Interview mit einem Uploader: Fragen einreichen!

server uploader

Ohne Uploader würde es keine Webwarez-Seiten geben. Auch die einschlägigen Foren, wo die Download-Links veröffentlicht werden, wären komplett leer. Ohne Uploader hätte sich das Geschäftsmodell der Sharehoster erledigt und die Nutzer müssten sich andere Wege suchen, um bequem und ohne Abmahnung an ihre Schwarzkopien zu gelangen. Wir haben einen sehr aktiven und gut informierten Uploader am Rohr, den wir in diesem Community-Interview ausgiebig befragen wollen. Die Fragen bitte bis zum 31. August einreichen.

Der weltweit erste Sharehoster war RapidShare, auch wenn Kim Schmitz aka Kim Dotcom es gerne so darstellt, als wenn er der Vater aller Sharehoster wäre. Das stimmt so aber nicht, Megaupload ging erst rund drei Jahre nach RapidShare ans Netz. Von 2002 bis zur mehr oder weniger freiwilligen Einstellung im Jahr 2015, war RapidShare die Heimat unzähliger Schwarzkopierer. Grund für das Aus war die Tatsache, dass sich die Schweizer Betreibergesellschaft immer größeren Forderungen ausgesetzt sah. Vor Gericht kam es wiederholt zu Niederlagen gegen die Rechteinhaber und empfindlichen Schadenersatzzahlungen, die geleistet werden mussten. Die Content-Industrie wollte dem bunten Treiben auf den Servern dieses Online-Speicherdienstes ein für allemal den Garaus machen. Oder aber die RapidShare AG hätte ihr Geschäftsmodell komplett legalisieren müssen, was allerdings trotz einiger Versuche nicht gelang.


Was Kim Dotcom anders als die Konkurrenz machte, war, dass er den Uploadern deutlich höhere Belohnungen bezahlt hat, sofern sie bei Megaupload den heißesten Scheiß hochgeladen haben. Umso neuer die digitale Ware war und umso häufiger zum Beispiel das Musikalbum oder der Film heruntergeladen wurde, umso mehr Geld haben die Beschaffer der Warez, die Uploader, von Kim Dotcom erhalten. Wer größere Dateien von einem dieser Online-Speicherdienste beziehen will, muss automatisch einen Premium-Account kaufen, so kommt das Geld für die Betreiber wieder herein.

Doch die Lage stellt sich in 2017 im deutschsprachigen Sektor ganz anders dar. So richtig gut bezahlt keiner der in der Szene verwendeten Sharehoster. Oder aber sie halten die gemachten Versprechen nicht ein und die Uploader gehen am Monatsende (oder nach mehreren Monaten) komplett leer aus. Oder, was auch gerne mal geschieht, die Betreiber tuen so als wenn sie ihren Filehoster schließen, behalten alle offen stehenden Guthaben der Up- und Downloader und machen kurze Zeit später einen neuen Dienst auf, um das Spiel von Neuem zu beginnen. Das ist alles schon mehrfach passiert. Doch wo will man sich als Betroffener juristisch dagegen wehren? Spätestens seitdem auch der Branchenprimus Uploaded.net häufiger vor den Kadi gezerrt und von den Richtern dazu verpflichtet wird, Uploader zu sperren,  sind die meisten neu gegründeten Speicherdienste nach Belize, Hongkong oder in einen anderen Staat ausgewichen, wo sie juristisch nicht mehr angreifbar sind.

file image uploader zoomWas würdet ihr unseren Uploader gerne fragen, der namentlich lieber nicht genannt werden möchte? Selbst sein Pseudonym werden wir nicht erwähnen können, haben aber seinen Background in der Webwarez-Szene ausführlich geprüft. Übrigens bevorzugt er das Upload-Tool Zoom, das ausschließlich Nutzern von Windows zur Verfügung steht. Mir war bisher lediglich der JDownloader bekannt, das ist allerdings ein Download- und kein Upload-Manager.

Eure Fragen könnt ihr hier im Kommentarbereich oder beim new gulli board (ngb.to) hinterlassen. Einsendeschluss ist der 31. August.

Bildquelle, thx! (CC0 1.0)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.


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