Indien: Einsatz von CCTV-Überwachungskameras in Klassenräumen geplant

Der Ministerpräsident von Delhi, Arvind Kejriwal, kündigte an, dass Eltern von Schülern künftig für die staatlichen Schulen Delhis in Echtzeit Zugang zu CCTV-Aufnahmen von den Klassenräumen ihrer Kinder auf ihren Mobiltelefonen haben werden. Zudem ist der Zugriff auf das Material auch Behörden gestattet, berichtet die Hindustan Times.

Das Haupeinsatzgebiet von CCTV-Videoüberwachung ist in Deutschland die Beaufsichtigung von sowohl öffentlichen, als auch privaten Räumen und Plätzen oder des öffentlichen Verkehrs. Der Name CCTV leitet sich von der geschlossenen Kabelverbindung (engl.: Closed Circuit Television) zwischen Überwachungskamera und Bildschirm ab. Nun wird diese Technologie auch in Indiens Klassenzimmern ihren Einzug halten.

Mit dem Einsatz von CCTV-Überwachungskameras sollen in Zukunft die Klassenräume Indiens sicherer werden. Den Anlass zu solch einer Maßnahme gab die Vergewaltigung eines fünfjährigen Mädchens an einer Schule in Ost-Delhi und die Tötung eines Jungen an einer Privatschule in Gurgaon. Bereits im September 2017 hatte das Bildungsministerium Indiens eine Installation von Überwachungskameras in allen Klassenzimmer staatlicher Schulen angekündigt.

So sollen Eltern demnächst den Unterricht Ihrer Kinder an staatlichen Schulen über eine App auf dem Mobiltelefon in Echtzeit mitverfolgen können. Jedes Elternteil erhält dazu eine eindeutige Login-ID, um sich in eine, von der Regierung entwickelte mobile App, einzuloggen. CCTV-Aufnahmen werden dann live in der App gestreamt. Ein Beamter des regionalen Bildungsministeriums gibt zum Thema bekannt: „Die mobile App wird noch entwickelt. Eltern müssen die Nummer des Klassenzimmers ihres Kindes kennen und können damit auf die Aufnahmen aus diesem Raum zugreifen.“ In die Eltern-App ist zudem eine Beschwerdefunktion integriert: „Wenn Eltern etwas falsch finden und sich beschweren möchten, können sie sich über die App äußern. Mit einer Problemlösung werden sich dann Beamte der jeweiligen Abteilung befassen“, sagte der Beamte weiter. Ferner wird ein permanenter Echtzeit-Zugriff autorisierten Beamten des Bildungsministeriums auf das Überwachungssystem gewährt. Sie sollen Komplikationen in betroffenen Schulen rechtzeitig erkennen und zeitnahe darauf reagieren.

Ministerpräsident Kejriwal nahm auf einem Treffen am Mittwoch (17.01.2018) die Gelegenheit wahr, das Projekt der Installation von CCTV-Kameras zu begutachten. So sollen CCTV-Kameras in allen Klassenzimmern von Regierungsschulen installiert werden. Beginn der Installation der entsprechenden Technik ist bereits in drei Monaten geplant. Kejriwal twitterte: „Jeder Elternteil erhält damit Zugang zu seinem Kind in Echtzeit. Dies wird das gesamte System transparent und nachvollziehbar machen und die Sicherheit der Kinder gewährleisten.“

Bildquelle: stux, thx! (CC0 Public Domain)

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Ein Kommentar

  1. Kritiker sagt:

    Und wie so häufig werden tragische Einzelfälle instrumentalisiert, um mehr Maßnahmen zur Überwachung einzuführen. Diesmal in Indien, bald auch bei uns?
    Wieso lassen wir es zu, dass Kinder in so einem Regime aufwachsen müssen? Haben wir gar kein Vernunfts- und Verantwortungsgefühl mehr? Sind wir so hysterisch geworden, dass wir hinter jedem Busch den bösen Onkel vermuten?
    Wäre ich Elternteil, ich würde mein Kind diesem System entziehen, notfalls das Land verlassen. Ich würde nicht wollen, dass mein Kind permanent überwacht wird. Egal von wem. und ich würde auch nicht wollen, dass mein Kind mit einer Wanze herumläuft, durch das es von mir (und der Werbeindustrie oder schlimmer: staatliche Handlanger) permanent auf Schritt und Tritt überwacht und kontrolliert werden kann.
    Was ist nur aus uns Menschen geworden? Ich zweifle immer mehr am Verstand dieser Spezies.

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