Björk pusht eine neue Kryptowährung: Audiocoin Top oder Flop?

Das neue Album von Björk kann mit vier Kryptowährungen bezahlt werden. Wer „Utopia“ erwirbt, bekommt außerdem 100 Audiocoins (ADC) geschenkt. Top oder Flop?

Björk, Grafitti, Wall, Skull

Das neunte Album der isländischen Musikerin Björk erscheint am 24. November. Man kann es mit vier verschiedenen Kryptowährungen bezahlen. Wer „Utopia“ erwirbt, dem schenkt man außerdem 100 Audiocoin (ADC). Die Sache hat nur leider einen Haken. Sofern Björk keinen weiteren Hype generieren kann, ist und bleibt die Währung und somit das Geschenk wertlos.

Björks Plattenfirma will Kryptowährungen pushen

Björks Plattenlabel One Little Indian hat dafür kürzlich eine Kooperation mit dem britischen B2B-Blockchain-Dienstleister Blockpool bekannt gegeben. Mittels Blockpool kann das vorbestellte Album nicht nur traditionell per PayPal oder Kreditkarte, sondern auch per Bitcoin, Dashcoin, Litecoin und Audiocoin bezahlt werden. Die recht populäre Kryptowährung Ethereum unterstützt man beim Bezahlvorgang komischerweise nicht.

Wer das Album Utopia kauft, dem schenkt man obendrein noch 100 Audiocoin (ADC). Dies ist mit zwei Jahren eine noch recht junge Kryptowährung, die man wohl zum Wohl der Musikindustrie ins Leben gerufen hat. Direkt nach dem Artikel in der Times am 3. November (hinter der PayWall) stieg der ADC von 0.19 US Cent auf bis zu 0.75 US Cent. Mittlerweile ist der Kurs aber wieder im Keller. Nach der Ankündigung im Jahr 2015, man werde mit Radiohead zusammenarbeiten, stieg der Kurs anfangs in die Höhe. Dennoch sind die Audiocoins auf dem Markt als reine Penny Stocks verschrien. Autor David Gerard rät übrigens strikt von der Verwendung des original Björk Online Stores ab, weil einem dort das eigene Passwort plus Username per E-Mail mitgeteilt wird, unverschlüsselt versteht sich.


Fazit

Eigentlich eine nette Idee mit dem Geschenk an die Fans, doch leider wenig sinnvoll. Im Shop von Björk soll es übrigens ein Belohnungssystem geben. Die Käufer erhalten zusätzliche ADC, sofern sie weitere Produkte wie beispielsweise Konzerttickets erwerben. Das Problem daran ist. Man müsste die sowieso nahezu wertlosen Audiocoins erst umständlich in eine gängige Kryptowährung (im Idealfall Bitcoin) eintauschen, will man sie zu Geld machen. Das kostet Gebühren und man kann das natürlich nicht überall im Web tun.

Utopia: Wie der Name des Albums schon sagt, ist das alles noch Zukunftsmusik.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.