Drachenlord outet Störenfriede: Recht am eigenen Bild irrelevant?

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Drachenlord bekam innerhalb von dreieinhalb Wochen Besuch von über 100 Personen, die mit lautem Rufen oder anderen Aktionen eine Reaktion von ihm hervorrufen wollten. Rainer Winkler hat sich jetzt dafür gerächt. Er hat weder die Fotos noch die Kennzeichen der Fahrzeuge verpixelt.

Drachenlord nimmt seine Widersacher auf die Schippe

Seit einiger Zeit erhitzt der YouTuber Rainer Winkler alias Drachenlord die Gemüter im Netz. Wir haben über dieses Kuriosum schon häufiger berichtet. Zudem beschäftigt er regelmäßig die für Altschauerberg zuständige Polizei. Das 40-Seelen-Dorf liegt in der Nähe vom mittelfränkischen Emskirchen.

In einem aktuellen Video stellt Winkler nun die Personen an den Pranger, die ihn in den letzten Wochen belästigt haben. Nach eigenen Angaben waren das durchschnittlich über vier Personen pro Tag, die sich lautstark in der Nähe seines Grundstückes aufgehalten haben, um ihn mit ihren Aktionen hervorzulocken.


Video: Drachenlords Galerie der Hater, die ihn heimgesucht haben.

Rainer Winkler hat nun eine neue Strategie eingeschlagen. Die Hater, die ihn ärgern wollen, werden von seinen Überwachungskameras aufgezeichnet. Kürzlich lud er bei YouTube das erste Video hoch, wo über 100 Personen zu sehen sind. Die Gesichter hat er nicht unkenntlich gemacht. Auch die Kennzeichen ihrer Fahrzeuge nicht. Wie er sagt, kommen stille Beobachter nicht in seiner Videogalerie vor. Ob das stimmt, können wir schlecht überprüfen. Aus seinem Kommentar geht allerdings hervor, dass er sich darüber im Klaren ist, mit dieser Aktion gegen geltendes Recht zu verstoßen.

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Das Recht am eigenen Bild gilt auch bei Videos

Laut § 201a Strafgesetzbuch (StGB) steht die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen unter Strafe, sofern man sich für die Veröffentlichung keine Erlaubnis eingeholt hat. Hier hat niemand eine Einverständniserklärung abgegeben. Wie hätte es dazu auch kommen sollen? Das Recht am eigenen Bild gilt nicht nur bei Fotos, sondern selbstverständlich auch bei Live-Streams oder Videos aus der Konserve.

Winkler hofft offenbar, dass er nicht angezeigt wird. Warum? Weil sich auch die abgebildeten Personen nicht gesetzkonform verhalten haben. Deren Lärmbelästigung war zumindest ordnungswidrig. Rein theoretisch könnten die Abgebildeten einen Anwalt beauftragen. Dieser könnte dann eine Abmahnung mit Unterlassungs- und Schadenersatzforderungen verschicken. Doch wie aussichtsreich wäre das im Anbetracht von Winklers Vermögen, zumal man als Abmahner die Kosten in Vorkasse bezahlen muss?!?


Wir befragen einen Hater von Drachenlord

Wir haben schon vor mehreren Wochen einen Hater befragt, warum er sich überhaupt so intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Der Stalker meinte, der Wohnort von Herrn Winkler würde in etwa auf dem Weg zu seinem Arbeitgeber liegen. Von daher wäre es kein großer Umweg, alle paar Wochen dorthin zu fahren. Dort Krach zu schlagen und auf eine Reaktion zu warten, das wäre halt „lustig“, gab uns der Hater grinsend zur Antwort, als wir uns nach seiner Motivation erkundigen wollten. Auch habe er einmal durch einen Wald fliehen müssen, als die Polizei vor Ort eintraf. Winkler ist im Internet nicht nur ein Phänomen. Mit seinem Besuch verbindet man offenbar Zeitvertreib und Abenteuer der besonderen Art. Ganz genau konnte uns die Person aber auch nicht erklären, worin denn jetzt konkret der Reiz von Herrn Winkler besteht. Der Drachenlord würde halt sein Leben vor die Wand fahren, jeder könne dabei live zuschauen.

Ob Winklers ständiger Wunsch nach Aufmerksamkeit, seine kurze Reaktionszeit auf Stalker oder die „Karriere“ des YouTubers im Mittelpunkt stehen, das wusste der befragte Hater auch nicht. Vielleicht spielen auch so manche widersprüchliche Aussagen Winklers oder seine teils herablassende Art eine Rolle, wenn es um seine Popularität geht. Offenkundig ist es eine Mischung aus vielen Faktoren. Jemand blamiert sich immer wieder, offenbart seine Schwächen und wird dafür belächelt. Es ist offenkundig die Lust am Elend eines Anderen, die viele Kritiker antreibt. Früher hat man sich die Reinfälle von Komikern wie Dick und Doof angesehen. Heutzutage schaut man sich Winklers YouNow-Stream, seine Videos, seine Discord-Chats oder sein verlottertes Haus an, um Zerstreuung zu suchen.

rainer winkler drache

Alles könnte so einfach sein: simply don’t feed the troll!

Angetrieben wird der Hype natürlich auch durch kuriose Aktionen, wie unzählige Falschaussagen oder erotische Kurzgeschichten, die der bekennende Legastheniker veröffentlicht hat, um sie zu Geld zu machen. Oder seine Auseinandersetzungen mit der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien wegen dem verhängten Streaming-Verbot, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Würde der Drache hingegen online wie offline schweigen, würde sich das Problem mit den Hatern von ganz alleine erledigen. Nicht von heute auf morgen, aber mittelfristig auf jeden Fall. Doch da Winkler alias Drachenlord die Füße nicht stillhalten kann, geht die never ending story eben weiter. Das Karussell der Ereignisse scheint sich immer schneller zu drehen. Das überträgt sich auch auf YouTube. Dort wird das betreffende Video immer wieder gemeldet, wegen dem Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen gesperrt, um dann wieder neu hochgeladen zu werden.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.


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