Teheran
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Bildquelle: Sam Moqadam

INTA drängt auf Legalisierung iranischer Krypto-Börsen

Die iranische Behörde INTA legte einen Vorschlag zur Besteuerung der im Land tätigen Online-Handelsplätze für digitale Vermögenswerte vor.

Die INTA fordert die Legalisierung von Online-Handelsplätzen, wo man Coins wie den Bitcoin oder Cardano kaufen kann. Die Steuerbehörde plädiert für eine Legalisierung derartiger Portale im Iran. Man befürchtet, dass sich ansonsten das anhaltende Verbot negativ auf die Erhebung der Steuern auswirken könnte.

Grundlage der Steuern sollen jegliche landeseigene Börsentransaktionen sein. Der legale Betrieb müsse auf zugelassene Online-Handelsplätze beschränkt werden, heißt es im Vorschlag an die Regulierungsbehörde in Teheran.

INTA will Zugriff auf Nutzerdaten autorisierter Krypto-Börsen

Sofern die Handelsplätze für Digitalwährungen verboten bleiben, würde dies den Schwarzmarkt fördern. Zugleich forderte die Iranian National Tax Administration (INTA), dass man solche Unternehmen sanktionieren soll, die sich weigern, die finanziellen Transaktionen ihrer Kunden aufzudecken. Grundlage der neuen staatlichen Erlöse soll sowohl eine Steuer auf Kapitalgewinne, eine feste Basissteuer und eine sogenannte Berufssteuer sein.

Der Vorschlag der INTA sieht gleichzeitig eine Obergrenze für Transaktionen in Übereinstimmung mit den Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche vor. Die Organisation ist zugehörig zum iranischen Handelsministerium. Über den Antrag berichtete kürzlich das englischsprachige News-Portal Eghtesad Online.

Das Mining virtueller Währungen ist übrigens im Iran legal. Krypto-Miner dürfen nach den von der Regierung im Juli 2019 genehmigten Regeln tätig sein. Gleichzeitig ist die Bezahlung von Dienstleistungen oder Waren im Iran mittels einer Kryptowährung verboten. Banken und lizenzierte Geldwechsler dürfen jedoch die Guthaben zugelassener Miner dafür einsetzen, um Importe zu bezahlen.

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Offizielles Logo der INTA

Frischer Wind?

Letzte Woche erklärte das iranische Vizepräsidium für Rechtsangelegenheiten überraschend, dass der Umtausch einer Kryptowährung in eine andere legal sei. Dennoch sind die Krypto-Handelsplätze, mithilfe man dies online tun könnte, bislang noch verboten. Die weitere Entwicklung bleibt somit abzuwarten.

Regierungen und Zentralbanken in aller Welt haben Angst davor, die Kontrolle über ihre Fiat-Währungen zu verlieren. Und natürlich, dass die neuen digitalen Vermögenswerte zumeist dafür eingesetzt werden, um etwas Illegales zu bezahlen oder um Geld zu waschen.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.