Convert2MP3: erstmals erklärt Gericht Stream-Ripping-Webseite für illegal

Nach einem Streit mit mehreren dänischen Rechteinhabern erklärte nun ein Gericht das Stream-Ripping Portal Convert2MP3 für rechtswidrig.

Convert2MP3

Auf Convert2MP3 war es für Benutzer möglich, mit Hilfe spezieller Tools, Audiospuren von online bereitgestellten Clips auf Plattformen, wie YouTube, herunterzuladen oder auch Video zu speichern. Nach einem Rechtsstreit, den die Anti-Piraterie-Vereinigung Rights Alliance im Namen der IFPI, der Verwertungsgesellschaft KODA, der Danish Artist Union und des Danish Musicians Association, geführt hat, erklärte nun ein dänisches Gericht Convert2MP3 für rechtswidrig. ISPs hat man dazu angehalten, die Seite zu blockieren. Es ist das erste Mal weltweit, dass eine Stream-Ripping-Site für illegal erklärt wurde, berichtet TorrentFreak.

Convert2MP3 ist laut Gericht illegal

Die Musikindustrie sieht zunehmend ihren Gegner im „Stream-Ripping“. Zu diesem Urteil gab die Rights Alliance eine Stellungnahme ab. „Das Ergebnis des Falles ist wegweisend, denn es ist weltweit das erste Mal, dass man eine Stream-Ripping-Service gesperrt hat. Es beweist auch, dass die Aktivitäten von Rights Alliance den Entwicklungen im Internet entsprechen, wo illegale Dienste ständig neue Wege finden, Rechte illegal auszubeuten.“


Maria Fredenslund, Rights-Alliance-Vorsitzende, äußerte sich dazu. Sie erklärte, dass: „das Urteil Klarheit für die Nutzer schafft. Auch die, die bis jetzt möglicherweise davon ausgegangen sind, dass Sites wie Convert2MP3, die neben digitalen Plattformen wie YouTube oder Spotify kostenlos genutzt werden. Das Problem ist, dass Stream-Ripping-Dienste die Musik nicht von den Rechteinhabern lizenzieren. Daher freut uns, dass wir nun bestätigt haben, dass Stream-Ripping illegal ist.“

Bereits 2016 wurde YouTube-MP3, die weltweit größte YouTube-Ripping-Seite, in den USA von IFPI, RIAA und BPI verklagt. Dies endete jedoch in einer Vergleichsvereinbarung. Die Parteien haben es nicht in einem vollständigen Verfahren zur eigentlichen Sache entschieden. Das aktuelle Urteil des dänischen Gerichts gegen Convert2MP3 wird wahrscheinlich in zukünftigen, ähnlich gelagerten Fällen in ganz Europa Anwendung finden. Nach eigenen Angaben nimmt die Tonträgerindustrie das Stream-Ripping zunehmend als ernsthafte Bedrohung wahr. Es überflügele außerdem sogar die traditionelle Peer-to-Peer-Piraterie.

Der Erfolg dieser Aktion war nicht von langer Dauer. Von Convert2mp3 gibt es unter convert2mp3.tv, convert2mp3s.net etc. einige Nachfolger, die alle mit einem ähnlichen Geschäftsmodell arbeiten.

Foto FirmBee, thx! (CC0 1.0 PD)

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.