Russlands Piraten favorisieren für Werbeanzeigen legale Glücksspielseiten

1XBET
Bildquelle: fotosforyou_rk, thx! (Pixabay Lizenz)

In einer im letzten Jahr vom Forschungsunternehmen Mediascope veröffentlichten Studie ging noch hervor, dass das in Russland ansässige Glücksspielunternehmen 1XBET in der Platzierung von Werbeanzeigen auf Piratenseiten ganz vorn rangiert. Jedoch hat sich nun das Blatt gewendet. Dies berichtete der P2P-Blog TorrentFreak.

Ehemaliger Piraten-Werbeanzeigen-Favorit 1XBET wird durch legalen Glücksspiel-Anbieter 1XStavka verdrängt

Filesharing-Webseiten finanzieren sich größtenteils mit Werbung für Online Casinos. Diese integrieren ihre Anzeigen in die schwarzkopierten Mitschnitte in Form von Logos, in Untertiteln oder als Audiospuren. So ist auch das in Russland ansässige Glücksspielunternehmen 1XBET in den Titeln von Tausenden von Piraten-Videodateinamen enthalten. Es wurde auf Dutzenden von P2P-Indexseiten etc. beworben obwohl sie als umstritten galten. Manche private P2P-Tracker haben sich sogar in der Vergangenheit dazu entschlossen, derartige Releases komplett zu verbieten.


Jedoch wurde 1XBET nun von der Glücksspielseite 1XStavka regelrecht deklassiert. Diese ist optisch mit 1XBET identisch, aber völlig legal, da sie über die notwendigen Lizenzen des Federal Tax Service verfügt, wie gesetzlich vorgeschrieben. Dementsprechend werben russische Piraterieangebote nun in erster Linie für 1XStavka. Folglich zeigt sich bereits aktuell eine Verschiebung der Rangordnung auf Runet, wie eine von RBC erhaltene aktuelle Mediascope-Studie aufzeigt. 1XBET lag im Jahr 2019 auf Platz 3 der aktivsten russischen Online-Werber, gleich nach Google und PepsiCo und noch vor dem Lebensmittelgiganten Danone und sogar vor Universal Pictures. Gegenwärtig belegt das Unternehmen nur noch Platz 20. Dafür ist 1XStavka bereits auf Platz 6 aufgestiegen, Tendenz weiter steigend.

Vorgehen gegen illegale Seiten nun für Rechteinhaber erschwert

Gemäß Alexei Byrdin von der Anti-Piraterie-Gruppe Internet Video Association ist dies für die Piraten in der Form rentabler. Dies würde es auch den Rechteinhabern erschweren, gegen illegale Seiten vorzugehen. Wenn eine Glücksspielplattform nicht lizenziert ist, kann der russische Steuerdienst und die Aufsichtsbehörde Roskomnadzor den Zugriff schnell einschränken. Diese Maßnahme greift nicht nur auf den Dienst selbst, sondern auch auf Seiten, auf denen deren Werbung geschaltet ist. Da man 1XStavka lizenziert hat, hat man damit den Prozess erschwert. Und das auch dann, wenn das Unternehmen durch Werbung auf Pirateninhalte immer noch gegen das Gesetz verstößt. Dies lässt nur den Standardmechanismus übrig, Piraten-Websites zu blockieren. Dies läuft üblicherweise in der Form, dass man juristisch vor dem Moskauer Stadtgericht Klage einreicht, oder mit rechtlichen Mitteln bei den Suchmaschinen eine Löschung aus dem Index verlangt.

Zudem stellt Mediascope auch einen massiven Werbe-Rückgang eines anderen bekannten Piraterie-Sponsors, Azino 777, fest. Im Jahr 2018 war die Glücksspielseite noch der Top-Online-Werber in der Region, schaffte es aber diesmal nur auf Platz 24. Infolgedessen kommt der jüngste Bericht von Mediascope zu dem Schluss, dass die zehn besten Online-Werber auf Piratenseiten derzeit alle legal sind.

P.S.: Geoblocking lässt grüßen: 1xstavka.ru ist in Deutschland nicht verfügbar. Wer die Seite ohne VPN besucht oder einen falschen VPN-Server ausgewählt hat, bekommt nur ein großes Schloss zu Gesicht (siehe Screenshot unten). Exakt das gleiche gilt auch für 1xbet.com.

Tarnkappe.info

 

1xstavka.ru online casino

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.


Vielleicht gefällt dir auch