Drachenlord von Unbekannten gehackt, Daten offen im Netz

Hacker stellten unzählige Informationen und Dokumente öffentlich ins Netz, nachdem sie mehrere Accounts von Drachenlord übernommen haben.

Drachenlord von Unbekannten gehackt, Daten offen im Netz

Mehrere Unbekannte haben diverse Accounts von Rainer Winkler aka Drachenlord übernommen. Die Hacker haben die entsprechenden Daten öffentlich ins Netz gestellt. Nach eigenen Angaben benutzten sie dafür lediglich Datenbanken gehackter Accounts, weil Winkler seine Passwörter mehrfach verwendet hat.

Drachenlord verwendete Passwörter mehrfach

Es gibt nach längerer Zeit mal wieder etwas Neues aus dem mittelfränkischen Emskirchen. Gemeint ist nicht sein neuer Deutsch-Rap Song. Und auch keine neue Amazon-Wunschliste oder ein weiterer Spendenaufruf. Nein, vier Personen haben kürzlich unzählige Accounts von Rainer Winkler aka Drachenlord übernommen. Darunter seinen Zugang zu P0rnhub, seinem Spreadshirt-Shop, PayPal etc. Bei den Sharehostern MEGA und Anonfiles haben die Hacker diverse private Daten veröffentlicht. Darunter befindet sich auch sein Abschlusszeugnis von der Schule, eine Auftragsbestätigung der Telekom, seine Bankverbindung, peinliche Nacktbilder, die Versicherungsnummer und viele andere intime Daten.

Die vier Täter gehen davon aus, dass sich Rainer Winkler seit sechs Jahren in einer Art „psychotischen Zeitschleife“ befindet. Zumindest hat er sein Verhalten seit langer Zeit nicht mehr geändert. Seine Lebensumstände hingegen haben sich durch die vielen Aktionen seiner Gegner merklich verschlechtert.

Hacker verlassen mit dem Leak das Drachen Game

Die Hacker verabschieden sich mit dieser Aktion aus dem Drachen Game. Man wünscht allen Nutzern seiner Daten viel Spaß beim Stöbern. Zudem fordert man die Leser bei Ruqqus (sieht so ähnlich aus wie Disqus) dazu auf, das Leben des Drachenlords mit einigen hinterlistigen Aktionen schwer zu machen. Vieles könnte man im Namen von Winkler beantragen, weil die dafür nötigen persönlichen Daten nun vorliegen würden.

Rainer Winkler aka Drachenlord hatte aber in den letzten Wochen sowieso schon mehr als genug Ärger. Neben vielen Hatern, die das schöne Wetter für einen Besuch genutzt haben, waren immer mal wieder Alteisen-Sammler vor Ort. Diese hatten Hater in seinem Namen zu ihm bestellt, um den ganzen Müll abzuholen, der sich auf seinem Grundstück befindet. Die gewerblich tätigen Händler waren mit Anhängern oder größeren Fahrzeugen gekommen, um möglichst viel Metall aufzuladen. Auf Anfrage haben die Hater den Termin immer wieder per WhatsApp bestätigt. Winkler wusste von alledem natürlich nichts. Die Kommunikation lief gar nicht über Winklers Handy. Wahrscheinlich nutzte man dafür anonyme oder gestohlene SIM-Karten.


Streisand-Effekt wird sich wiederholen

Das einzige Konto, was die Hacker nicht übernehmen konnten, war das von Google. Dort hat Winkler eine Zweifachauthentifizierung aktiviert. Folglich müsste man Drachenlords Handy besitzen, um den Zahlencode zur Überprüfung generieren ohne ihn in Form einer SMS empfangen zu können. Es wird sicher nicht lange dauern, bis bei Anonfiles, MEGA bzw. Ruqqus DMCA-Löschaufforderungen eingehen werden. In der Folge wird das gehackte Material wohl nicht mehr lange online sein. Verschwunden sind die Dokumente damit allerdings nicht. Seine Hater haben mit Sicherheit schon mehrere „Sicherheitskopien“ der gehackten Daten im Netz hinterlegt. Ein Forum, mehrere Blogs und Accounts bei Twitter oder YouTube beschäftigen sich mit nichts anderem als mit ihm.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.