlen eine Minute und änderen ihren DNS Server.

  5. Fummelbär sagt:

    So ein Schwachsinn! Dadurch wird eher ein Schwarzmarkt für solche Karten gefördert. Entweder gibt es die Codes auf irgendwelchen Seiten, auf denen halt speziell Werbung für entsprechende Altersklasse ist oder bzw. und 18jährige oder ältere Leute verkaufen die Codes auf der Straße. Und wie lange soll so ein Code dann haltbar sein? Selbst wenn die das durchsetzen, dann schalten die Jugendlichen einen Proxy ein und surfen als Deutsche User. Da wird es einige Möglichkeiten geben das zu umgehen. Ich hätte eine bessere Idee. Versucht es doch mal mit Aufklärung. Ich meine jetzt nicht die sexuelle, sondern bezüglich Pornographie im Internet. Keine Verbote! Ich glaube, dass die Teenies da ihren ganz eigenen Weg finden, wenn man ihnen erklärt, was es da für Videos gibt und dass das absolut nichts mit Liebe zu tun hat. Man sollte auch erklären, dass die da nur eine Show abziehen. Ich mein, nicht alles ist gleich schlimm. Nehmen wir damals BlitzIllu. Das war doch an sich sehr weicher Pornokram. Das habe ich mir damals mit 12 oder 13 angeschaut. Ich fand es total faszinierend und eigentlich war das eine schöne Zeit. Aber es stimmt schon, das ist kein einfaches Thema.

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