KKiste.ag: ein offizieller Nachfolger oder ein Fake?

Angeblich wurde die Streaming-Webseite KKiste.to gehackt. Ist KKiste.ag wirklich als ein echter Nachfolger anzusehen, oder vielmehr als ein Fake?

KKiste.ag

Angeblich wurde die Streaming-Webseite KKiste.to gehackt und die Betreiber sollen im Oktober des Vorjahres nach eigenen Angaben die Kontrolle über ihre Kinokiste verloren haben. Ist KKiste.ag wirklich als ein echter Nachfolger anzusehen, oder vielmehr als ein Fake? Wir haben uns ein wenig erkundigt und umgeschaut.

KKiste.ag – Klon oder Nachfolger?

Mit ehemals über zwei Millionen Seitenzugriffen monatlich war die Kinokiste im Jahr 2016, besser bekannt unter der URL kkiste.to, eine der beliebtesten Anlaufstellen für deutschsprachige Kinostreams. Das änderte sich im Vorjahr aus zweierlei Gründen: einerseits wurden die Nutzer von ihren Browsern häufiger wegen ausgelieferter Schadsoftware gewarnt. Andererseits erfolgte dort seit Herbst des Vorjahres kein Update mehr. Neue Filme sind dort nicht mehr hochgeladen worden. Irgend etwas ist geschehen aber niemand weiß genau, was.


Im Herbst 2016 ging mit KKiste.ag eine „neue Kinokiste“ ans Netz, die angeblich von den alten Betreibern auf die Beine gestellt wurde. Betrachtet man den Aufbau der Seite, fällt schnell auf, dass das Aussehen zwar sehr ähnlich ist. Aber die Programmierung ist nachweislich eine ganz andere. Im Gegensatz zur echten Kinokiste arbeitet der Nachbau nicht mit dem hauseigenen Sharehoster Ecostream. Beim Plagiat wird lediglich auf die entsprechende Unterseite des Films auf Video2k.is weitergeleitet. Von dort geht es weiter zu verschiedenen Streaming-Hostern, die den Mitschnitt dann an den Zuschauer übertragen. Von daher ist KKiste.ag eigentlich nichts anderes als eine Weiterleitung. Im Prinzip könnte man sich die Filme direkt auf Video2k.is anschauen.

Original dümpelte vor sich hin

Um den Wechsel glaubhaft zu machen, ließen sich die Macher der Fälschung eine recht interessante Story einfallen. Der Administrator soll untergetaucht und alle Backups mit ins Nirwana genommen haben. Seit einem halben Jahr kündigt man an, den alten Webauftritt samt aller ehemals verfügbarer Serien auszubauen, davon is aber nichts zu sehen. Auf der Kopie warnt man wegen der Schadsoftware sogar vor dem Betreten des Originals. Derweil dümpelt die alte Kinokiste vor sich hin, einige Streams sind nicht mehr verfügbar. Statt des Films zeigt einem die Seite häufiger lediglich eine Fehlermeldung an. Die Folgen sind absehbar: Nicht nur die Zugriffszahlen, auch die Popularität von kkiste.to wird im Laufe der nächsten Monate langsam aber konstant sinken.

Wer nach Alternativen sucht, dürfte hier bei unserer Übersicht aus dem Vormonat fündig werden. Eine umfangreichere Auswahl an deutschsprachigen Streaming-Webseiten dürfte schwerlich aufzutreiben sein.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.