Singapur: Straßenlaternen mit Gesichtserkennung

Artikel von · 15. April 2018 ·

Singapur will nächstes Jahr rund 100.000 Straßenlaternen mit Kameras inklusive einer Gesichtserkennung ausstatten. Mit der modernen Technik sollen vorbeilaufende Menschenmengen analysiert und so die Aufklärung von Terroranschlägen aktiv unterstützt werden.

 

„Laternen als Plattform“. Im Jahr 2019 soll dieses Pilotprojekt in Singapur starten.

Die zuständige Behörde Government Technology Agency of Singapore (GovTech) teilte mit, dass mehr als 100.000 Straßenlaternen in naher Zukunft mit verschiedene Sensoren an den Masten montiert werden sollen. Darunter befinden sich Kameras und Überwachungskameras zur Gesichtserkennung. Mehrere Unternehmen aus Singapur und China haben bereits Interesse signalisiert. Ein GovTech-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters:

„Die Technik kann verwendet werden, um Menschenmengen zu analysieren und die Aufklärung von Terroranschlägen zu unterstützen.“

Was in Singapur noch ein Pilotprojekt ist… ist in China schon Normalität. High Tech-Infrastruktur und ein perfekter Polizeistaat, der derzeit in China schon zum Alltag gehört. An den sich die Chinesen gewöhnt haben, weil sie es nicht anders kennen.

In China läuft das Projekt unter dem Namen „Golden Shield„. Darunter fallen beispielsweise zwei Millionen Überwachungskameras allein in der Stadt Shenzhen und deren Vernetzung, die Implementierung und Weiterentwicklung von Software zum Erkennen der Gesichter, die mit diesen Kameras ständig aufgenommen werden. Dies geschieht mit Hilfe des US-Unternehmens L-1 Identity Solutions. Die Technik erlaubt das automatische Erkennen von vielen Personen auf kleinstem Raum. Und von Personen, die schnell rennen, was sofort als verdächtig eingestuft wird. Die Auflösung der Kameras ist gut genug für die Gesichtserkennung.

IBM installiert sein „Smart Surveillance System“ im chinesischen Beijing, Cisco hilft mit bei der zentralen „Great Firewall“, die alle Zugriffe nach außerhalb des Landes kontrolliert und protokolliert.  Yahoo liefert die Identität von (bei der Regierung unbeliebten) Yahoo-Mail-Nutzern an die Behörden.

Natürlich gibt es für die Regierung auch keine Limitierungen beim Abhören und Auswerten von Telefongesprächen, E-Mails, Chat-Messages, Handy-Bewegungsprofilen, maschinen-lesbaren Ausweisen (auch über RFID, d.h. kontaktlos) etc. Alle Internet-Cafés mussten schon vor einiger Zeit Kameras installieren und mithilfe der National-ID des Kunden eine Identitätskarte ausstellen, mit der detailliert verfolgt werden kann, wer was im Internet tut.

Solche Software steht auch im Westen zur Verfügung, zum Beispiel von Siemens. Da ist es eine Frage von Zeit und einer entsprechenden Gesetzesänderung, bis sie zum Einsatz kommt. Da wäre selbst der Schritt zur flächendeckend Messung von Temposünden bei Fahrzeugen in Anbetracht von eCall & Co. nur ein kleiner.

Quelle Beitragsbild, thx! (CC0 1.0)

Mehr zu diesem Thema:


    Schreib einen Kommentar