Ein Vinyl-Verkäufer bot auf einer Rotterdamer Schallplattenbörse kürzlich jede Menge Fälschungen an. Damit ist es jetzt vorbei.
Einem Veranstalter von Plattenbörsen fiel beim Stand eines Vinyl-Verkäufers eine beträchtliche Menge an Fälschungen auf. Daraufhin benachrichtigte er die Anti-Piraterie-Organisation BREIN. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Händler handelt, den die Piratenjäger schon kannten. Durch das schnelle Stoppen des illegalen Verkaufs konnte man den Schaden begrenzen. Der betreffende Händler ist künftig auf der Messe nicht mehr willkommen.
Keine Chance für kriminelle Vinyl-Verkäufer
BREIN hat entsprechende Vereinbarungen mit diversen Organisatoren niederländischer Plattenmessen getroffen, um den Handel mit Fälschungen zu verhindern. Die Wege sind kurz, sodass man recht schnell eingreifen kann. Die Veranstalter niederländischer Flohmärkte vertreten klar die Position, dass sie auf ihren Events keine illegalen Angebote tolerieren. Diese Botschaft vermittelt man auch den Mietern der Verkaufsstände.
„Saubere“ Veranstaltungen ohne Fälschungen
Im Anschluss an die Aktion kontrollierten Mitarbeiter in Absprache mit dem Veranstalter im Februar verdeckt die XXXL-Plattenbörse in Zwolle, wo BREIN keine Fälschungen fand. Zum gleichen Zeitpunkt war man ebenfalls inkognito auf einer anderen Messe in Groningen präsent, die sich ebenfalls als nahezu frei von rechtsverletzenden Platten erwies. Die Kontrollen bestätigen laut der Pressemitteilung von BREIN, dass die gemeinsamen Bemühungen der Veranstalter und der Piratenjäger zu „sauberen“ Messen führen, bei denen die Interessen sowohl der Rechteinhaber als auch der Verbraucher geschützt werden.
Comeback der Schallplatte heizt die Umsatzzahlen an
Letzte Woche veröffentlichte die NVPI die Umsatzzahlen der niederländischen Musikindustrie. Der NVPI ist ein niederländischer Branchenverband der Unterhaltungsbranche, genauer gesagt der Musik-, Film- und sogar teilweise der Spieleindustrie. Die Verkaufszahlen für Musik wuchsen im vergangenen Jahr um durchschnittlich 10 %. Dazu trug das Wachstum von Vinyl mit 21 % einen wesentlichen Beitrag bei. Leider versuchen Händler mit illegal gepressten Schallplatten, von der wiedergewonnenen Popularität von Vinyl zu profitieren. Mit dem Comeback der Schallplatten sind auch ihre Raubpressungen wieder häufiger im Umlauf.
Schwarzpressungen: Organisation untersucht alle Vertriebskanäle
BREIN geht sowohl online in Webshops, sozialen Medien und auf Angebots- und Nachfrageseiten als auch offline, unter anderem auf Plattenbörsen, gegen illegale Vinylangebote vor. So manches Mal waren ihre Aktivitäten auch von Erfolg gekrönt. In den Niederlanden gibt es relativ viele Plattenbörsen. Dazu zählen kleinere lokale Veranstaltungen, aber auch große internationale Börsen, zu denen Händler aus ganz Europa anreisen. Durch eine Kombination aus angekündigten und verdeckten Kontrollen trägt man dazu bei, die Events frei von illegalen Angeboten zu halten.
Gefälschte Schallplatten sind exakte Kopien des Originals, die für den Verbraucher manchmal schwer von echten zu unterscheiden sind. Der Preis ist meistens sehr viel geringer, mitunter ist die Qualität minderwertig. „Die Vinyl-Verkäufer hinter dem illegalen Angebot stecken alle Einnahmen in ihre eigene Tasche. Künstler, Rechteverwerter und Verbraucher sind die Leidtragenden„, argumentiert Bastiaan van Ramshorst, der neue Direktor von BREIN.


















