Sony Pictures Hack: Nordkorea verantwortlich?

Article by · 2. Dezember 2014 ·

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Nach dem Sony Pictures Hack von #GOP (Guardians of Peace) wurden letzte Woche bislang unveröffentlichte Kinofilme im Umfang von 11 Gigabyte veröffentlicht. Das FBI wurde eingeschaltet. Experten gehen von einer Aktion chinesischer Hacker im Auftrag der nordkoreanischen Regierung aus. Es soll sich dabei um eine Racheaktion für einen geplanten Kinofilm handeln. Darin wird der Machthaber nicht allzu positiv dargestellt.

Die Hacker hatten im Vorfeld angekündigt, brisante Dateien an die Öffentlichkeit zu bringen, sofern man ihre Forderungen nicht erfüllt. Offenbar wollte sich Sony Pictures nicht erpressen lassen, weswegen letzte Woche die Spielfilme “Still Alice”, “Mr Turner”, “Annie” und “Fury” in diversen P2P-Tauschbörsen erschienen sind. Alle Spielfilme sind in bester Qualität und zumeist viele Wochen vor dem Kinostart veröffentlicht worden. Alleine der Weltkriegsfilm “Herz aus Stahl” (Fury) mit Brad Pitt wurde in den ersten Stunden nach Medienangaben über 1,2 Millionen Mal heruntergeladen. In der Bestenliste der in der letzten Woche am häufigsten bezogenen Kinofilme belegte “Fury” bei TorrentFreak Platz 5. Filmstart in Deutschland ist erst der 1. Januar 2015. Andere geleakte Filme sollten dem Unternehmen eigentlich ihre Weihnachtsumsätze bescheren. Da es sich dabei um DVD-Screener handelt, sind beim illegalen Konsum keine Qualitätseinbußen zu verzeichnen. Die Verwendung digitaler Wasserzeichen dürfte in diesem Zusammenhang für keine Aufklärung der Herkunft sorgen.

FBI eingeschaltet

Der Einbruch und die Übernahme eines Firmennetzwerkes stellt nach Aussage eines FBI-Sprechers einen erheblichen Angriff dar. Das FBI setzt nun alles daran, die Verantwortlichen zu identifizieren, um sie ihrer Strafe zuzuführen. Sony Pictures hat zudem das Detektivbüro FireEyes mit privaten Ermittlungen beauftragt.

Racheaktion für Kim Jong Un?

Der Grund für den Angriff soll der Kinofilm “The Interview” mit Seth Rogen und James Franco sein. In diesem Streifen soll ein Fernsehjournalist ein Interview mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un durchführen. Der erste Sekretär der Partei der Arbeit Nordkoreas wird allerdings bei dieser Produktion in ein schlechtes Licht gerückt. Nordkoreas Botschafter Ja Song Nam bezeichnete den Film als “ein unverhülltes Sponsoring von Terrorismus” und einen “kriegerischen Akt“. Bereits im Sommer legte Nordkorea deswegen Beschwerde bei den Vereinten Nationen ein. Weitere Indizien für eine Aktion Nordkoreas: Die beim Hack eingesetzten Tools sollen die gleichen wie beim Hack von südkoreanischen Fernsehstationen sein. Wenn nicht, sollen sie zumindest sehr ähnlich sein. Genauso wie bei den TV-Stationen wurden über gehackte Twitter-Accounts die angeblichen Jahresgehälter führender Manager der gehackten Firmen veröffentlicht. In beiden Fällen hinterliess man zerstörte Firmennetzwerke, die nicht mehr benutzt werden konnten.

Witzig aber wenig PR-wirksam ist auf jeden Fall, dass die Hacker auch Filesharing-Aktivitäten von Firmenmitarbeitern ans Tageslicht gebracht haben. So haben sich Angestellte von Sony Pictures nachweislich diverse Teile der Fernsehserien “Adventure Time” und “Human Planet” über das Internet besorgt, natürlich ohne etwas dafür zu bezahlen.

Bildquelle: Ged Carroll(CC BY 2.0)

 

Video: “The Interview” Trailer German

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2 Comments

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    Womit endlich bewiesen wäre, dass Raubkopierer im Dienste DER KOMMUNISTEN(!!) stehen! Mr Mc Carthy, übernehmen Sie…

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      Lars Sobiraj

      Ich hätte jetzt eher an James Bond gedacht… ;-)


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