ACE, Alliance for Creativity and Entertainment
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ACE: Piraten-Jäger wollen erneut Inhaber von 29 Domains enttarnen

Die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) hat sich mal wieder an Domain-Registrare gewendet, um Online-Piraten zu identifizieren.

Wie die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) in ihrer Pressemitteilung schreibt, verschickten deren Anwälte erneut DMCA-Vorladungen wegen 29 unterschiedlichen Domains. Die Vorladungs-Runde im März betrifft unter anderem die äußerst populäre Domain ssphim.net, die von Februar 2021 bis Februar dieses Jahres insgesamt über 40 Millionen Besuche verzeichnete. Dazu kommt die Seite watchmovierulz.co, bei der im selben Zeitraum über 25 Millionen Besuche gezählt wurden. Die Top-Besucherländer für die beiden Domains sind bzw. waren Vietnam bzw. Indien.

Erst im Februar hat die ACE 29 Domains erfolgreich enttarnt, wobei mehrere Domains dieser Gruppe jährlich mehr als fünf Millionen Besuche aus den USA und dem Ausland verzeichnet haben. Nach eigenen Angaben ist die ACE bestrebt, wirklich jede erdenkliche Möglichkeit auszuschöpfen, um die digitale Piraterie einzudämmen.

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Dies sagte Karen Thorland, Senior Vice President & Chief of Global Content Protection, Legal. „Wir haben bisher große Erfolge mit DMCA-Vorladungen erzielt und werden dieses Verfahren auch weiterhin als Teil unserer Durchsetzungsmaßnahmen einsetzen.“

Seit 2021 hat ACE das DMCA-Verfahren für Vorladungen genutzt, um verschiedene Pirateriedienste, die Zwischenhändler einsetzen, erfolgreich zu entlarven. Im Rahmen des DMCA beantragt die ACE beim Gericht eine Vorladung für Informationen, die ausreichen, um den rechtsverletzenden Kunden zu identifizieren und so Piraterie-Aktivitäten leichter zu erkennen. Ziel der juristischen Aktionen sind zunehmend Webhoster oder Domain-Registrare. Natürlich hat die ACE Pech, wenn die Daten nicht stimmen oder man Strohmänner eingesetzt hat.

ACE wendet sich an Webhoster & Domain-Registrare

Die Antipiracy-Organisation hat sich nun die Domains von Lookmovie.io und Cuevana3.io vorgenommen, die in der Folge beide offline gegangen sind. Der Erfolg war aber nur von kurzer Dauer. Die Seiten sind nun unter anderen Internet-Adressen wieder verfügbar. Lookmovie wechselte zu lookmovie2.site und Cuevana zu cuevana3.me. Problematisch sind für die Seitenbetreiber die vielen Klone, die bei Google derzeit noch deutlich besser sichtbar sind, als die neuen Original-Seiten. Doch mit den Klonen kämpfen grundsätzlich viele Streaming-Webseiten im Graubereich. Umso bekannter eine Seite ist, umso mehr Klone gibt es.

Schmutzige Tricks bei der Verfolgung von Online-Piraten

Wie TorrentFreak berichtet, wenden die Juristen der ACE mitunter auch billige Tricks an. So will man die Identität der Domain-Inhaber von primewirestatus.org und onionplay.network erfragen, obwohl es dort keine illegalen Inhalte gibt. Auch hat man dort keine aktiven Links gesetzt, die zu Copyright-Verstößen führen würden. Da es in diesem Fall keine Urheberrechtsverletzung gibt, muss die angeschriebene Partei gar nicht reagieren.

Doch da die Piraten die Anfrage nicht im eigenen Namen von ihrem Anwalt hinterfragen lassen können, hat die ACE freie Hand. Sofern der Domain-Registrar nicht genauer hinschaut, wird er die Kundendaten der Domains offenlegen.

Von der Anwendung solch fragwürdiger Methoden seht in den Pressemitteilungen der MPA oder ACE natürlich nichts. Das wäre auch verwunderlich, ehrlich gesagt.

Tarnkappe.info


Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.