Kurzmeldung: Jugendliche können kein Filesharing?

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Bild nrkbeta - (CC BY-SA 2.0)

Medienrecht & Filesharing. Rechtsanwalt Karsten Gulden zitiert auf seinem Blog den Schriftsatz der Gegenseite, wonach behauptet wird, ein Jugendlicher wäre nicht dazu in der Lage, eine Tauschbörsensoftware zu installieren, um ein PC-Spiel vollständig herunterzuladen. Man will zur Untermauerung vor dem Amtsgericht Frankenthal sogar das Gutachten eines Sachverständigen einholen.

Schüler können kein Filesharing?

Offenbar ist in manchen Rechtsanwaltskanzleien im wahrsten Sinne des Wortes die Zeit stehen geblieben. Vor dem AG Frankenthal (Rheinland Pfalz) soll wahrscheinlich demnächst ein Gutachter belegen, dass ein 13- oder auch 15-jähriger Jugendlicher nicht dazu in der Lage sein soll, einen Peer-to-Peer-Client zu installieren. Im vorliegenden Fall ging es offenbar um die nicht erlaubte Verbreitung eines PC-Spiels. Karsten Gulden hinterfragt völlig zurecht, ob die gegnerische Kanzlei diese Aussage mit allen Sinnen vorgetragen habe. Gulden freut sich geradezu auf das Ergebnis des Gutachters.


Wenn sich jemand mit der Technik von heute auskennt, ist dies bekanntlich die Generation, die mit ihr aufgewachsen ist. Von daher kann man die Aussage der Rechtsanwaltskanzlei (mit den Ansichten aus der Steinzeit) nur schwerlich verstehen. Von dritter Seite rät man Gulden, den Beweisantrag der Gegenseite auf jeden Fall zu prüfen. Der Anwalt hat nach eigenem Bekunden großes Interesse am Gutachten. Das haben wir übrigens auch.

Übrigens: Auch wir von der Tarnkappe würden gerne wissen, warum ausgerechnet Jugendliche mehr Probleme mit Filesharing-Programmen haben sollten als Erwachsene.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

23 Kommentare

  1. mario sagt:

    die jugend von heute :P
    hauptsache sie wissen wie man pornos findet.

    aber mal ehrlich: sollte es so sein, dann halte ich das in keinster weise für falsch. im gegenteil. wenn jugendliche mehr rausgehen anstatt vor dem rechner zu sitzen und sich mit so einem kram beschäftigen, dann kann ich das nur gutheißen.

  2. Esther sagt:

    Das hat mich jetzt doch noch interessiert: RA Gulden ist nicht der Depp, sie Gegenpartei hat angenommen eine 13-jährige (die noch nicht bestraft werde kann) könne ein bestimmtes Spiel nicht heruntergeladen haben, das müsse ein Erwachsener – die Inhaber des Anschlusses – gewesen sein.

    https://www.infodocc.info/maedchen-spielen-keine-autorennen/

    Ich meine zwar auch, dass so manche 13-jährige das durchaus kann – aber es ist auch naheliegend die Verantwortung vor Gericht einem Kind zuzuschieben, das nicht bestraft werden kann. Ein Kind kann aber durchaus Schadenersatz leisten müssen – das wäre gar nicht so harmlos und auch nicht im Interesse der Kinder. Außerdem sind solche Seiten eindeutig illegal und Eltern haben eine Aufsichtspflicht. (Ich lebe zwar auch in der Angst, dass einer meiner Jungs mal Mist baut, aber das Problem sind Seiten, denen man gerade nicht ansieht, ob sie legal oder illegal sind.)

    Esther

  3. Esther sagt:

    Worum geht es da eigentlich? Will der Anwalt dieses Jugendlichen belegen, dass sein Mandant das nicht selbst getan haben kann? Oder will der Anwalt eines Verlegers nachweisen, dass ein Erwachsener in Umfeld des Jungen zur Verantwortung zu ziehen ist?

    So wie Lars es beschreibt ist der Anwalt ein Idiot. Vielleicht hat er aber auch eine nicht ganz so idiotische Absicht.

    Rein technisch können das sicher viele 13- und noch mehr 15-jährige. Da geht es aber nicht um Bücherseiten, auf die man schnell mal per google gerät. So etwas ist auf für ältere Kinder erkennbar verboten und da haben Eltern eine Aufsichts- und Erziehungspflicht. Da ist auch zu bedenken, dass ein Jugendlicher sich ab 14 damit einen beträchtlichen Teil seines Lebens nachhaltig versauen kann, weil er jahrelang für Gläubiger arbeitet.

    Esther

  4. Elangs sagt:

    Das ist Anwaltssprache. Bestritten wird ja vieles gern im Vortrag.
    Eigentlich sorgt das erst einmal dafür, dass der Gegner beweisen muss.
    Also, erst mal abregen, warum der Anwalt Gulden das so hoch hängt, verwundert mehr.
    Der müsste es eigentlich am besten kennen.

  5. tatlidana sagt:

    Es lässt sich sicherlich ein Gutachter mit demselben Pfosten im Kopf finden, der bestätigt, dass Kinder nicht in der Lage wären, p2p zu betreiben.

  6. Tarnkappe_Mysterion sagt:

    !!!Warnung!!!

    Es gibt einen neuen Virus, namens „RAUBKOPIE“. Wenn du „Raubkopie“ bekommst, von deinen Kollegen, deinem Chef oder sonst woher, rühre „Raubkopie“ auf KEINEN Fall an!!!
    Der Virus „Raubkopie“ eliminiert dein komplettes Privatleben! Nimm deine Jacke sowie 3 Freunde und gehe direkt auf den nächsten Weihnachtsmarkt! Dort bestellst Du 4x Glühwein ! Wenn Du dies 15 mal wiederholt hast wirst du feststellen, dass du „Raubkopie“ vollständig aus deinem Gehirn gelöscht hast. Leite diese Warnung an mindestens 5 Freunde weiter. Solltest du feststellen,dass Du keine 5 Freunde hast, bedeutet dies, dass Du bereits infiziert bist und der Virus „Raubkopie“ dein Leben schon voll unter Kontrolle hat.

  7. Hospital sagt:

    Die heutige Jugend kann in der Tat zu blöd dazu sein. Die meisten können ja nichtmal Windows richtig bedienen.

  8. star sagt:

    … gibt ja wohl genug faq’s bei googlen.

    https://www.youtube.com/watch?v=7noDxeKBnRk

    das kann selbst ein analphabet :D

  9. Tarnkappe_Mysterion sagt:

    Ich weiß bis heute nicht wie es meine Tochter geschafft hat mit 8 Jahren ein Cro-Album über Torrent herunterzuladen.

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