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Bildquelle: Dex Ezekiel, thx!, Lizenz

AnimixPlay.to schließt, nachdem ACE angeklopft hat

Die ACE hat bei Tonic und Cloudflare angefragt, um das Anime-Portal AnimixPlay.to zu enttarnen. Daraufhin haben sie die Seite geschlossen.

Die Betreiber von AnimixPlay.to haben kürzlich erkennen müssen, wie unangenehm die Anwälte der Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) werden können. Sie hatten kürzlich gerichtlich beim Domain-Verwalter Tonic als auch beim IT-Dienstleister Cloudflare angefragt, um die Identität ihrer Kunden übermittelt zu bekommen.

Aus AnimixPlay wurde AnimixReplay

Wie der P2P-Blog TorrentFreak berichtet, schloss Ende 2022 die ehemals beliebte Anime-Website AnimixPlay ihre Pforten. Man schätzt die Anzahl der Besuche pro Monat auf rund 100 Millionen Stück. Es entstanden nicht nur mehrere Klone, die die Popularität des Vorbilds ausnutzen wollten.

Nein, eine Gruppe von Fans wollte den früheren Nutzern ein neues Zuhause geben, wo sie sich wohl fühlen können. Aus dem Vorbild AnimixPlay wurde AnimixReplay. Verwirrenderweise ist das neue Online-Projekt unter der Domain animixplay.to eingetragen.

Die Betreiber äußern sich bei Discord. Quelle Torrentfreak, thx!

Gründer mussten schon die Stecker ziehen!

Zumindest noch. Denn als wir letzte Woche unsere Liste der illegalen Anime-Seiten aufgestellt haben, zeigte das Fan-Projekt schon den Hinweis, dass man es aufgegeben habe. Angeblich sei ihr Skript zum Zusammentragen von externen Werken kaputt. Man habe angeblich keine Motivation mehr, es zu reparieren. Doch das ist weniger als die halbe Wahrheit.

Bei Discord gab man nämlich zuvor bekannt, dass sich juristischer Beistand von Disney, Netflix und Warner Bros. in Form der ACE, bei ihnen gemeldet hätte. Zunächst gingen die Betreiber von möglichen strafrechtlichen Konsequenzen wie Freiheitsentzug aus, doch darauf hat es die ACE in den wenigsten Fällen abgesehen.

AnimixPlay.to
Abschiedsmeldung von AnimixPlay.to

Domain-Registrator aus Dubai gab wohl Daten weiter

Auch war unklar, ob es sich nicht um einen Scherz handelt. Um Gewissheit zu erhalten, setzte man sich direkt mit Jan van Voorn von der ACE in Verbindung. Der Vizepräsident der MPA bestätigte den Admins von fryz.site und AnimixPlay.to die Echtheit seiner Warnsalve. Die ACE stehe tatsächlich hinter den gerichtlichen Vorladungen an Cloudflare und Tonic. Auch wenn die Antworten noch ausstehen, konnte die Anti-Piracy-Organisation dennoch bereits zwei in den USA ansässige Betreiber ausfindig machen. Torrentfreak vermutet, dies sei mithilfe der Unterstützung der Registrierungsfirma Radix mit Sitz in Dubai gelungen, wo die .Site-Domain angemeldet war.

AnimixPlay.to muss offline bleiben

Zum jetzigen Zeitpunkt hat die ACE noch keine Klage eingereicht. Der Organisation ist es nach eigenem Bekunden am wichtigsten, dass die Webseite offline bleibt. Bei weiteren Copyright-Verstößen würde man sich hingegen direkt an die Betreiber in Kentucky und Ohio, USA wenden.

Fryz und der Rest des AnimixReplay-Teams haben die Botschaft verstanden, laut und deutlich. Kurz nach der Bestätigung durch Jan van Voorn von der ACE gaben sie bekannt, dass ihr Projekt offline bleiben wird.

Hart umkämpfter Bereich des Webs

Vielen Anime-Fans wird es wohl egal sein, von wo sie künftig ihre Ware beziehen. Neben den Portalen mit Fokus auf das Streaming gibt es auch Unmengen an Websites, die für den illegalen Download auf einen der Sharehoster (Online-Speicherdienste) verlinken.

Beim Betreten solcher Seiten muss man aber wirklich auf alles gefasst sein. Neben Tonnen an Casino-Werbung warten merkwürdig anmutende angebliche Player-Updates inklusive Schadsoftware nebst vielen Abo-Fallen auf die Besucher. Traurig aber wahr: Kaum ein Bereich im Internet ist aufgrund der Popularität von Anime und Hentai derart hart umkämpft als auch vollgestopft mit allen möglichen Fallen, die man netterweise für die Fans bereithält. Selbst mit Adblocker kann man einige Websites echt nur mit Schmerzen ertragen.

Auch wenn die Untertitel mancher Fans als besser gelten als die von kommerziellen Werken: Wäre es nicht trotzdem besser auf legale Alternativen wie crunchyroll auszuweichen, die man sogar in Deutschland ganz regulär in Anspruch nehmen darf? Was meint ihr? Hinterlasst uns eure Meinung bitte bei uns im Forum.

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Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.