Mega sperrte 95.000 Benutzer wegen Urheberrechtsverletzung

Mega hat seinen jährlichen Transparenzbericht veröffentlicht, wobei die Anzahl der gesperrten Benutzer noch unter den Höchstwerten 2017 liegt.

Mega
Bildquelle: mohamed_hassan, thx!

Der File-Hosting-Cloud-Speicherdienst ‚Mega‘ (mega.nz) hat seinen Transparenzbericht 2020 veröffentlicht. Aus gegebenem Anlass hat er zugleich seine Community daran erinnert, dass Piraterie nicht toleriert wird. Insbesondere hat die Plattform 94.966 Benutzer wegen wiederholter Urheberrechtsverletzung gekündigt, berichtet TorrentFreak.

Kim Dotcom hat Mega, einen Cloud-Speicherdienst, im Januar 2013 gegründet. Das war exakt ein Jahr nachdem sein neuseeländisches Anwesen durchsucht und die Behörden die Domainnamen beschlagnahmten und seinen alten Dienst Megaupload einstellten. Dotcom informierte damals darüber, dass Mega die Daten schützt, indem sie diese clientseitig verschlüsseln. Im Juli 2015 informierte Kim Dotcom darüber, dass er sich von Mega getrennt hat.

Pirat am Computer

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Mega trennte sich im Berichtszeitraum von 9.000 registrierten Usern wegen Urheberrechtsverletzung

Gemäß des Cloud-Speicherdienstes habe man sich seit dem Start des Dienstes von rund 95.000 Nutzern wegen Urheberrechtsverletzungen trennen müssen, in den vergangenen zwölf Monaten (bzw. bis September 2020) waren es knapp 9.000 registrierte User. Bis 2015 hat man noch User beim fünften Urheberrechtsverletzungs-Fall gesperrt. Vor fünf Jahren aber hat man das auf drei „Strikes“ reduziert. Insgesamt hat die Plattform während des letzten Berichtszeitraums von 12 Monaten bis September 2020 83,5 Milliarden Dateien gehostet. Diese Dateien haben rund 200 Millionen registrierte Nutzer weltweit hochgeladen. In diesem Zeitraum hat Mega 1,193 Millionen Deaktivierungsanfragen wegen Urheberrechtsverletzungen (Copyright-Takedowns) erhalten. Das ist allerdings, gemessen an der Gesamtanzahl der Dateien, nur ein winziger Anteil. In den vier Quartalen des Berichtszeitraums lagen diese zwischen 0,0002 und 0,0006 Prozent.

Quelle: Mega.nz

Cloud-Speicherdienst toleriert keine Urheberrechtsverletzungen

Fragt man sich nun, ob die übrigen User Mega rechtmäßig verwenden und das Hochladen von Raubkopien vermeiden, so kann man das sowohl bejahen, als auch verneinen. Mega toleriert keine Urheberrechtsverletzung und hat klargestellt, dass sie auf Anfrage Benutzerdaten an die Behörden weitergeben. Auf der Plattform ist jedoch ein reger Ansturm, sodass selbst das Finden von Dateien eine Herausforderung darstellt. Mega kommentiert

„Die Benutzer von Mega laden ungefähr 65 Millionen Dateien pro Tag hoch, durchschnittlich 750 Dateien pro Sekunde.“

Es sieht also nach einem Durchgreifen aus, das die Rechteinhaber zufriedenstellen solle, die schließlich auch an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Die auf dem Speicherdienst hochgeladenen Dateien sind zudem clientseitig mit dem AES-Algorithmus verschlüsselt. Aus diesem Grund kennt die Plattform den Inhalt der hochgeladenen Dateien nicht und kann daher nicht verantwortlich oder haftbar gemacht werden. Mega gibt an, auf Beschwerden zügig zu reagieren und diesen innerhalb von maximal vier Stunden nachzugehen.

Aber es geht hierbei nicht nur um Piraterie. Material zur Ausbeutung oder zum Missbrauch von Kindern, gewalttätiger Extremismus, Malware und gestohlene Daten sind auf Mega ebenfalls verboten. In diesem Zusammenhang erhielt der Cloud-Speicherdienst acht rechtliche Anweisungen von den neuseeländischen Behörden und gab ihnen die zugehörigen Kontoinformationen bekannt. Insgesamt wurden von Oktober 2019 bis September 2020 rund 9.100 Teilnehmerinformationen angefordert. Nur sieben von ihnen lehnte Mega ab, da sie die Anforderungen nicht erfüllten. Mega gibt an, 565.000 Konten für die Speicherung und Weitergabe dieser Art von Inhalten gekündigt zu haben. In allen Fällen wurden den Strafverfolgungsbehörden Kontoinformationen zur Verfügung gestellt.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.