Der Jahresrückblick 2021

Jahresrückblick 2021

Der Jahresrückblick der Tarnkappe blickt noch einmal auf ein paar der wichtigsten Themen, die 2021 passiert sind.

Nehmt euch eine Tasse Kaffee oder fünf und setzt euch bequem hin. Die Tarnkappe gibt einen kleinen Überblick darüber, was 2021 passiert ist. Überdauern werden viele Dinge aus dem vergangenen Jahr. Weiterhin begleiten wird uns vermutlich Corona, dessen Auswirkungen noch lange andauern werden. Corona gab vielen Regierungen, auch der Bundesregierung und der EU, Gelegenheit, Überwachung noch mehr auszuweiten und Grundrechte weiter einzuschränken. Die schon totgeglaubte Vorratsdatenspeicherung hat daher ebenso einen Platz in diesem Jahresrückblick als auch in den nächsten Jahren.

Liebling deutscher Innenminister

Auch wenn der deutsche Justizminister Buschmann beteuert, er würde die Vorratsdatenspeicherung gerne beenden, so mag ich ihm keinen Glauben schenken. Zu sehr sitzt noch die „Enttäuschung“ über 16 Jahre CDU in der deutschen Bundesregierung, mit ihr all die Lügen und falschen Versprechungen. Man mag es mir also verzeihen, wenn ich Nachrichten wie diese eher vorsichtig betrachte. Ähnlich wie ein Herr Buschmann tönte damals übrigens ebenso ein Herr Maas, der seinerzeit auch zuerst die VDS ablehnte, da sie – welch Überraschung – gegen das Grundgesetz verstößt. Später dann wurde er zum Verfechter der anlasslosen Speicherung und versuchte immer wieder, sie durchzudrücken.

Doch nicht nur das ewige Getue um die Vorratsdatenspeicherung setzte sich im Jahr 2021 fort. Auch die Überwachungsgelüste der EU, die selbst in den letzten Momenten der sterbenden Groko-Bundesregierung weiter angefeuert wurden, werden uns vermutlich noch eine gute Weile beschäftigen. So geht der Kampf der EU gegen sichere Verschlüsselung, im Speziellen E2E-Verschlüsselung, nach wie vor weiter und förderte im vergangenen Jahr einige Dinge zutage, die natürlich hiermit ebenso Platz in diesem Jahresrückblick finden. Denn der EU ist die E2E-Verschlüsselung bereits seit einigen Jahren ein Dorn im Auge.

Die EU und deren Kampf gegen sichere Verschlüsselung

Ein passendes Zitat zu den Machenschaften der EU kam von einer ebenso passenden Persönlichkeit:

Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.

Jean-Claude Juncker, ehem. Präsident der EU-Kommission von 2014-2019, Zitat aus DER SPIEGEL, 52/99

Die Pläne zur Illegalisierung von E2E-Verschlüsselung sind zusammengefasst im Begriff Chatkontrolle 2.0. Die EU will Chat- und Messenger-Providern vorschreiben, private Chats, Nachrichten und E-Mails automatisiert, anlasslos und flächendeckend zu durchsuchen. Die Killerbegründung für solche Dinge lautet immer entweder Kinderpornographie, Terrorismus oder diffuse „schwerste Straftaten“; letztere Hyperbel wurde vorzugsweise von deutschen Innenministern gebraucht, wenn man einen Grund für Überwachung des Volkes gesucht hat. Auch wenn es den Begriff „schwerste Straftaten“ so nicht gibt, denn das deutsche Gesetz kennt nur schwere Straftaten – egal!

Apples Kinderporno-Scanner

Kinderpornographie ist natürlich auch der Grund, warum Apple seine Geräte und iCloud anlasslos durchsuchen wollte. Wie lief das so? Nicht so gut, das Echo der Medien und Verbraucherschützer war katastrophal. Schnell wurde wieder zurückgerudert. Daher findet sich auch Apple in diesem Jahresrückblick mit unguten Nachrichten wieder. Grund für die Schnapsidee Apples war übrigens, dass der Technikgigant laut einer Untersuchung anscheinend einer der Hauptumschlagplätze für Kinderpornographie sei.

Eine gute Nachricht über Apple muss ich dann allerdings doch hier mit einbringen. Nach langem Kampf gegen freie Reparaturwerkstätten sieht es so aus, als habe sich das Blatt gewendet. Apple gab bekannt, dass sie vorerst für iPhone 12 und 13 und danach auch für Macs mit M1-Chip Reparaturanleitungen bereitstellen werden. Der Service soll im Laufe des Jahres 2022 verfügbar sein.

Das NetzDG und Pimmelgate im Jahresrückblick

Wir bleiben aber vorerst noch in der Netzwelt, denn es ist einiges zu beklagen. Das ebenfalls leidige Thema NetzDG und Zensur im Netz werden leider immer allgegenwärtiger. Längst ist das eigentlich in Deutschland undenkbare, da vom Grundgesetz verbotene Unding Zensur zur neuen Normalität geworden. Man mag hier einwerfen „Aber kump, es dient dazu, Hasssprech im Netz schneller zu entfernen! Es geht hier nur darum, bereits bestehende Gesetze umzusetzen!“ aber das Problem liegt in der schwammigen Definition, was denn nun genau Hassrede ist. In diesem Zusammenhang weise ich gerne auf das Pimmelgate hin:

Aber nicht nur das Pimmelgate ist in dieser Sektion Teil des Jahresrückblicks. Im Zusammenhang mit „Hassrede“ gab es auch davor schon Hausdurchsuchungen wegen Äußerungen, die meiner Meinung nach nicht mal der Rede wert sind. Natürlich muss gegen Todesdrohungen etc. vorgegangen werden, aber das ging vorher auch schon. Das NetzDG ist in seinem Grundsatz ein Zensurmechanismus, welchen Anbieter wie YouTube nur allzu gerne nutzen.

Als Beispiel seien die weitgehend grundlosen Löschungen der Kanäle von Henryk M. Broder (AchGut) sowie des Projektes #allesdichtmachen genannt. Ebenso zum neuen „Feel Good„-YouTube passend wurde die Anzeige der Dislikes deaktiviert und in einem letzten Schritt wird der Button vollständig deaktiviert und entfernt. Als Randnotiz hat in diesem Jahr übrigens Twitter genau einen solchen Knopf eingeführt.

Telegram als Sündenbock für deutsche Politikverfehlungen

Wir sind immer noch beim NetzDG, gegen das übrigens noch Klagen laufen. Die deutsche Politik beklagt sich nun über Telegram. Illegale Inhalte und Hasssprech würden nicht gelöscht werden. Hauptanstoßpunkt sind im Falle Telegram angebliche Morddrohungen gegen Sachsens Ministerpräsident Kretschmer. Ein weiterer Punkt, der sehr unliebsam erscheint, ist die große Ansammlung an Querschwurbelnazis (cum grano salis). Leute sitzen in Chatgruppen und tauschen sich aus? Ohne Kontrolle der Politik? Undenkbar.

Interessant am Fall Telegram ist übrigens, dass es momentan über ca. 500 Millionen aktive Nutzer verfügt. Dennoch sieht die deutsche Politik hier nur einen klitzekleinen Teil und reduziert den gesamten Messenger auf eine angeblich demokratiefeindliche Minderheit. Dass für eine Demokratie ein Ort zum Austausch unerlässlich ist, ist den deutschen Politikern komplett fremd; hier bewegen wir uns klar in eine totalitäre Richtung.

Wegen Hass im Netz bekam das Unternehmen, das in Dubai ansässig ist, Post mit einer Bußgeldforderung in Millionenhöhe. Wenig überraschend wurde die Forderung ignoriert. Wer allerdings auch außerhalb unserer Telegram-Gruppe (die vorzüglich moderiert wird) in dem beliebten Messenger unterwegs ist, weiß, dass illegale Inhalte sehr schnell von der Bildfläche verschwinden. Auch mit Nutzerkontensperrungen und -löschungen geizt die Administration von Telegram nicht.

Kryptomärkte im Rückblick

Eine der Kuriositäten, die mich 2021 besonders beeindruckten, war der kleine Kryptohamster Mr. Goxx, der dank eines modifizierten Käfigs mit Kryptodevisen handeln konnte. Sein deutscher Besitzer entwarf den Käfig eigens für den kleinen Profitrader und dokumentierte seine Fortschritte auf Twitch und Twitter. Leider verstarb er kürzlich.

Die Kryptomärkte konnten 2021 als ein turbulentes Jahr verzeichnen, und so möchte ich kurz einige Dinge mit in den Jahresrückblick einbringen. Das Jahr brachte zwar nicht die Technik an sich, aber die Popularität in den NFT-Bereich. Vielerseits als Scam verschrien, sind sie dennoch eine interessante Sache, die für die Zukunft vielleicht noch relevant sein könnten. Auch die EU wird mehr und mehr auf die Kryptobörsen aufmerksam und wünscht sich mehr Regulierung. Beispielsweise sollen, wenn es nach dem Willen der Mitgliedsstaaten geht, Kryptohandel vollständig transparent werden. Eigene Kryptowallets sollen verboten werden.

Omikron und Chinas Kryptoverbote

Aus Angst vor der aktuellen Variante des SARS-CoV-2, Omikron, und eines möglichen Verbots sämtlicher Kryptowährungen in Indien sind die Kurse stark gefallen und machen momentan zumindest keine Anstalten, auf prä-Omikron-Werte zurückzusteigen. China hat bereits seit einiger Zeit die Nase gestrichen voll von Kryptominern und den dazugehörigen Serverfarmen. Kurzerhand wurden Verbote ausgesprochen, Farmen geräumt und Hardware vernichtet. Leute wurden erwischt, wie sie off-grid Bitcoins schürften. All das setzte den Märkten etwas zu. Eine gute Nachricht war jedoch das Erscheinen des ersten Bitcoin-Futures-ETF, den die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC im November genehmigte. Unter anderem auch deswegen erreichten Bitcoin als auch Ethereum neue Höchstwerte.

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Die Liste ist nach Zugriffen sortiert.

Das war es nun schon wieder mit dem Jahresrückblick 2021. Wir hoffen, es war interessant zu lesen und dass ihr auch weiterhin treue Leser bleibt. Im Namen des gesamten Teams von Tarnkappe.info wünsche ich euch ein frohes Neues Jahr und bleibt gesund!

Tarnkappe.info