Drachenlord verübte weitere Körperverletzung kurz vor seinem Urteil

Von Reue oder Einsicht keine Spur. Drachenlord kommentierte in einem geleakten Video die gewalttägige Auseinandersetzung mit zwei Hatern.

Drachenlord, Rainer Winkler
Bildquelle: Drachenlord, thx!

Drachenlord: „Und hier zack boom, Alter“

Der YouTuber Rainer Winkler aka Drachenlord hat sich erneut von zwei Hatern provozieren lassen. Am Rande seines Grundstücks kam es zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen. Diese mündeten letztlich in einer Prügelei. Am Ende versuchte ein Anwohner die Situation zu klären.

Die Szene wurde offenbar von einer von Winklers eigener Kameras gefilmt und im Nachhinein von ihm kommentiert. Das Video wurde am 09. September, also mehrere Wochen vor seinem Prozess in Nürnberg, aufgezeichnet. Von Reue oder Selbstkritik ist in Winklers Video-Kommentaren leider keine Spur. Für ihn ist es offenkundig nur entscheidend, sein Grundstück zu verteidigen. Und auch, wer den ersten Schlag vollzogen hat. Seine Reaktion, also auch zu schlagen, sieht er offenbar als gerechtfertigt an.

„Dann habe ich richtig drauf geprügelt“

Der ungebetene Besucher hat Strafanzeige gestellt, was für den Drachenlord bei der anstehenden Berufung mit negativen Konsequenzen verbunden sein könnte. Auf dem Video sind nur wenige Personen zu sehen. Ob der Geschlagene somit gegen die verlängerte Allgemeinverfügung der Gemeinde verstoßen hat, die besagt, dass es zu keinen Menschenansammlungen jenseits von acht Personen kommen darf, ist unklar.

Tweet oben: Das geleakte Video, was der Drache selbst aufnahm und kommentierte.

Haider wollen Winkler im Gefängnis sehen

Laut Paragraf 46 StGB ist bei der Strafbemessung eines Angeklagten auch sein Verhalten nach der Tat, besonders sein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen, sowie das Bemühen des Täters, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen, zu berücksichtigen. Wenn vor Gericht ein derartiges Fehlverhalten bekannt würde, kann sich dieses auf den Ausgang des Berufungsverfahrens auswirken. Dann hätten die Hater genau das erreicht, was sie erreichen wollen: nämlich die maximale Strafe für den Drachenlord. Daneben wird die Staatsanwaltschaft prüfen müssen, ob sie die Anzeige des von der Gewalt betroffenen Haters verfolgen wird, schließlich ist Herr Winkler dort kein Unbekannter mehr.

Kommentar: Das Opfer ist auch ein Täter!

Andererseits muss dabei ebenfalls hinterfragt werden, was der an der Prügelei Beteiligte dort zu suchen hatte. Nach den uns vorliegenden Informationen ist er kein Anwohner. Niemand hat ihn dazu gezwungen, vor dem Grundstück vom Drachenlord zu stehen. Auch ist es nicht seine Aufgabe, Rainer Winkler bis zur Weißglut zu reizen, damit sich dieser endlich mal wieder falsch verhält und eine weitere Straftat begeht.

Drachenlord
Der Nachbar kommt mit seinem Traktor an.

Ja, zugegeben, der Drachenlord hat selbst immer wieder dazu beigetragen, dass er nicht in Vergessenheit gerät. Wer ständig zündelt und Öl ins Feuer gießt, muss sich nicht wundern, wenn es brennt. Es brennt mittlerweile lichterloh, was sich auch bei den gestiegenen Video-Views und somit bei seinen Einnahmen zeigt. An der moralischen Verwerflichkeit des digitalen Mobs, der keine Gelegenheit auslässt, um Winkler zu demütigen, ändert das freilich nichts.

Glosse, Tisch mit Papieren

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In unserer öffentlichen Telegram-Gruppe äußerte sich ein Teilnehmer höchst kritisch zum Sachverhalt. Er fragt sich, wie erfüllt bzw. „erfolgreich“ das Leben der Hater aussehen muss, wenn sie sich in ihrer Freizeit mit solchen Dingen beschäftigen. Statt sich mit einem notorisch Unterlegenen aufzuhalten, „könnte man ja auch mal etwas Produktives anfangen“, schrieb er.

„Der Mann hat nichts davon verdient. NICHTS.“

Nils Pickert äußerte sich nach Sascha Lobos Beitrag bei SpOn bei Twitter: „Das Mittelpunktsbedürfnis von Winkler ist vollkommen irrelevant. Dieser Mob braucht nur Anlässe, keine Gründe, um Winkler bis aufs Blut zu reizen und zu erniedrigen. Der Mann hat nichts davon verdient. NICHTS. Niemand hat das Recht, ihn so zu behandeln und das sollten Sie wissen.“ Der Aussage haben wir nichts mehr hinzuzufügen, das trifft es auf den Punkt.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.