Wenn der Postmann zweimal klingelt oder meine persönliche Hausdurchsuchung

Article by · 9. Mai 2016 ·

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Dezember 2014. Hausdurchsuchung wegen des Verdachts auf gewerbsmäßige Copyright-Verstöße. Die frühere E-Book Piratin Larissa berichtet bei uns hautnah, wie es zur Durchsuchung kam, und wie sie ihre eigene Razzia erlebt hat.

Vorgeschichte:

Wenige Wochen vor dem 09.12.2014 schrieb ich mich mit Rivalon in Pidgin. Nachdem er zu unserem geplanten Serverumzug (weg von Frankreich in gesichertere, nichteuropäische Regionen) nicht die kleinste Reaktion zeigte, teilte ich ihm mit, dass ich jemanden hätte, der ihn dabei unterstützt, vermutete ich doch, er hätte kaum Zeit für dieses Hobby und ich wollte ihn so entlasten. Darauf antwortete er mir: “Dann weiß ich ja, was zu tun ist“. Seltsam, dachte ich noch, fragte aber nicht näher nach…

Am 08.12.2014 erkundigte er sich bei mir ebenfalls in Pidgin, ob ich am Dienstag, dem 09.12. im Forenchat anwesend sein kann, die Woche vorher war ich nämlich noch mit einer Freundin im Kino und versäumte den Termin. Ich antwortete ihm, dass es mir da möglich ist, teilzunehmen. Er wollte wohl ganz sicher sein, dass ich auch zu Hause bin…

Unser Chattermin war jede Woche der gleiche, wir trafen uns dort stets dienstags 19 Uhr. Es wurde besprochen, was so anlag, wir tauschten uns aus und legten die nächsten Ziele fest. Besonders viel gab es zu bereden, seit Sumselbär unser neuer Administrator war. Er hatte zahlreiche eigene Pläne und Ideen, die er uns mitteilte und er war regelrecht entsetzt über unsere mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen. Auch in diesen Dingen sollte sich unbedingt etwas ändern, riet er uns dringend an.

Der 09.12.2014

Es war kurz vor 19 Uhr, im Chat warteten bereits Rivalon, Sumsel und auch kimo kam dazu. Rivalon eröffnete das Gespräch mit den Worten, er hätte eine Lösung gefunden für ein Problem, dass ich ihm vorher mitgeteilt hatte. Seit einem von ihm erst kürzlich durchgeführten Forenupdate funktionierte ein gemeinsames Anschreiben der Mitglieder per PN nicht mehr. Das war nur noch einzeln möglich, verursachte aber viel mehr Aufwand und kostete zusätzliche Zeit. Ich meinte am 8.12. in Pidgin noch zu ihm, es wäre schön, wenn er sich das mal anschauen würde und wir probierten da schon eine Weile alle möglichen Varianten aus, ohne jedoch zu einem befriedigendem Ergebnis zu gelangen.

Pünktlich 19 Uhr klingelte es an meiner Wohnungstür. Ich dachte, wer kann das denn sein um diese merkwürdige Zeit, ich erwartete niemanden und im Telefonzeitalter melden sich die Leute eigentlich vorher an und klingeln nicht wie früher so auf Verdacht, dass schon jemand da sein könnte. Ich war allein zu Hause, da mache ich gewöhnlich nie auf. Außerdem empfand ich es als unhöflich, einfach so aus dem Chat zu verschwinden. Nur der Klingler war aufdringlich, er ließ sich nicht abwimmeln, auch nicht dadurch, dass ich gar nicht reagierte. Im Gegenteil, das Klingeln wurde nun durch ungeduldigeres Klopfen abgelöst, das nervte vielleicht. Nun gut, dann beende ich mal die Sache, sagte ich mir, ging in den Vorsaal und meinte nach draußen, ich bin allein zu Hause und mache nicht auf, sie müssten schon zu einem anderen Zeitpunkt wiederkommen, aber dann angemeldet. Daraufhin antwortete mir jemand, es sei die Post, er habe ein Paket abzugeben für einen Nachbarn. Das war natürlich etwas anderes. In unserem Haus befindet sich eine Arztpraxis. Wir nehmen immer die Post für den anderen an. Also dachte ich, das ist ja schnell erledigt, ich öffnete und sah mich nun zwei baumlangen, kräftigen Kerlen gegenüber. Sie wirkten bedrohlich, also richtig angsteinflößend und auch gewaltbereit und nun glaubte ich, ich werde überfallen. Ganz ehrlich, in diesem kurzen Moment hatte ich sogar schon mit meinem Leben abgeschlossen. Ich erwartete, dass sie gleich eine Pistole ziehen würden, mich damit bedrohen und daraufhin in die Wohnung eindringen werden. Ich bin so erschrocken, wie noch niemals vorher. Ich meinte noch: “Da stimmt doch etwas nicht“. Aber genauso muss ich auch auf sie gewirkt haben – eingeschüchtert und verängstigt, richtiggehend geschockt.

Es trat nun ein älterer Polizeibeamter vor, er zeigte mir seinen Polizeiausweis und sagte, ich solle mich erst einmal beruhigen und fragte, ob ich tatsächlich allein zu Hause bin. Er hätte eine Hausdurchsuchung bei mir durchzuführen und ob ich Larissa sei im Forum ebookspender.me. Ich bejahte beides und in Anbetracht meines Schreckens durchdrang mich nun beinahe grenzenlose Erleichterung, da sich die Sache als “harmloser” aufklärte, als ich angenommen hatte. Das klingt vielleicht nun völlig verrückt, war aber so. Er händigte mir daraufhin einen Durchsuchungsbefehl aus, den nahm ich an mich und schaute ihn mir an. Drei Mann gingen durch alle Zimmer und prüften, ob sie weiteres belastendes Material entdeckten. Einer der Leute stürmte gleich los zum Laptop und verkündete, bei mir hätte er Erfolg, ich bin im Chat. Er rief sofort jemanden an, um genau das zu melden. Dann begann er, alles zu sichern und ich saß mit dem Polizeibeamten am Küchentisch bei einer Vernehmung, zu der ich mich einverstanden erklärte. Er äußerte, andernfalls müsse er mich auf sein Revier bestellen. Das wollte ich dann doch nicht. Er teilte mir daraufhin mit, dass sie festgestellt haben, dass ich mich im Forum als Larissa 101 x eingewählt hätte, ob das so stimmt und so nahm das Verhör seinen Lauf…Eine Dame von der Stadtverwaltung war ebenso anwesend. Sie schaute darauf, dass alles ordnungsgemäß ablief bei der Durchsuchung.

Dann haben die Beamten natürlich alles mitgenommen, was sie so gefunden haben. Den Laptop werde ich wohl nie mehr wiedersehen, ein neuer Computer ist auch weg, darauf war aber absolut nichts von Belang, das Tablet von Amazon ist nun bei denen und jede Menge selbstgebrannter Filme (die sind schon uralt, aber mitgenommen haben sie die trotzdem), alle Festplatten, alle Sticks und auch mein Handy. Nichts von diesen Sachen habe ich zurückbekommen bisher und ich lege auch keinen besonderen Wert darauf, sie zurückzuerhalten. Zumindest habe ich keinen Antrag auf Rückerstattung extra gestellt.

hausdurchsuchung crime scene razzia

Um 20.00 Uhr kam mein Lebensgefährte nach Hause. Er wusste wirklich von nichts. Er hat die vielen Leute gesehen und gefragt, was eigentlich los ist. Der Polizeibeamte, der mich vernommen hat, zeigte ihm den Durchsuchungsbefehl, er las ihn durch und hat gefragt, wie lange die Aktion denn noch dauert. Sie sind in ca. einer Stunde fertig, war die Antwort und da hat er gemeint, die Stunde geht er zu einem Bekannten. Als er zurückkam, war er natürlich “begeistert” und musste das Ganze erst einmal verdauen. Allerdings hat er mir – ganz entgegen meiner eigenen Erwartungen – keinerlei Vorwürfe gemacht. Ich habe ihm dann mitgeteilt, dass wir ein Buchforum betrieben und einen Monatsbeitrag verlangt haben in Höhe von 5 Euro, die uns als Gutscheine zum Kauf von Büchern zugingen und dass keiner von uns sich daran bereichert habe. Auch Wunscheinkäufe haben wir gemacht, sagte ich ihm. Da fragte er mich, warum das nicht jeder selbst kann und ich erklärte ihm, dass Kopierschutz auf den Büchern ist, den wir entfernt haben. Natürlich musste ich ihm versprechen, in Zukunft von so etwas die Finger zu lassen und ich halte mich da auch absolut daran, nie wieder werde ich mich an etwas gleichem oder ähnlichem beteiligen!

Später fiel mir spontan ein, inzwischen war es schon 22.30 Uhr, dass ich die Telefonnummer von Silberlocke irgendwo habe. Also suchte ich die heraus und rief sie an. Eigentlich läute ich um diese Zeit bei keinem mehr an, aber das war ja ein Notfall. Ich erfuhr durch sie, dass sie ebenfalls “Besuch” hatte und es bei ihr ganz ähnlich abgelaufen ist. Silberlocke teilte mir noch mit, dass sie von unserem Chattermin 19 Uhr, dienstags gewusst haben müssen. Sie selbst war ja nicht mit im Chat und ihr Rechner war auch nicht an als sie zu ihr kamen. Und so haben sich die Beamten gewundert und sie speziell gefragt, warum sie nicht im Chat sei…

Einen Tag später habe ich die Telefonnummer von Lars aus dem Impressum der Tarnkappe herausgesucht und meldete mich bei ihm auf dem Handy. Ich dachte, dass er so eine Nachricht unbedingt bringen sollte auf seinem Blog. Zu dem Zeitpunkt konnte ich keinesfalls wissen, dass er die gleiche Hausdurchsuchung hatte, wie die meisten von uns auch. Damit hätte ich zumindest nie gerechnet. Lars war zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form bei uns beteiligt. Er war höchstens 2x auf unserer Seite eingeloggt, um das Interview von mir zu bekommen. Allerdings – leichtsinnigerweise ohne VPN – und so lieferte er für die Ermittler einen Grund zu dieser Durchsuchung. Natürlich war dann statt Lars nur die Mailbox dran, sein Handy hatte man ebenfalls eingezogen…und ich wunderte mich, warum er nicht zurückrief…

Erst einige Zeit später, konkret als ich mir ein neues Laptop besorgt hatte, war es mir möglich, zu Spiegelbest noch einmal Kontakt aufzunehmen. Ich berichtete ihm grob von den Ereignissen und fragte ihn, ob er mich vermitteln könne an die Kanzlei Solmecke. Ich hoffte, dass sie mich rechtlich vertreten könnten in diesem Fall. Tatsächlich gab er mir die eMailadresse von Frau Ratz, einer Mitarbeiterin dieser Kanzlei. Eine Vertretung kam allerdings nicht zustande. Sie hatten bereits einen anderen Klienten mit genau dem gleichen Aktenzeichen wie meines und beide Mandanten geichzeitig zu vertreten ist rechtlich nicht möglich. Außerdem bekam ich von Spiegelbest noch die eMailadresse von Marcel Rosenbach vom Spiegel. Er war an einem Interview interessiert. Frau Ratz meinte aber zu mir, ich solle mich keinesfalls öffentlich zu diesem Fall äußern. So teilte ich das Herrn Rosenbach mit. Nun kam die Zeit, als sich Spiegelbest komplett zurückzog. Er schrieb mir, dass er vorhatte, unterzutauchen wie Otto seinerzeit und alle Brücken hinter sich abzubrechen. Seine letzten Worte an mich waren: “Es gibt nun kein Team Spiegelbest mehr“. Ich wünschte ihm alles Gute für seine weitere Zukunft und hörte seitdem nie mehr auch nur das Geringste von ihm.

Fazit:

Wir, das Team von Spiegelbest, waren also für Rivalon im Gegensatz zu Spiegelbest selbst kaum “trickreiche Gegner“. Wir ahnten zu keinem Zeitpunkt etwas davon, dass er uns ausspionierte und zumindest ich vertraute Spiegelbest, der mir immer wieder versicherte, dass unser Forum sicher sei, da keinerlei IPs geloggt werden. Man soll niemandem im Netz ein solches bedingungsloses Vertrauen entgegenbringen, das habe ich daraus gelernt, nur kommt diese Einsicht zu spät. Erst Sumselbär bestand darauf, dass wir uns ein VPN zulegen müssen, allerdings kam auch das viel zu spät…

In dem Spiegelartikel vom 19.12.2015 unter dem Titel “Jagd auf einen Unbekannten”, in dem Andreas Kaspar aka Rivalon, dem Journalisten Marcel Rosenbach und so auch uns allen einen Blick hinter die Kulissen der Ermittler und ihrer Methoden gestattete, stand: “Die Rückzugspläne lösten bei den Ermittlern Betriebsamkeit aus, zumal Kaspar fürchtete, technisch versierte Nachfolger könnten seine Manipulationen bemerken“. Also hat Rivalon schon befürchtet, dass, wie ich eingangs ja hier in meiner Vorgeschichte erwähnte, seine Spuren von dem Programmierer, dem ich ihm zur Seite stellen wollte, nicht unbemerkt bleiben würden. So sorgte ich unbewusst dafür, dass er sich zurückziehen musste, aber auch, dass nun eine Razzia die unausweichliche Folge war für alle, die so leichtsinnig waren, sich ohne VPN bei uns einzuwählen. Es betraf dabei Moderatoren genauso wie besonders aktive Nutzer. Nun erst ergaben Rivalons Worte an mich: “Dann weiß ich ja, was zu tun ist” einen Sinn. So war es zwar ein “Ende mit Schrecken” aber auch ein durchaus lehrreiches Ende für uns alle.

Und zum Schluss möchte ich noch etwas zu dem Mythos der Hausfrauen schreiben. Wie kam es hier eigentlich zu diesem Gerücht? Jeder von uns hat einen ordentlichen Beruf und geht einer geregelten Arbeit nach. Wie Spiegelbest schon schrieb, betrieben wir das Forum ausschließlich in unserer Freizeit und als Hobby und niemals als Fulltime-Job. Keiner von uns ist eine Hausfrau!

 


Video: Welche Rechte habe ich bei einer Hausdurchsuchung? Die Do’s und Don’ts im Fall einer Razzia.

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36 Comments

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    Bananensaft

    Tja, meine “Karriere” in der scene ist leider auch vorbei.
    War zu doof mich am Anfang zu schützen und tja, habe mir echt so viele Likez im Forum angesammelt, man oh man…

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    hiddenass

    Vielen Dank für den Artikel. Zeigt mir nur wieder, dass man sich im Internet (außer beim Banking) nur noch mit einem vertrauenswürdigen VPN (möglichst inkl. Kaskadierung über 3-4 Server) bewegen sollte.
    Egal ob in einschlägigen Foren, “normalen” Foren, oder wenn man kritische Kommentare auf Seiten von Zeitungen verfasst. Ganz zu schweigen von möglich Ebooks, usw.
    Dass man seine Systempartition / ganze Platte (auch externe) vollständig verschlüsselt, erscheint mir nach diesen Meldungen auch nicht mehr überzogen oder paranoid.

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    Der Klaus

    Als ob Hausfrau kein Full Time Job wäre…

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      Roland

      Allerdings… Und den Hausmann nicht zu vergessen

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    999 Silber

    Dumm ist der, der Dummes tut.

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      Roland

      Ne, dumm ist der, der keine Sicherheit einbaut.

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    J.Ormanns

    Eine Tüte Deutsch vor dem Artikel wäre echt klasse gewesen.

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      Roland

      Spezifiziere Deine Aussage.

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    sgkapp

    Für mich als Außenstehender (ich lese nicht mal E-Books) interessant zu verfolgen wie sich die Sache entwickelt.
    Jede StaA ist an “Kronzeugen” interessiert und hofiert die Angeschuldigten. In wie weit das auf jemanden zutrifft, der so offen über das Thema schreibt wird noch spannend werden, was der Grund ist weswegen ich gar keine E-Books brauche.

    Wie viele Durchsuchungen gab es und was passierte nach dem Anruf in dem mitgeteilt wurde, dass sie eingeloggt ist?

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    Dennix

    Ich frage mich immer wieder wie leichtsinnig einige Konsumenten in der Szene unterwegs sind. Da wird konsequent auf den “Schutz” der anonymen Betreibernetzwerke von Usenet-Foren, OCH-Foren, Ebook-Spender vertraut und der VPN-Einsatz einfach ignoriert und als nicht nötig deklassiert. Und dann noch nicht mal die Festplatten vollverschlüsseln, obwohl es ein paar Klicks sind die zuverlässig davor schützen, dass ein Anfangsverdacht überhaupt erst bestätigt werden kann. Eine HD dient genau dazu: Den Anfangsverdacht durch dingliche Beschlagnahme von Beweisen zu sichern. Schutz vor HD: Einen VPN benutzen.

    Ihr macht es den Ermittlungsbehörden einfach zu leicht. Wie kann man nur so leichtsinnig sein. Trotzdem ein sehr interessanter Artikel :-).

    Ich würde mich freuen, wenn Spiegelbest sich doch noch besinnen könnte, weitere Artikel zu schreiben und aus der Anonymität des Internets hervorzukommen.

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      Roland

      Geiz ist geil. :(

      Da wird sogar herum gemeckert, dass ein OCH 2 Euro kostet im Monat, wenn man 4 Jahre nimmt.
      Was denkst Du, wie diese User erst gegen einen VPN sind, nur am mal wieder am falschen Ende zu sparen.

      Geiz ist für Dummköpfe eben geil…

      Und wer aus Fehlern nicht lernt, naja.. selber schuld, aber die gibt es ja auch. Larissa hat wohl nun VPN für sich entdeckt. Gut so.

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    sinus

    Werte Kommentatoren, viel mit der Justiz habt ihr alle scheinbar nicht, also unterlasst diese Verleumdungen und oder Anspielungen. Larissa, Hausfrauen ist weder eine Beleidigung noch eine Herabstufung sondern nur eine Umschreibung dessen, das du kein IT Nerd bist. Was eben auch entschuldigt da völlig unbedarft heranzugehen. All die die dies verurteilen sind meist die, die die Newbies so derart in das Messer laufen lassen haben.
    Außerdem wie aus weiteren Quellen bekannt ist, steht das gesamte verfahren auf Messerschneide eben, wegen dem Verhalten und Vorgehen des Ermittlers.
    Auswertungen von digitalen Datenträgern hängt von der Menge der Daten, nicht jedoch der gesamt Speicherkapazität ab. Da kann die Forensik schon sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

    Ich finde gut, das Sie den Artikel verfasst hat. An Lars seiner Stelle wäre es nun von Vorzug dazu einen passenden Artikel zu verfassen, wie man es hätte Richtig machen können. Was aber nicht muss, es gibt schon all zu viele Anleitungen.

    Angabe der Polizei, das wenn Geräte nicht wieder gewollt werden, bzw darauf verzichtet wird, ein verfahren eingestellt wird ist unzulässig. Auch muss die Polizei alle Geräte, auf denen keine Verstöße nachgewiesen werden können aushändigen. Ebenso ist eine Hausdurchsuchung auf Wunsch nur mit Zeugen durchzuführen, die man selbst ernannt hat. Man muss die neutralen mitgebrachten Zeugen nicht akzeptieren. Desweiteren dürfen lediglich Räume durchsucht werden, die derjenige Betritt (auch durchgangsräume) nicht aber weitere Räume (die der Mitbewohner Eltern etc).

    Androhungen wie “wenn sie jetzt keine Aussage machen müssen sie zur Wache” ist nicht korrekt, dies gilt nur sofern eine Verdunklungsgefahr ausgeht, welche ich im konkreten Fall nicht sehe. Außerdem können Aussagen unabsichtlich Falsch oder sich selbst belastend sein, sofern sie im Affekt gemacht werden, was hier ein solcher Fall wäre,

    Wenn in einem Verfahren absolut kein öffentliches Interesse vorliegt und oder die Fakten und Beweise & vllt gar ein Geständnis vorliegt, kann es passieren das Sie direkt ein Urteil mit z.B. einer Geldstrafe erhält.

    Was viel schwerwiegender in diesem Fall ist, das nun die Verwerter ein anrecht haben eine Zivilklage gegen alle beschuldigten zu führen und da ggf auf Schadenersatz verklagt werden. Denn dazu muss nur einem ein Verfahren angestrebt worden sein, dann ist eine Zivilklage zulässig, es muss nicht zu einer Verhandlung kommen.

    So und liebe VPN Freunde, mit VPN oder gar DNS change was für ein Bullshit! Es gibt weit bessere und effizientere Mittle zur Verschleierung und sofern IP6 Standard ist, siehst sowieso noch schwerer aus. Aber baut Ihr mal auf euren möchtegern Saftymist VPN Rulez… Wenn es für euch Reicht ok, aber lasst das jedem sein !

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      maxx

      Hi,
      in einer Zivilklage müssen die Rechteinhaber die Schuld beweisen. Bei einer Einstellung nach 153a StPo wird die Schuldfrage gar nicht beantwortet.. Das Nachweisen der Schld ist sehr schwierig bis unmöglich. Daher werden die sich die Mühe nicht machen. Da ists einfacher Abmahnungen zu schreiben wegen Torrent/P2P. . Da holen die sich die Beweise selber.

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      Anna

      IPv6 ist noch nicht pflicht. Was redest du hier? Wenn du mit Tor unterwegs bist dann bitte, aber wenn du sagst das VPN und DNS ändern nicht gut ist dann bist du kein Szene User! Man muss sich schützen, so oder so!

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      EiTeeXperte

      Ich stimme Dir in den meisten Punkten zu.
      Alle bisher öffentlich zugänglichen Fakten ergeben allerdings ein recht eigenartiges Bild.
      Man könnte fast von einer Anstiftung zu einer Straftat von Seiten des “Ermittlers” ausgehen.
      Das es vollkommen naive Personen erwischt hat spricht sehr für diese These.
      Das naiv meine ich nicht abwertend.
      Ohne dessen Tätigkeit hätte es das Forum in der Form nicht gegeben.
      Die Betroffenen haben schon fast mein Mitgefühl.
      Das heißt nicht das ich billige was die da getrieben haben.

      Das mit den zivilrechtlichen Forderungen sehe ich aus schon genannten Punkten als sehr schwierig an.
      Selbst wenn der Herr Kaspar nicht für den Upload verantwortlich sein sollte.
      Es wäre ihm ein leichtes gewesen das Treiben dort zu unterbinden.
      Zumindest am Anfang hatte er laut dem Spiegelartikel das Ganze ohne behördliche Legitimation betrieben.
      Ich sage betrieben, da er wenn er die alleinige technische Administration inne hatte, der eigentliche Besitzer der Plattform war. Die Verlage wurden erst ins Boot geholt, als die Sache schon lief.
      Deshalb fände ich es eben sehr interessant was in dem ominösen Schreiben von WF an die Verlage steht.
      Sollte da irgendwo ein Klausel drin sein, das Herr Kaspar und WF einen Generaldispens haben wollen, für das was da so getrieben wurde, würde das die These stützen das da was faul ist.
      Sollten die Verlage so was unterschrieben haben, schränkt das deren rechtliche Möglichkeiten auf jeden Fall ein.
      Zusätzlich kann man jeden nur immer die individuelle Schuld anlasten. Wer dort “nur” für die Forumsedikette verantwortlich war wird nicht mit Sippenhaft rechnen müssen.
      Die Frage ist eben wer die ganzen Dateien eingestellt hat. Für die Anderen ergeben sich vermutlich kaum weitreichendere Konsequenzen.
      Bei den Downloadern hat man erhebliche Kosten und ein nicht unerhebliches Verfahrensrisiko.
      Beweise mal das Max Mustermann dort Datei XYZ runtergeladen hat.
      Die haben, wenn überhaupt, doch nur eine Adresse welche einer IP zugeordnet wurde.
      So blöd, das dort jemand sich mit Realnamen angemeldet hat ist niemand, denke ich zumindest :-).
      Theoretisch kann jemand in dem Forum angemeldet sein und keine einzige Datei gezogen haben.
      Das anklicken weiterführender Links belegt nicht zwingend einen Download.
      Es sei den, Herr Caspar hat noch einen Downloadserver betrieben und alles mitgeschnitten.
      Das wäre allerdings ebenfalls kriminell, denke ich zumindest.
      Zusätzlich ist überhaupt nicht klar, wer bei einem Mehrpersonenhaushalt oder bei einem gewerblichen Anschluss wirklich die Dateien gezogen hätte.
      Die Rechteinhaber müssen jeweils für sich klagen. Bei den Meisten dürften recht geringe Streitwerte zusammenkommen so das sich ein Prozess nicht lohnt. Was kostet ein Buch? Bei P2P wird ja der Upload sanktioniert. Hier machen die reinen Downloader das Werk nicht wieder öffentlich zugänglich.

      Ich bin optimistisch, das wir spätestens in eineinhalb Jahren wissen werden wie sich das Ganze zugetragen hat. So öffentlich wie die Ganze Sache bisher abgehandelt wurde, da findet sich mit Sicherheit noch jemand der den einen oder anderen Fakt noch ergänzen wird :-).
      Solange kann man trefflich spekulieren, hach macht das Spaß.

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        “Bei P2P wird ja der Upload sanktioniert. Hier machen die reinen Downloader das Werk nicht wieder öffentlich zugänglich.” – Ich habe lange keine Torrents benutzt, aber dachte immer, der Punkt ist doch, dass man da als Downloader automatisch bzw. formal auch immer Uploader ist und genau deswegen vom Abmahnanwalt abgemahnt wird. Hat sich da was geändert?

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          EiTeeXperte

          Genau, die Schadensersatzforderung kommt in erster Linie durch den Upload und die damit verbundene Zuganglichmachung zustande. Der Download fällt da nicht so ins Gewicht. Das war schon immer so.

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      Neugier

      Außerdem wie aus weiteren Quellen bekannt ist, steht das gesamte verfahren auf Messerschneide eben, wegen dem Verhalten und Vorgehen des Ermittlers.

      Ist das wirklich so? Finden lässt sich dazu irgendwie nichts…

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      Roland

      >>>>> So und liebe VPN Freunde, mit VPN oder gar DNS change was für ein Bullshit! Es gibt weit bessere und effizientere Mittle zur Verschleierung und sofern IP6 Standard ist, siehst sowieso noch schwerer aus. Aber baut Ihr mal auf euren möchtegern Saftymist VPN Rulez… <<<<

      Na los, Sprüche klopfen kann jeder, aber es begründen fällt schon kaum noch einem zu.

      Statt hier VPN und Co als Mist zu bezeichnen, solltest Du andere Wege aufzeigen.

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    betroffener

    Hi,
    da ich damals von der Razzia betroffen war (boerse.bz) kann ich was sagen: ich habe ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft bekommen in der Stand, dass das Verfahren nach 153a StPo eingestellt wird, wenn ich mit der Beschlagnahmung einverstanden bin (war ich. bleibt ja nichts anderes übrig). Schreiben aufgesetzt und 4 Wochen später bekam ich ein schreiben, dass das Verfahren entgültig eingestellt wird.
    Nen Einstellungsbescheid bekommt man immer… soweit ich weiß..

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      Dann haben sie jetzt einen Haufen Daten(träger), aber niemanden, den sie belangen können? Das kann doch nicht sein. – Typischerweise ist es doch bei solchen Aktionen so, dass sie jemanden suchen, den sie auf Schadensersatz verklagen können. Um dann typischerweise festzustellen, dass bei Leuten wie Larissa nichts zu holen ist. Die Anwälte und Kaspars werden dann von den Klägern bezahlt, und irgendwelche (sowieso bezahlten) Verbandsvertreter geben dann damit an, was für einen harten Schlag sie wieder gegen die Piraten gelandet haben. – Siehe etwa das Urteil gegen Uploaded: http://tarnkappe.info/uploaded-to-urteil-der-verlage-finaler-schuss-oder-eigentor/ – Liest man sich das durch, war das auch nicht der große, 100prozentige Erfolg, als das es etwa vom Börsenverein des deutschen Buchhandels dargestellt wurde. Zitat aus Az. 7 O 6201/14: “Die Kosten des Rechtsstreits tragen zu 60% die Klägerinnen, zu 40% die Beklagte.” – Und natürlich das noch krassere Beispiel Elsevier ./. Sci-Hub et altra. http://tarnkappe.info/e-book-piraterie-interview-mit-alexandra-elbakyan-von-sci-hub/ (Nicht, dass ich irgendwelches Mitleid mit Elsevier hätte, aber die ganze Nummer war doch [von vornherein absehbar!] pure Geldverschwendung?)

      Ich bin jedenfalls immer wieder frappiert von den Unterschieden zwischen proklamierten und tatsächlichen Fahndungserfolgen, und deswegen würde mich auch hier stark interessieren, was denn diesmal wirklich dabei herausgekommen ist (werde wohl noch Geduld haben müssen; hoffentlich reicht meine Lebenszeit). Vermutung: Da führen einige Leute ein lustiges (?) Leben auf Verbands- und Steuer- und Verlagskosten. Tatsächlich kommen allenfalls symbolische Siege dabei heraus: Abschreckungseffekte gegenüber Leuten wie Larissa. Während “echte” Piraten, also kinox oder sci-hub oder zeitweilig auch spiegelbest, das gelassen an sich abgleiten lassen, wenn sie es überhaupt zur Kenntnis nehmen.

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    Samson

    Und zum Schluss möchte ich noch etwas zu dem Mythos der Hausfrauen schreiben. Wie kam es hier eigentlich zu diesem Gerücht? Jeder von uns hat einen ordentlichen Beruf und geht einer geregelten Arbeit nach. Wie Spiegelbest schon schrieb, betrieben wir das Forum ausschließlich in unserer Freizeit und als Hobby und niemals als Fulltime-Job. Keiner von uns ist eine Hausfrau!

    Ist Hausfrau sein denn eine Beleidigung oder etwa kein “ordentlicher” Job? Eine Hausfrau, hätte gar keine Zeit, ein solches Forum zu betreiben. Denn im Gegensatz zu deiner “geregelten” Arbeit, ist das tatsächlich ein Fulltime-Job.

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    EiTeeXperte

    Interessant,
    Wer hat den bei Euch eigentlich die Dateien eingestellt?
    Ich würde ja auf den “technischen Berater” von Spiegelbest tippen, aka Rivalon/Herr Kaspar.
    Da wäre die lustige, OK nicht für Euch, Situation das derjenige welcher das Forum technisch aufgezogen und alle überwacht hat, derjenige wäre welcher die Urheberrechtsverletzungen begangen hat.
    Diese Variante würde ich als zumindest pikant bezeichnen, da der ja mit WF aus München zusammengearbeitet hat, so zumindest der Eindruck. Da die, die Verlage kurz vor der Razzia ins Boot geholt haben, könnte man eigentlich von einer freiwilligen Zurverfügungstellung der Leselizenzen zumindest für die Forenmitglieder ausgehen, da die Verbreitung mit Billigung der Verlage erfolgte. Wenn eventuell auch nur als rückwirkende Billigung. Zumindest hätten die Verlage und Herr Kaspar der unautorisierten Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials in erheblichen Umfang Vorschub geleistet. Kennt jemand den Inhalt des Vertragswerkes, welches WF kurz vor der Durchsuchung hektisch hat allen relevanten Verlagen zukommen lassen? Anders würde es sich bei den Indies darstellen, da die ja niemand gefragt hat. Die könnten gegenüber dem Einsteller der Ebooks und den Forenmitgliedern Schadensersatz fordern. Das ist in der Praxis eher unwahrscheinlich, da die erstmal alle kennen, die Verfehlung beweisen und die Kosten der Verfahren vorstrecken müssten, um dann 5,99 pro Ebook plus Verfahrenskosten zu bekommen. Die Meinung und Billigung der betroffenen Verlagsautoren wurde vermutlich ebenfalls nicht eingeholt.

    Ich frage deshalb, weil ich da einen vom Börsenverein kenne dem ich das, sollte es so sein, sehr gerne genüsslich unter die Nase reiben würde.

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    Larissa

    Ich möchte mich dazu nicht öffentlich äußern, sorry,

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      Anna

      lol Du schreibst hier so einen TEXT und willst dich nicht zu äussern? Wie kann man nur ohne VPN in dieser Szene Online sein? Selbst die DNS muss geändert werden. Das ist das A&O. @nurmalos ich denke das sie Straffreiheit bekommt damit sie noch mehr User verkauft. @Larissa korrigiere mich wenn ich mich irre, aber das du noch immer keine Strafe bekommen hast macht mich stutzig. Du kannst gerne meine IP aus diesem Post loggen wird dir aber nichts bringen. @Lars und diese Frau lässt du hier schreiben? Nichts gegen dich aber so?

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        Sie haben doch aufgrund der Durchsuchung alles, was sie wollten, wie ich das verstanden habe. Warum sollen sie sich jetzt plötzlich beeilen?

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          Anna

          Sie müssen sich nicht beeilen. Sie bekommen ja nach und nach was sie wollen. Hast du ihr angeboten hier zu schreiben, oder hat sie dich gefragt?

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        EiTeeXperte

        Lange Verfahrensdauern sind vollkommen normal.
        Ich habe ein zivilrechtliches Verfahren das schon über zehn Jahre läuft.
        Aktuell habe ich vor dem Oberlandesgericht gewonnen und die Gegenseite will sich nun vergleichen. Lustigerweise genau zu den Konditionen welche ich ganz zu Anfang angeboten hatte, einfach um meine Ruhe zu haben.
        Hier in dem Fall, wird es wohl so sein das die noch ca eineinhalb Jahre ermitteln und dann das Verfahren einstellen. So zumindest mein Gefühl. Die wollten SB und haben den mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bekommen. Hätten sie den wäre der Erfolg in die Welt hinausposaunt worden. Es ist eigentlich eine große Peinlichkeit, was das bekannte Vorgehen und das Ergebnis betrifft.

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      EiTeeXperte

      Ist OK.

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    Kalle

    Mir wurde mein Rechner wegen Hacker-Tätigkeiten weggenommen und ich habe seit dem nichts mehr von denen gehört. Das war glaube ich 2014 und ist nun über 2 Jahre her.

    Sicherlich kann noch etwas kommen, aber das kann Jahre dauern.

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    thomas

    lol, über die Autorin kann man nur lachen. Alles falsch gemacht was nur geht, genau deswegen spricht man bei diesem Fall von den “ahnungslosen Hausfrauen”. Das soll keinen Bezug zu deinem Beruf darstellen, sondern wie du dich angestellt hast…

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      Hans Wurst

      Nun gut, ich bin froh, dass nicht jeder ein Experte in kriminellen Dingen ist. Solch ahnungslosen Vertreter muss man deswegen nicht gleich als “Hausfrauen” abstempeln und sie damit beleidigen.

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    Maxx

    Hi,
    ich denke nicht das sich die Sache erledigt hat (es sei denn sie hat einen Einstellungsbescheid von der Staatsanwaltschaft bekommen). Wenn jemand “nur” hochgeladen hat, und nicht über 1000 Dateien wird das Verfharen vermutlich eingestellt (gegen Auflagen). Aber wenn man so ein Projekt betreibt kommt mindestens ne Geldstraße raus, wenn nicht sogar Bewährungsstrafe..

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    Die behalten die Geräte, die du ohnehin nicht mehr haben willst, und das war es? Bist du zu irgendwas verurteilt worden? Kommt da noch was?

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      nurmalos

      Das wollte ich auch gerade schreiben. Zu dem Fazit fehlt, ob das Verfahren abgeschlossen wurde und was für Dich persönlich heraus gekommen ist? Oder ob da immer noch ermittelt wird? ;)


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