Bitcoin-Mining: Spanische Polizei hebt versehentlich illegale Mining-Farm aus

Bei einer Razzia findet die spanische Nationalpolizei statt der vermuteten Marihuana-Plantage eine illegale Bitcoin-Mining-Farm vor.

Die spanische Nationalpolizei hat eine Mining-Farm in Santiponce (Sevilla) zerschlagen. Für das stromintensive Bitcoin-Mining nutzte die Anlage unberechtigterweise den Strom aus dem öffentlichen Netz. Die Mining-Rigs verfügten über leistungsstarke Kühl- und Belüftungselemente für ihren Betrieb. Darüber informierte die spanische Nationalpolizei am 28.01.22 in einer Pressemitteilung.

Die spanische Nationalpolizei führte eine Razzia auf einem Bauernhof in Santiponce, einer Gemeinde in der Provinz Sevilla, durch. Der Verdacht lag zuerst nahe, dass sich in dem infrage kommenden Objekt eine Marihuana-Farm verbergen könnte. Die Polizei hat diesbezüglich erste Ermittlungen zu einer möglichen Marihuana-Indoor-Plantage aufgenommen, die sich, wie sie vermuteten, in einigen der dort angebauten Trakte befinden könnte.

Statt der erwarteten Marihuana-Plantage fanden Ermittler Bitcoin-Mining-Rigs

Als die Beamten dann jedoch die Einrichtung betraten, fanden sie stattdessen moderne Bitcoin-Mining-Rigs vor sowie robuste Kühl- und Belüftungssysteme. Wie die Polizei berichtete, haben die Betreiber der Mining-Farm für die Wartung der eingesetzten Geräte und angesichts der hohen Temperaturen Kühlsysteme und leistungsstarke Industrieventilatoren eingesetzt, um die heiße Luft nach draußen abzuleiten.

Beamte der spanischen Nationalpolizei hoben erste Mining-Farm aus

Die Einsatzkräfte beschlagnahmten infolge insgesamt 21 ASIC-Geräte, die ausschließlich dem Bitcoin-Mining dienten und einem geschätzten Wert von über 31.500 Euro entsprechen. Man geht davon aus, dass sie einen monatlichen Gewinn von 2.500 Euro einbringen könnten. Zudem stellten die Beamten ein weiteres Rig-Mining-Equipment, das man ebenfalls zum Schürfen von Kryptowährungen verwendete, sicher. Dieses könnte einen ungefähren Wert von 13.000 Euro haben und Gewinne von 1.000 Euro pro Monat generieren.

Des Weiteren fand man EVGA-Grafikkarten der RTX 30-Serie vor, die in die Mining-Rig-Designs integriert waren. Bei einigen der Karten handelt es sich zudem um die EVGA RTX 3080-Serie. Nach Angaben der spanischen Polizei konfiszierte man bei der Aktion insgesamt 22 Ausrüstungsgegenstände im Wert von ca. 50.000 Euro.

Außerhalb des Gebäudes stellten die Beamten eine nicht autorisierte Verbindung zum Stromnetz zur Versorgung der Bitcoin-Mining-Geräte fest. Der sehr hohe Stromverbrauch könnte nach Angaben der Techniker des Stromversorgers zu einem monatlichen Stromdiebstahl von 2.000 Euro führen.

Krypto-Farm befand sich in Anfangsphase des Betriebs und war deshalb bisher kaum rentabel

Die Ermittler, die das beschlagnahmte Material analysierten, sind der Ansicht, dass sich diese Aktivitäten in einem frühen Stadium befanden. Das frühzeitige Eingreifen der Polizei hätte diese Aktivitäten bereits zerschlagen, bevor sie sich für die Organisation rentiert hätten. Die Polizei hat den Besitzer des fraglichen Hofes noch nicht identifiziert und ermittelt in der Angelegenheit auch weiterhin.

Wie viele andere Länder hat Spanien keine Gesetze gegen das Schürfen von Kryptowährungen. Bitcoin-Mining ist somit völlig legal. Das kostenlose Abzweigen von Strom aus dem öffentlichen Netz für das Betreiben der Mining-Farm war jedoch illegal.

Tarnkappe.info


Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.