USA: Justizministerium sieht Bedrohung durch Pirateriedienste

Brian Benczkowski, der stellvertretende Generalstaatsanwalt des Justizministeriums der Vereinigten Staaten, hat eine Mahnung ausgesprochen. Die Art und Weise wie Raubkopien online verbreitet werden, sieht der stellvertretende Generalstaatsanwalt als erschreckend an. Vor knapp zehn Jahren waren einzelne Downloads die Regel, sagt Brian Benczkowski. Heute jedoch übernehmen technologisch fortschrittliche multinationale Streaming-Dienste die Führung. Sie generieren gleichzeitig Millionen von Dollar an Gewinnen.


Durch P2P boomte das Filesharing

Ausgehend von ihren relativ einfachen und bescheidenen Wurzeln in den 90er Jahren erlebte das Filesharing um die Jahrhundertwende eine Renaissance. Peer-to-Peer-Technologien, einschließlich des inzwischen allgegenwärtigen BitTorrent-Protokolls, brachten ein großes Problem für die Filmindustrie mit. Zwanzig Jahre später zieht BitTorrent weltweit immer noch Hunderte von Millionen Nutzer an. Aber die sofortige Verfügbarkeit von Streams, einschließlich der Filme, Fernsehserien, Live-TV und Sport, gilt heute als eine der größten Bedrohungen, denen Urheberrechtsinhaber und Vertriebsplattformen ausgesetzt sind.

Brian Benczkowski: Online-Piraterie hat sich gewandelt

In dieser Woche fand in Washington, DC das dreizehnte Treffen der Strafverfolgungs- und Industriebehörden zur Durchsetzung des geistigen Eigentums statt. Dort hat Brian Benczkowski für das US-Justizministerium seine Ausführungen über die dramatischen Veränderungen der Online-Piraterie der letzten zehn Jahre vorgetragen.

„Raubkopierer haben sich von der Vermarktung einzelner Kopien von Filmen, Musik und Software an Straßenecken oder dem Angebot individueller Downloads online zu technologisch fortschrittlichen, multinationalen Streaming-Diensten entwickelt, die Millionen von Dollar an illegalen Gewinnen generieren“ – stellvertr. Generalstaatsanwalt Brian A. Benczkowski.

Während das Online-Streaming von raubkopierten Inhalten nichts Neues ist, hat sich in den letzten Jahren die Professionalität der Anbieter und Vertreiber von Inhalten spürbar verändert. Beispielsweise sellen die vielen illegalen IPTV-Anbieter eine neue Herausforderung dar. Die Ermittlungen werden auch erschwert, weil man die Serverstandorte aufgrund der Content Delivery Netzwerke wie Cloudflare & Co. nicht mehr einsehen kann. Wer wissen will, von wo die Streams ausgehen, muss sich zunächst über ein Gericht an den CDN-Dienstleister wenden. Die Anwälte der MPA können davon ein Lied singen.

Piraterie-fähige Streaming-Boxen, die ihre Inhalte in vielen Fällen aus der Art der von Benczkowski genannten Dienste beziehen, stehen weiterhin ganz oben auf der Tagesordnung. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt verwies auch auf die jüngsten Anklagen gegen acht Einwohner von Las Vegas, die angeblich zwei der größten Plattformen des Landes betreiben.

Raubkopierer umgehen Justizbehörden

Diese Nutzung von Techniken zur Bereitstellung von Inhalten ist ein Anliegen des US-Verteidigungsministeriums. Das deutet darauf hin, dass man weiterhin „High-Impact-Fälle“ verfolgen wird. Brian Benczkowski stellte jedoch fest, dass Änderungen des Gesetzes oder kreative Rechtsstrategien erforderlich sein können, um die Täter zu fassen.

ccam 7lines iptv alibaba„Die bestehenden Gesetze befassen sich nicht immer mit dem Verhalten, das Kriminelle heute an den Tag legen. Oder, anders ausgedrückt, intelligente Kriminelle können versuchen, Folgen zu vermeiden, indem sie neue Techniken oder Sicherheitsmaßnahmen entwickeln, um die Justizbehörden zu umgehen.“

Benczkowski glaubt, dass die Strafverfolgung niemals in der Lage sein wird, das Problem der Internet-Kriminalität alleine durch Strafverfolgung zu lösen. Dennoch glaubt er, dass es durch die Zusammenarbeit und den Ausbau der Beziehungen zu den ausländischen Strafverfolgungsbehörden Fortschritte geben wird.

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Autor bei Tarnkappe

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