AssangeDAO
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AssangeDAO: mehr als 30 Mio. US-Dollar Spenden in drei Tagen!

Innerhalb von drei Tagen durchbrach die NFT-Spendensammlung AssangeDAO die Marke von 30 Mio. US-Dollar. Davon werden seine Anwälte bezahlt.

Die Aktion AssangeDAO basiert auf einer Idee von Ross Ulbricht

Der verurteilte Betreiber des Darknet-Marktplatzes Silk Road, Ross Ulbricht, war der Ideengeber einer neuartigen Spendensammlung. Damit soll die juristische Verteidigung von Julian Assange bezahlt werden. Im Fall von Ulbricht konnte man mit dem Verkauf von NFT-Kunstwerken etwa 5,54 Millionen Euro umsetzen. Das Geld will man dafür einsetzen, den Verurteilten zu befreien und in den USA eine Gefängnisreform voranzutreiben. Gleichzeitig soll der Erlös in verschiedene Programme zur Unterstützung der Familien von Gefangenen fließen, gab Ulbricht bekannt.

AssangeDAO ist ein Solidaritätsnetzwerk

Die Abkürzung DAO steht für Decentralized autonomous organization. Das Netzwerk startete am 10. Dezember im Rahmen einer eigenen Telegram-Gruppe. Kurz nach Gründung der Telegram-Gruppe trat Assanges Bruder Gabriel Shipton bei. Er informierte sie, dass eine NFT-Kollektion mit Kunstwerken für Assange in Arbeit sei, die versteigert werden soll, um Geld für seine juristische Verteidigung zu sammeln. Inspiriert von FreeRossDAO, wo man umgerechnet 12 Millionen USD eingesammelt hat, startete man bei Juicebox.money eine NFT-Spendensammlung für den Wikileaks-Gründer. Dort kann man unter anderem auf die Minute genau sehen, welche Spenden neu eingegangen sind.

Digitalkünstler Pak erstellt NFTs

Die digitalen Kunstwerke stammen aber nicht von Assange, sondern aus der Feder des Digitalkünstlers Pak. Manche seiner Kunstwerke hat Pak bereits mit Erfolg beim Auktionshaus Sothebys versteigern lassen. Die jetzige Sammlung besteht aus einem dynamischen NFT und einer offenen Edition, bei der sich jeder beteiligen darf. Das dnymische NFT heißt Clock (Uhr). Sie zählt die Gesamtzahl der Tage, die Assange bereits im Gefängnis verbracht hat. Die NFT zeigt derzeit 1032 Tage an. „Clock“ blinkt in einem rhythmischen Abstand, der symbolträchtig mit dem Herzschlag von Julian Assange synchronisiert sein soll. Beim NFT „Censored“ darf jeder auch ohne Spende eine Nachricht hinterlassen. Diese wird durchgestrichen dargestellt, um die Zensur in aller Welt zu veranschaulichen.

Free Julian Assange
Bildquelle: photon~wave, thx! (CC BY-NC-SA 2.0)

Geldgeber erhalten eigenen Spender-Token

Der Ablauf ist technisch recht kompliziert. Wir skizzieren ihn zum Verständnis an dieser Stelle nur grob. Im Vorfeld sammelt man Spenden in Form der Kryptowährung Ethereum. Jeder Spender erhält dafür einen proportionalen Anteil an einem eigens dafür erschaffenen Token. Der Erlös der Auktion wird an die Wau Holland Stiftung gehen, um die Verteidigung von Julian Assange finanziell zu unterstützen. Was mit den NFTs am Ende tatsächlich geschehen soll, wird u.a. dadurch entschieden, welches Kunstwerk den höchsten Erlös generieren wird.

30 Millionen US-Dollar in drei Tagen!

juicebox.money

Doch den Aktivisten als auch den Spendern geht es wohl in erster Linie um die symbolische Wirkung, die von dieser massiven finanziellen Unterstützung ausgehen dürfte. Vom anhaltenden Hype um die non-fungible token (NFT) kann man ja vieles halten. Doch im Fall von AssangeDAO werden die digital signierten Kunstwerke endlich mal für einen sinnvollen Zweck eingesetzt. Wer möchte, kann seine Coins aber auch direkt an die Wau Holland Stiftung transferieren. Sie würden dort dem gleichen Zweck dienen…

Tarnkappe.info


Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.