Mega sperrte 144.813 Benutzer wegen Urheberrechtsverletzung

Mega hat seinen jährlichen Transparenzbericht veröffentlicht, wobei die Anzahl der gesperrten Benutzer weit über dem Vorjahr liegt.

Der Cloud-Speicherdienst Mega (mega.nz) hat seinen Transparenzbericht 2021 veröffentlicht. Demgemäß hat die Plattform 144.813 Benutzer wegen wiederholter Urheberrechtsverletzung gekündigt. Allerdings zeigen die Daten, dass die Sperrungen nur einen sehr geringen Anteil an der Zahl der registrierten Nutzer ausmachen, berichtet TorrentFreak.

Kim Dotcom hat Mega, einen Cloud-Speicherdienst, im Januar 2013 gegründet. Das war exakt ein Jahr, nachdem sein neuseeländisches Anwesen durchsucht und die Behörden die Domainnamen beschlagnahmten und seinen alten Dienst Megaupload einstellten. Dotcom informierte damals darüber, dass der Cloud-Speicherdienst die Daten schützt, indem sie diese clientseitig verschlüsseln. Im Juli 2015 informierte Kim Dotcom darüber, dass er sich von Mega getrennt hat.

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Mega bietet, wie sein Vorgänger Megaupload, die Möglichkeit, digitale Inhalte privat in der Cloud zu speichern. Das Unternehmen selbst überprüft nicht, was seine User hochladen. Diejenigen, die die Inhalte hochgeladen haben, können diese dann über verschlüsselte Download-Links mit Dritten teilen. Aktuell hat Mega mehr als 107.000 Millionen Dateien auf seinen Servern gespeichert. Wie bei Megaupload wird diese Art von privatem Dienst auch zum illegalen Austausch von Inhalten verwendet. Dabei verletzen User die Urheberrechte von Filmen, Musik, Büchern, Comics usw.

Cloud-Speicherdienst Mega toleriert keine Urheberrechtsverletzungen

Zwischen September 2020 und September 2021 erhielt Mega 2,3 Millionen Takedown-Anfragen von Rechteinhabern. Eine Zahl, die fast doppelt so hoch ist wie im gleichen Zeitraum von 2019 bis 2020, als es 1,2 Millionen Anfragen gab. Der Cloud-Speicherdienst strebt eine Deaktivierung solcher gemeldeten Links innerhalb von maximal 4 Stunden an. Allerdings werden die meisten Takedowns innerhalb von Minuten durchgeführt. Durch die Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen des neuseeländischen Urheberrechtsgesetzes sieht sich der Dienst vor der Haftung für hochgeladenes, urheberrechtsverletzendes Materials geschützt. Das Unternehmen erklärt:

„Die Anzahl der Dateien, die Gegenstand solcher Takedown-Benachrichtigungen waren, ist weiterhin sehr gering [im Vergleich zu den insgesamt gespeicherten Dateien], was auf eine Nutzerbasis hindeutet, die die Geschwindigkeit, Flexibilität und Privatsphäre der Systeme von Mega für die legitime geschäftliche und private Nutzung schätzt. Im 3. Quartal 2021 machten die entfernten Links 0,0007 % der 107 Milliarden Dateien aus, die auf die Mega-Server hochgeladen wurden.“

Mega arbeitet mit einer Three Strikes Policy (3SP). Diese stellt sicher, dass diejenigen User gesperrt werden, die urheberrechtlich geschützte Inhalte innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten mehr als zweimal teilen.

Tarnkappe.info

Antonia Frank

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.