Depfile.com: Betreiber in vier Nationen verhaftet

Der Betreiber von Depfile.com wurde vor einigen Tagen in Thailand festgenommen. Dem 30-jährigen Mann aus der Republik Moldau wird die Verbreitung von kinderpornografischen Werken auf Depfile.us und Depfile.com vorgeworfen. Insgesamt wurden zeitgleich vier Verdächtige in Moldawien, Bulgarien, Thailand und den Niederlanden verhaftet. Die Behörden haben außerdem den Zugang zu den in Holland gemieteten Servern gesperrt.

Der mutmaßliche Betreiber von Depfile.com, Serghei Cependiuc aus Moldawien, wurde vor einigen Tagen in seiner Wahlheimat Thailand im Landkreis Amphoe Thap Sakae verhaftet. Er lebte dort in seinem Haus zusammen mit seiner aus Thailand stammenden Ehefrau. Der Haftbefehl wurde bereits am 08. Mai ausgestellt. Der Sitz der Betreibergesellschaft befand sich in den karibischen Inseln, was die Ermittlungen offenbar verzögert hat. Cependiuc wird vorgeworfen, kostenpflichtige Premium-Accounts für Depfile.com verkauft zu haben, auf deren Servern kinderpornografische Werke vorgehalten wurden. Die Behörden haben den Zugang zu beiden Domains zeitgleich zur Verhaftung abgeklemmt. Die Verhaftung war Teil einer gemeinschaftlichen Aktion mehrerer Behörden. Nach Informationen der Bangkok Post wurden zeitgleich drei weitere Verdächtige in den Niederlanden und Bulgarien verhaftet. Außerdem wurde zur gleichen Zeit Alexander Osadcii in Moldawien festgenommen.

Im Vorfeld hatte die holländische Polizei die thailändischen Behörden darüber informiert, dass die bisherigen Indizien dafür sprachen, dass Herr Cependiuc einer der Administratoren des Sharehosters sein soll. Seit 2009 hielt sich der Verdächtige immer wieder über mehrere Wochen hinweg in Thailand auf, wo auch seine Frau lebt. Vor der erfolgten Festnahme wurden in Thailand erfolglos sechs weitere Räumlichkeiten auf der Suche nach dem Betreiber durchsucht. Cependiucs Computer und alle technischen Geräte wurden im Rahmen der Razzia beschlagnahmt.

Nach Angaben der örtlichen Medien soll Depfile.com (depfile.us) mit dem Verkauf der kostenpflichtigen Abos pro Jahr durchschnittlich einen Umsatz von 3.89 Millionen US-Dollar erzielt haben. Angeblich habe die Betreibergesellschaft so zwischenzeitlich insgesamt 123 Millionen US-Dollar generiert, die Schätzungen der Behörden sind aber bekanntlich oft höher als die tatsächlichen Umsätze. Derartige Straftaten können in Thailand mit Freiheitsentzug von vier bis sechs Jahren geahndet werden. Dazu kommen weitere Straftaten im Zusammenhang mit Cyberkriminalität, die noch untersucht werden. Die jetzigen Untersuchungen sollen zudem ergeben, ob gegen den Angeklagten weitere Anklagepunkte erhoben werden. Für den deutschsprachigen Warez-Sektor bleibt die Razzia ohne Folgen, Depfile war hierzuland nie ein größerer Player im Graubereich.

 

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

9 Kommentare

  1. korrektivum sagt:

    vielleicht sollten die herrschaftren vorm kommentiren erst mal den artikel lesen.

    im falle von depfile soll einer der 3 admins und mitbesitzer das fragliche material selbst hochgeladen haben.

    das ist etwas anderes, wie nur zu spät auf beschwerden zu reagieren.

    und das ist übrgiens der normalfall, so funktionieren alle warez seiten im web.

    auch bei fällen wie “ftp-welt” oder bei “mega” waren es stets die firmen selbst, die illegales material auf ihre eigenen server hochgeladen haben.

    im falle von urheberrechtsverletzungen stellt das betrug dar, solche inhalte gegen bezahlung öffentlich anzubieten, und betrug ist in den meisten ländern ein offizialdelikt. will sagen, dazu braucht es nicht mal eine anzeige von einem rechteinhaber.

    im falle von videofilmen, in denen 5-jähige vergewaltigt werden, endet jeder inhatliche diskurs über die frage, wann und wie das irgendwie doch noch okay sein kann.

  2. ManWithNoName sagt:

    Keine Ahnung, was ich von dieser Meldung seitens “depfile” halten soll?

    – May 31, 2018
    We apologize for the malfunction of DepFile cloud storage.

    Soon cloud storage service will work at a new level.
    Using the technologies of p2p, crypto & blockchain.

    We are happy to welcome the right-holders, musicians and content owners on new cloud storage with best affiliates programs with fastest daily payouts in the market.

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    BITCOIN: 1KjN1An1AthatcadbWBoUsgAe9k1eboMYj
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    We promise to create a better and more secure file sharing and storage service.

    For cooperation, support and co-creation send us messages to:

    Email: [email protected]
    Jabber: [email protected]
    ICQ: 645218
    Telegram: (coming soon)
    Line: (coming soon)
    Viber: (coming soon)

    Viell. kommen die doch noch mal zurück. Denn wie heißt es so schön “totgesagte leben oft länger”! ;)

  3. ImTheOneWhoKnocks sagt:

    Sieht sehr stark nach Vorwand aus, das FBI ist ja momentan ganz rabiatt, wenns ums Copyright geht…

  4. Einer sagt:

    Leider ist das mal wieder nur ein total allgemeines Statement von Seiten der Behörden.
    Praktisch alle Filehoster und Clouddienste können für diesen Dreck missbraucht werden.
    Die Frage die mich interressieren würde ist, ob Depfile diese Werke nicht Offline genommen hat auf Anfrage der Behörden über Abuse Meldung?
    Haben sie die Werke nicht offline genommen wäre die Anschuldigung rechtens. Haben sie jedoch diesen Dreck auf Anfrage gelöscht kann man ihnen dies nicht wirklich vorwerfen da man es nun nicht einmal beeinflussen kann was die User hochladen.
    Ich vermute mal eher die KiPo Geschichte wurde nur als Vorwand benutzt um rechtlich dagegen vorgehen zu können, was aber wiederum auch besagt dass es auf die selbe Weise jeden anderen Pornfilehoster oder auch normalen Filehoster wie Share-Online treffen könnte.


    • Ob das nur ein Vorwand war, habe ich mich auch gefragt, stimmt.

    • JM sagt:

      Die Gerüchte gab es ja schon seid Jahren auf wjunction und co.
      https://www.wjunction.com/threads/depfile-child-porn-why-does-no-authority-act-or-stop-them.209817/

  5. BrainwashedSociety sagt:

    Wenn jemand auf Youtube Kipo hochläd, dann wird Susan Wojcicki auch verhaftet?

    • Ronny sagt:

      Du kannst auf YouTube kein Porn uppen, da deren Scanner dies schon rausfiltert.

      • David sagt:

        Sicherlich weißt du „Ronny“, dass man in 53 Ländern von der nationalen Youtube-Kennung (z. B.: youtube.de) auf “Youtube.COM” umgeleitet wirst. Auf den anderen sind gesperrte Inhalte weiterhin sichtbar. Natürlich braucht man einen VPN des jeweiligen Landes, aber so einfach geht es. Hinsichtlich der Verbreitung international verbotener Inhalten ist Google deutlich strenger. Diese Inhalte werden fast ohne Ausnahme gelöscht, mit Ausnahme von Videos die länger als 300 Min. lang oder 15 GB groß sind. Die Sperrung von „Depfile. com„ ist sicherlich durch die US-Behörden beschleunigt worden, da wie bereits erwähnt der Schutz des Copyrights in den USA das höchste durch die US-Behörden verteidigte Grundrecht ist.

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