Befragung von Julian Assange auf eigenen Wunsch verschoben

Article by · 13. Oktober 2016 ·
Foto: Laurel L. Russwurm, thx! (CC BY 2.0)

Wikileaks Wallpaper von Laurel L. Russwurm, thx! (CC BY 2.0)

Die Befragung von Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London wird sich weiter verzögern. Die Befragung zu den Vergewaltigungsvorwürfen einer Schwedin ist auf seinen Wunsch hin auf den 14. November verlegt worden. Eigentlich sollte das Verhör nächsten Montag stattfinden.
Die Verschiebung des Termins teilte am gestrigen Mittwoch die Staatsanwaltschaft in Ecuadors Hauptstadt Quito mit. Wikileaks-Mitbegründer Assange habe die Verschiebung schriftlich beantragt, um die Verteidigung seiner Person und seiner Rechte zu gewährleisten, heißt es in der Erklärung.

Das Verhör durch die Staatsanwaltschaft könnte den langjährigen unfreiwilligen Aufenthalt in der dortigen Botschaft helfen zu beenden. Die schwedische Justiz will ihn zu den Vergewaltigungsvorwürfen im Jahr 2010 befragen, die Assange abstreitet. Nach seinen Angaben seien die Anschuldigungen politischer Natur, es handelte sich damals nach seinen Angaben um einvernehmlichen Sex. Die restlichen Vorwürfe sind bereits verjährt.

Hintergrund: Der Verdächtige flüchtete sich im Juni 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London, nachdem er in Großbritannien erfolglos alle Rechtsmittel gegen einen Antrag Schwedens auf seine Auslieferung ausgeschöpft hatte. Im Fall einer Festnahme befürchtet Assange, letzten Endes an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen Geheimnisverrats womöglich sogar die Todesstrafe droht.

john podesta clinton wikileaksErst letzten Freitag hat die Enthüllungsplattform Wikileaks mehr als 5.000 E-Mails des gehackten E-Mail-Kontos von Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta veröffentlicht, die gezielt nach Stichworten durchsucht werden können. Podesta beschuldigte Russland, hinter der Cyberattacke zu stecken. Julian Assange hatte erst letzte Woche angekündigt, brisante Dokumente zu veröffentlichen, die den Präsidentschaftswahlkampf entscheidend beeinflussen sollen. Die Wahl findet in den USA in vier Wochen statt.

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5 Comments

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    SAMS

    Der wird zu 100% an die USA sofort ausgeliefert und die Todesstrafe jop das denke ich bekommt der in den USA das ist Volksverrat Manning war nur ein Handlanger mehr nicht!

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    Leser

    Assange hatte 4 Jahre Zeit, sich um seine angemessene juristische Repräsentation und Verteidigung zu kümmern. War das nicht Zeit genug? Eher ein Manöver, damit er sich in zeitliche Nähe zum US Wahlkampf in die Schagzeilen bringt.

    @Lars: „Das Verhör durch die Staatsanwaltschaft könnte den langjährigen unfreiwilligen Aufenthalt in der dortigen Botschaft helfen zu beenden.“

    Fehler eins: Assange ist freiwillig in die Botschaft gegangen und freiwillig dringeblieben. Also ist sein Aufenthalt dort freiwillig.

    Fehler 2: Inwiefern kann diese Befragung dazu beitragen, den Aufenthalt zu beenden? Assange kann jederzeit rausgehen. Allerdings droht ihm dann noch in derHaustür die Verhaftung durch britische Behörden, weil er vor 4 Jahren gegen britische Kautionsbestimmungen verstossen hat, indem er nicht zu den angesetzten Terminen erschienen ist. Damit droht ihm – nach seinen eigenen Worten (!), die Briten wollen einfach nur ihre Verfahren abschließen – die Auslieferung an die USA eben durch britische, nicht schwedische Behörden. Macht das jetzt irgendeinen Unterschied in der Sache?

    Fehler 3: Ihm droht möglicherweise die Todesstrafe – kompletter Quatsch. Manning hat nicht die Todesstrafe bekommen, Assange ist nur der Handlanger von Manning. Seit wann wird die 2. Garde härter bestraft als der Haupttäter? Völlig unbegründeter unlogischer Blödsinn. Die USA haben niemals ein Sterbenswörtchen in diese Richtung verlauten lassen, die US Gesetzgebung bietet dafür auch keine Rechtsgrundlage.

    Meine Kristallkugel sagt: sogar wenn die Schweden nach der Befragung jedes Verfahren gegen Assange einstellen und er nach schwedischem Recht als unbescholtener und freier Mann gilt, bleibt Assange in der Botschaft hocken. Aus den o.g. Gründen.

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      Unfreiwillig, weil er weder verhaftet noch ausgeliefert werden wollte. Die Gefahr besteht unabhängig was die Kristallkugel von Dir erzählt. ;-) Aber es ist richtig, dass er gerne alles und jeden für seine eigenen Zwecke instrumentalisiert, warum nicht auch den Aufenthalt in der Botschaft, da ist schon etwas dran. Die Todesstrafe habe ich mehreren Quellen entnommen. Ob 35 Jahre Haft so viel besser klingen? Ich weiß es nicht…

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        Leser

        „Unfreiwillig, weil er weder verhaftet noch ausgeliefert werden wollte. Die Gefahr besteht unabhängig was die Kristallkugel von Dir erzählt. ;-) .“

        Mit der Logik hast Du es nicht so, oder? Diese Aussage ist genauso grundfalsch wie die vorherigen. Selbstverstaendlich aendern weder sein Bemuehen, sich bewußt der Justiz (mehrerer Laender) und damit den Strafen fuer seine kriminellen Handlungen zu entziehen, noch seine irrationalen übersteigerten Ängste das geringste an der kompletten Freiwilligkeit seines Aufenthalts in der ecuadorianischen Botschaft. Die Vermeidung von juristischen Prozeduren macht aus einem freiwilligen Akt keinen unfreiwilligen. Einzig sinnvoll waere dieser Begriff im Zusammenhang mit: ‚er stellt sich nicht freiwillig (einer) juristischen Untersuchung(en)‘. So wird ein Schuh draus.

        „Die Todesstrafe habe ich mehreren Quellen entnommen.“

        Kannst Du diese bitte einmal verlinken? (Ich warte auch gerne ein paar Tage). Vermutlich werden sie allesamt von hochgradig deviierten Assangejüngern betrieben, die ihrerseits mit keiner einzigen vernünftigen Quelle oder Referenz aufwarten können, die ihre wüsten Vermutungen juristisch untermauern.

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          freiwillig oder unfreiwillig, das grenzt jetzt aber an Haarspalterei. Die Todesstrafe befürchtet Assange ja selbst. Die schwedischen Behörden wollen ihn angeblich nicht ausliefern, weil ihm in den USA die Todesstrafe drohen könnte. Google mal bitte selbst danach.


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