Millionenstrafe und acht Monate Hausarrest wegen Filmpiraterie

Wegen Filmpiraterie wurde ein ehemaliger Angestellter von Fox verurteilt, 1,12 Mio. $ zu zahlen. "The Revenant" erschien schon 6 Tage vor Kinostart im Netz.

Filmpiraterie

Der ehemaliger Angestellte der 20th Century Fox, William Kyle Morarity, hat einen Screener von „The Revenant“ und „The Peanuts Movie“ noch vor Kinostart illegal ins Netz gestellt. Morarity muss demnach wegen Filmpiraterie 1,12 Mio. Dollar an Fox zahlen, wie Torrentfreak berichtet.

Filmpiraterie zog harte Strafen nach sich

Bereits Anfang 2016 sorgte das Bekanntwerden eines besonders dreisten Falls von Filmpiraterie für Aufsehen. Morarity hatte seinen Job als Studiomitarbeiter dazu missbraucht, um sich Mitte Dezember vergangenen Jahres Zugriff auf die Filme „The Revenant“ und „The Peanuts Movie“ zu verschaffen. Das hatte er im Zuge eines Verfahrensdeals mit der Staatsanwaltschaft zugegeben. Er übertrug die Daten demnach auf eine tragbare Festplatte, anschließend habe er sie auf einen privaten Torrent-Tracker namens „Pass The Popcorn“ hochgeladen, so das Gericht.


Von diesem privaten Tausch fanden die Filme sehr schnell den Weg auf öffentliche Bittorent-Seiten. Dementsprechend war „The Revenant“ bereits sechs Tage vor seinem eigentlichen Kinostart in den USA in hoher Qualität im Internet erhältlich, in den kommenden sechs Wochen soll er mindestens eine Million Mal heruntergeladen worden sein. Der dem Studio dadurch entstandene Schaden wurde im Prozess auf rund eine Mio. Dollar geschätzt.

Ende September erfolgte nun die Verurteilung. The Hollywood Reporter hat darüber unter Bezug auf eine Pressemitteilung des Büros der kalifornischen Staatsanwältin Eileen M. Decker berichtet. Morarity muss demnach dem geschädigten Filmstudio 20th Century Fox die Geldsumme von 1,12 Millionen Dollar zahlen. Zudem wurde seine Straftat noch mit einem achtmonatigen Hausarrest sowie einer darauf folgenden Bewährungszeit von zwei Jahren geahndet. Zugleich unterstützt er im Rahmen eines Deals mit der Staatsanwaltschaft das FBI bei der Erstellung eines Antipiraterie-Clips, in dem vor den Folgen derartigen Handelns sowohl für die Wirtschaft als auch geschnappten Straftätern gewarnt wird.

Fazit

Damit ist der Verurteilte noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen. Laut The Hollywood Reporter forderte die Staatsanwaltschaft sogar eine einjährige Gefängnisstrafe obendrein. Doch die Verteidigung sprach sich aufgrund von Moraritys familiärer Situation stattdessen für einen achtmonatigen Hausarrest aus. Seine Frau und seine vier Kinder, von denen eines Gerichtsunterlagen zufolge an Autismus leidet, leben derzeit von Moraritys Arbeitslosengeld. Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Familie ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar, wie der Familienvater seine immense Geldstrafe bezahlen soll. Immerhin wird er durch das Urteil nicht von seiner Familie getrennt.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.