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Bildquelle: saniknewson

Piraterie-Gigant HiAnime.to verabschiedet sich

Das Portal HiAnime.to hat aufgegeben. Die Hintergründe sind unklar und auch, ob sie nicht bald wiederkommen. Die Gerüchteküche brodelt.

Das Portal HiAnime.to ist noch gar nicht lange online, erst seit 2024. Doch vorher hieß die Seite Aniwatch und Zoro.to, die beide ins juristische Kreuzfeuer der Rechteinhaber geraten sind. Es sei jetzt Zeit sich „zu verabschieden„, heißt es nur noch auf der Website. Streams bietet man keine mehr an. Dabei zählte das Portal über 150 Millionen Besucher im Monat, die sich dort Anime-Serien und Spielfilme anschauen wollten.

Der Vorgänger zoro.to war schon im Jahr 2021 Bestandteil unserer ausführlichen Anime-Liste. Nachdem die die Alliance for Creativity and Entertainment, kurz ACE, im Juli 2023 zoro.to offline nahm, entstand direkt anschließend aniwatch.to.

hianime

Zweifel am Abschied

Bei hianime.to steht nur noch: „It’s time to say goodbye. And thank you for a wonderful journey with great moments.“ Obwohl man die Abschiedsnachricht glasklar formuliert hat, scheinen die Nutzer beim offiziellen Discord-Server und bei Reddit davon nicht so recht überzeugt zu sein. Die Moderatoren und Administratoren warnen die Nutzer immerhin davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Ob man im Hintergrund schon den nächsten Klon hochzieht, um dies demnächst bekannt zu geben?

hianime.to

Nach Angaben von TorrentFreak prüfe man die Angelegenheit derzeit, schreiben die Admins des Discord-Chats. Gleichzeitig fordert man im Reddit-Thread die Anime-Fans dazu auf, nicht in Panik zu geraten und keine unbestätigten Informationen weiterzugeben. Die Macher sind offenbar bemüht, die Lage nicht eskalieren zu lassen. Auch will man vor einer finalen Entscheidung offenkundig keine künftigen Besucher vergraulen. Es ist durchaus denkbar, dass HiAnime.to demnächst unter einem neuen Namen erscheint. Das wäre dann schon die dritte Namensänderung.

Juristischer Druck auf HiAnime.to nahm zu

Das Streaming-Portal für Anime-Werke stand in den letzten zwei Jahren unter erheblichem rechtlichem Druck. So ist beispielsweise die ACE, die Alliance for Creativity and Entertainment, gleich mehrfach gegen die Webseite vorgegangen. Anfang dieses Monats nahm der Druck weiter zu, als der US-Handelsbeauftragte HiAnime.to in seine jährliche Liste der berüchtigten Pirateriemärkte aufnahm. Das ist bei den enormen Besucherströmen auch kein Wunder.

Der Markt für Anime-Produkte floriert, nicht nur der legale. Bei der Vielzahl an Alternativen wird kein Fan lange bei Google & Co. suchen müssen, um sich weiterhin für lau bedienen zu können. Ob das legal und vor allem moralisch richtig ist, die Rechteinhaber leer ausgehen zu lassen, steht hingegen auf einem anderen Blatt Papier.

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Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.