Darknet: Missbrauchsfall von Staufen

Article by · 21. Mai 2018 ·

Der missbrauchte Junge aus Staufen wäre wohl noch in den Händen seiner Peiniger, hätte nicht ein anonymer Hinweisgeber die Polizei auf die heiße Spur der Haupttäter gebracht. Nutzte dieser Möglichkeiten, die den Ermittlern bisher verwehrt sind?

 

Vorabstatement: Die Tat ist so widerlich ich mag darüber nicht berichten
Auch hier: Das ist ein Original-Artikel der Stuttgarter Zeitung. Eins zu Eins kopiert.

Die Vorarbeit war sensationell: Die E-Mail eines anonymen Hinweisgebers, die das Bundeskriminalamt (BKA) am 10. September vergangenen Jahres erreichte, enthielt alles, was die Ermittler für einen schnellen Zugriff brauchten.
Nur fünf Tage später wurden die beiden mutmaßlichen Haupttäter im Missbrauchsfall von Staufen(Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) verhaftet: die Mutter des heute neunjährigen Jungen, die das Kind gegen Geld über einen Zeitraum von zwei Jahren immer wieder zur Vergewaltigung an Pädophile auslieferte, und deren Lebensgefährte, ein vorbestrafter Sexualstraftäter. Am 11. Juni beginnt in Freiburg der Prozess gegen die beiden.

Missbrauchsfall von Staufen Stiefvater gesteht und nennt erstmals Motive

Geständnis ohne Mitgefühl: Der Hauptverdächtige im Freiburger Missbrauchsfall erzählt, wie er den kleinen Jungen seiner Lebensgefährtin von Fremden jahrelang sexuell missbrauchen ließ. Es ging, sagt er, um sexuelle Fantasien – und um Geld.

Freiburg – Der Mann, der im Zentrum des Freiburger Missbrauchsfalls steht, betritt mit einem Lächeln im Gesicht den Gerichtssaal. „Ich bin der Haupttäter in der ganzen Geschichte“, sagt der 39-Jährige – und räumt wenig später alle Vorwürfe ein. Erstmals nennt er nähere Details sowie sein Motiv. Er soll laut Anklage den heute neun Jahre alten Sohn seiner Lebensgefährtin mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten, Männern zum Vergewaltigen überlassen und dafür Geld kassiert haben. Gehandelt haben soll er gemeinsam mit der Mutter des Kindes.

An diesem Montag im Freiburger Landgericht ist der Mann zunächst Zeuge. Einer seiner sogenannten Kunden ist angeklagt, ein heute 50 Jahre alter Soldat der Bundeswehr. Der Prozess gegen den Stiefvater – und auch die Mutter des Kindes – beginnt am 11. Juni. Dann sind die beiden Deutschen nicht mehr Zeugen, sondern selbst Angeklagte.

Der Fall, in dem die Mutter des Kindes und deren Lebensgefährte die Hauptbeschuldigten sind, hatte Ermittlern wegen der Vielzahl der Vergehen sowie der großen Brutalität an ihre Grenzen gebracht, wie sie vor Gericht betonen. Insgesamt gibt es acht Tatverdächtige aus dem In- und Ausland. Jeder ist einzeln angeklagt.

Auch der Junge soll ein Teil des Geldes erhalten haben

Der 39-Jährige, der wie alle Verdächtigen in Untersuchungshaft sitzt, vermittelt ein anderes Bild. Er beschreibt den vielfachen schweren sexuellen Missbrauch und die ihm vorgeworfene Zwangsprostitution eines Kindes nüchtern und als wirtschaftlich interessantes Geschäftsmodell. Seine Motive seien finanzieller und sexueller Natur gewesen. Er habe damit Geld verdient, gleichzeitig habe er seine pädophile Neigung ausleben können.
Fesseln und andere Gewalttaten seien sein besonderes Interesse, sagt er. Ums Geld habe er vor den Taten mit den Männern „gefeilscht“. Meist seien wenige Hundert Euro für mehrere Vergewaltigungen gezahlt worden, in einem Fall seien es mehrere Tausend Euro gewesen. Der Großteil des Geldes ging an ihn und die Mutter. Doch auch der Junge habe Geld erhalten. „Es war immer so angedacht, dass der Junge definitiv auch was davon haben soll.“

Worte des Mitgefühls fehlen

Bereits in einem ersten Prozess vor einem Monat war der wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafte Mann als Zeuge aufgetreten, nun ist er zum zweite mal da. Er könne die Aussage verweigern, wie der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin zu Beginn erläutert.
Doch der Mann möchte aussagen. Er will, so sagt er, dass alle Täter im Gefängnis sitzen – so wie er. Reue lässt der Mann nicht erkennen, Worte des Mitgefühls fehlen. „Er hat den Missbrauch vollzogen“, sagt er über einen der mutmaßlichen Täter. Oder er beschreibt das Opfer als unruhiges Kind: Bei dem sexuellen Missbrauch habe das Kind nicht stillhalten können. Deshalb habe er Handschellen, Fesseln oder Knebel nutzen müssen, um Widerstand zu brechen.

Mehrere der Verdächtigen sind einschlägig vorbestraft

Taten seien gefilmt, die Filme an andere weitergeleitet worden. Das Töten des Jungen, wie es einer der Verdächtigen wünschte, sei für ihn tabu gewesen.

Auch die Mutter habe sexuelle Motive gehabt, sagt der Mann. Er jedoch habe sie angeleitet. „Sie war mir hörig. Das habe ich teilweise ausgenutzt.“ Und weiter: „Sie hatte starke Gefühle für mich, sie wollte mich nicht verlieren.“ Deshalb habe sie ihr Kind seinen Peinigern überlassen und ihn auch selbst missbraucht.

Die Mutter des Jungen sollte ebenfalls aussagen. Doch sie machte von ihrem Recht Gebrauch, zu schweigen, sagt Richter Bürgelin. Mehrere der Verdächtigen sind einschlägig vorbestraft, sagt Staatsanwältin Nikola Novak. Sie spricht von „sadistischen Verbrechen“. Der Junge sei beschimpft und gedemütigt worden: „Die Rechte des betroffenen Kindes wurden bewusst mit Füßen getreten.“

Die Staatsanwaltschaft will erreichen, dass die Täter lange Haftstrafen erhalten sowie anschließende Sicherungsverwahrung. Die Allgemeinheit müsse vor ihnen geschützt werden, sagt die Staatsanwältin. Ziel müsse sein, Kinder zu schützen.
Der Prozess gegen den Soldaten wird fortgesetzt (Az.: 6 KLs 160 Js 33561/17). Weitere Prozesse folgen Justizangaben zufolge in den kommenden Wochen und Monaten.

Quelle: Beitragsbild PublicDomainPictures, thx! (CC0 1.0)+ Quelle: Alexas_Fotos, thx! (CC0 1.0)

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9 Comments

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    c3p0


    Und wo sind jetzt die sogenannten „Möglichkeiten, die den Ermittlern verwehrt sind“? Da macht sich ein Reporter einer Lokalzeitung die Mühe und schreibt einen Bericht und du kopierst ihn einfach hier rein, anstatt selber mal ein bisschen die Beine in die Hand zu nehmen. Richtiger Clickbait ist das.

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      Mauzi


      Und du schreibst mit Beinen?
      Hauptsache man meckert erst einmal.. Alles klar..
      Danke für dein Kommentar

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      STARKSTROM - "Überspannung"


      @c3p0 (Hier die Möglichkeiten der Ermittler die verwehrt
      blieben) – siehe nächster Absatz

      @mauzi (Rumjöseln tun viele, Bitte NIE persönlich nehmen!,
      ich weiß sind schwere brisante Themen, die einen die
      Abgründe des menschlichen Wesens aufzeigen…
      Nun gut, das Thema wurde in den letzten Wochen auch
      ziehmlich viel fokussiert.

      Die Möglichkeiten blieben den Ermittlern verwehrt,
      da Sie bis Dato von nicht wussten! (So einfach ist das!).
      Erst der anonyme Hinweisgeber (der wahrscheinlich beim
      Täter mal zu Hause war, oder schlechtes Gewissen bekommen hat) hat anonym eine Meldung erstattet.
      Vielleicht hat auch „Nachbar/Nachbarin“ von diesen
      Scheusals-Taten etwas mitbekommen und endlich mal gehandelt. Und dann ging alles ganz fix bist zur Haft des
      Mannes.

      Tipp:
      Wenn ihr auch glaubt jemand wird misshandelt,
      ggf. auch aktiv werden und anonym eine Anzeige stellen!
      Die Polizei muss solchen „Meldungen“ nachgehen.
      Lieber eine „Falschmeldung“ tätigen, als „ewige Mitschuld“,
      wenn man was ahnte, aber nie handelte!!! Es geht um
      menschliche „Seelen“ und das „Gute“ in der Welt!

      PS. : (Meine persönliche Meinung) hierzu:
      Das abgebrühte „Arschloch“ sollte man richtig zusetzen!!!
      Das nachfolgende Zitat ist übelst und zynisch von
      dieser menschlichen „Ratte“!

      Zitat:
      „Es war immer so angedacht, dass der Junge definitiv auch
      was davon haben soll.“

      Bereits für diese Aussage könnte Ich den … /Darf ich leider
      nicht schreiben und sagen!

      Sollte mir oder uns der Typ begegnen, seit sicher er würde
      nicht weiter auf Staatskosten irgendwo absitzen…

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        Mauzi


        Danke dir für die Erklärung..
        Genauso ist es..
        Bin ganz deiner Meinung..
        Eine Erklärung warum die Polizei nicht so handeln konnte wie sie es gern gemacht hätte… https://www.focus.de/politik/deutschland/bekaempfung-von-kindesmissbrauch-mangels-vorratsdaten-kinderpornografie-ermittlungen-erschwert_id_8753653.html

        Ich hatte nur keine Lust mich da noch zu rechtfertigen..
        Was das Persönliche angeht.. . Sind da so ein paar Leute, den einer abgeht, wenn sie mich anmachen können.. Aber das geht mir an einen gewissen Körperteil vorbei.
        Ich bin jederzeit bereit zu diskutieren.. lasse mich auch gern vom Gegenteil überzeugen.. ABER ich lasse mich nicht blöd von der Seite anmachen.. Dafür sollten sie sich jemand anders suchen..

        Ich füge mal eine Meldestelle mit ein.. Dort kann man auch Anonym einen Hinweis geben kann.. wenn man Kenntnis von Straftaten hat.. In Fall von Kindesmissbrauch finde ich das wichtig..
        https://www.netzverweis.de/Meldestelle/

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          Mauzi


          Und was das Thema angeht.. Ja.. es ist sehr viel.. ich suche mir die Themen nicht aus.. Es fällt mir selber sehr schwer darüber zu schreiben…. oder bei sehr harten Dingen das nur zu kopieren.. weil ich selber dabei kotze..
          Es sind Abgründe im Internet die ich mir nicht wünsche.. Klar, könnte ich dieses Thema ausklammern.. machen die Anderen ja auch .. aber wird davon 1 Kind geschützt? Wenn man über dieses Thema nicht berichtet.. passiert das dann auch nicht?
          Ich möchte eben auch die andere Seite im Darknet / Internet zeigen.. Menschen sensibilisieren.. vielleicht doch mal das Gehirn einschalten und wenn sie auf solche Seiten stoßen.. das zu melden..
          Wir dürfen da nicht wegschauen..
          Kinder sind das schwächste Glied in unserer Kette. Können sich nicht wehren.. und wenn man solche Eltern hat.. hat man verloren..

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    Marek Meier


    Für sowas wünsche ich mir amerikanische Verhätnisse. Für jeden die Todesspritze und gut ist, oder Arbeitslager den Rest ihrer erbärmlichen Existenz, um für den entstandenen Schaden an der Psyche des Kindes aufzukommen.

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      Pudelmütze


      Mit Verlaub, es gab schon viele „Justiz“irrtümer, welche bei der Todesstrafe, in welcher Form auch immer, nicht wieder gutzumachen wären. Es ist schon gut so wie es ist.

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    Duro


    abgefuckte Bastarde!………….Ihr habt euer recht zu leben verwirkt!

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    BBBB


    kranke scheiße.


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