Björk: Leak ist eine „künstlerische Vergewaltigung“

Article by · 24. Januar 2015 ·

björk ecodallaluna vulnicura
Vier Jahre mussten die Fans auf ein neues Album von Björk warten. Viele glauben, es sei das beste seit „Vespertine“ aus dem Jahr 2001. Da die neun Titel vorzeitig illegal im Internet auftauchten, wurde die Veröffentlichung von „Vulnicura“ zwei Monate vorgezogen. Eigentlich sollte das Album erst im März dieses Jahres auf den Markt kommen.

Es ist seit dem 20. Januar bei Amazon und iTunes verfügbar. Das aktuelle Album sollte eigentlich zeitgleich zur Eröffnung einer Ausstellung ihres Lebenswerkes am 8.3. im New Yorker Museum of Modern Art erscheinen, außerdem ist für Ende März der Verkaufsstart des neuen Buches „Björk: Archives“ vorgesehen.

Nachdem „Vulnicura“ in den Tauschbörsen auftauchte, gab Björk eilig bei Twitter bekannt, dass die Publikation acht Wochen vorgezogen wird. Bislang ist lediglich der digitale Download bei Amazon und iTunes möglich, das haptische Musikalbum ist in Deutschland noch nicht verfügbar. Bisher ist unklar, wann Warner die Platte als CD oder Vinyl auf den Markt bringen wird. Björk teilt mit der frühzeitigen Veröffentlichung übrigens das Schicksal der Pop-Queen Madonna. Ihr Album „Rebel Heart“ wurde ebenfalls vor dem Verkaufsstart illegal verfügbar gemacht.

Die isländische Musikerin sprach aufgrund des Leaks von einer „künstlerischen Vergewaltigung“, die ihr dabei widerfahren sei. Ein ausführliches Interview mit ihr wurde kürzlich bei Patchwork veröffentlicht. Die Kombination Vulnicura (to cure a vulnerability) soll Teile des Inhalts des aktuellen Albums beschreiben. Es geht um die Heilung von Verletzungen der Seele. Björk verarbeitet mit ihrem achten Album die Trennung von ihrem langjährigen Lebensgefährten Matthew Barney.

Bildquelle: ecodallaluna – (CC BY-SA 2.0)

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14 Comments

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    NIxda Vergewaltigung. Wenn das Album so geleaked ist, wie es ohnehin released werden sollte, dann ändert sich da künstlerisch überhaupt nix. Das ist vielleicht schlecht für ihren Geldbeutel, aber der Kunst macht das rein gar nichts. Ganz im Gegenteil. Hätte sie ihr Werk nicht künstlich zurückgehalten, wäre das nicht passiert. Man sollte nicht versuchen, Bastet (GEPRIESEN SEI IHR NAME!) um ihren Lohn zu bescheissen. Da Frau Bjöäärk anscheinend das Abkassieren für die wahre Kunst hält, ist sie mit diesem dummen Spruch in meiner Wertschätzung schlagartig von „langweilig aber nicht unsympathisch“ auf „Doppelheino“ gesunken. Apropos Heino: vielleicht sollte ihr der mal beibringen, was eine *richtige* musikalische Vergewaltigung ist. Wäre gespannt, wie ihr *das* gefiele. Hähähähä…

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    Joe

    Von wem stammt denn nun der Begriff „künstlerische Vergewaltigung“? In dem als Quelle genannten Interview ist er jedenfalls nicht zu finden. Alle Quellen im Netz weisen auf Madonna hin, zB hier: http://www.theguardian.com/music/2014/dec/21/madonna-album-hack-living-state-terror

    Kannst Du die korrekte Quelle benennen, Lars? Das wäre für die Diskussion sehr hilfreich. Andernfalls könnte der Eindruck entstehen, dass auch die anderen Artikel auf Tarnkappe ähnlich fehlerbehaftet sind und das wäre doch sehr bedauerlich.

    Immerhin berufen sich Leser, wie man in den Kommentaren sehen kann, auf die hier verbreiteten Informationen, um zu rechtfertigen, dass sie anderen (in diesem Fall Björk) wissentlich Schaden zufügen.

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    VanityBackfires

    Kapieren diese Idioten denn nicht, dass sie, wenn sie für jedes Leak das Wort „Vergewaltigung“ benutzen, tatsächliche Opfer sexueller Gewalt herabwürdigen? Dieser ganze Schwachsinn im Fahrwasser der „Rape Culture“ bewirkt nur, dass Vergewaltigung trivialisiert wird. Nein, es ist nicht „Vergewaltigung“, wenn dein beschissenes Album geleakt wird, nein, es ist nicht „Vergewaltigung“, wenn eure Nackbilder im Internet landen. Hört auf, euren unbedeutsamen Blödsinn mit Vergewaltigung gleichsetzen zu wollen. Auch wenn es noch so schlimm erscheint, das Wort „Vergewaltigung“ dafür zu benutzen ist im Grunde genommen nichts weniger als eine Vergewaltigung von tatsächlichen Opfern von Vergewaltigung.

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      Markus Rennhack

      ich lese hieraus:
      björk, du bist ein idiot, deine musik ist beschissen, deine empfindung ist schwachsinn, was dir passiert ist, ist nur unbedeutsamer blödsinn, und auch wenn ich weiß, dass es dir so weh tut, dass du das wort „vergewaltigung“ bemühst, mach ich es jetzt extra nochmal. bis zum umfallen.

      ihr gehackten und um eure privaten intimen photos beraubten, ihr habt kein recht, euch ohnmächtig, gedemütigt und verletzt zu fühlen, euer trauma ist einen dreck wert, weil es da draußen leute gibt, die offline uneinvernehmlich gefickt wurden und nur die dürfen das v-wort benutzen. nur die!!

      liebe „echten“ vergewaltigungsopfer. ich habe eben mal euer schicksal instrumentalisiert, ganz uneigennützig natürlich, um eine persönlichkeitsrechtsverletzung (recht auf erstveröffentlichung) zu trivialisieren. denn sharing is caring und falls das jemand anders sehen sollte mit den nackphotos [sic!], dann können wir sicher davon ausgehen, dass das trotzdem okay geht. denn benutzt werden, das kennt ihr ja schon…

      danke für die demonstration, vanitybackfires, all dessen, was schief läuft in der debatte. in beiden debatten.

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        VanityBackfires

        Fakt ist nun mal, dass eine Persönlichkeitsrechtsverletzung verglichen mit Vergewaltigung trivial ist. Wenn man den Vergleich nicht will, soll man ihn bitte nicht selbst anstellen. Ich habe das Wort „Vergewaltigung“ ja nicht als erster benutzt.

        Mag sein, dass es wehtut, wenn ein Album geleakt wird. Man darf da ja traurig sein, natürlich. Aber Björk wird es überstehen, und ihr Leben ist dadurch nicht ruiniert, sie wird keine jahrelange Therapie nötig haben, um vielleicht irgendwann mal nicht mehr panische Angst in jeder Sekunde ihres Lebens zu haben. Denn ein Leak ist nun mal absolut nicht mit einer Vergewaltigung zu vergleichen.

        Ich meine, was kommt als nächstes, wenn das Wort „Vergewaltigung“ wieder zu abgenutzt und unschockierend ist?

        „Jemand lädt mein Album runter, ich fühle mich wie in einer Gaskammer?“

        Natürlich, undenkbar – aber Vergewaltigungsvergleiche gehen in Ordnung?

        >ihr habt kein recht, euch ohnmächtig, gedemütigt und verletzt zu fühlen, euer trauma ist einendreck wert

        Hab ich nie gesagt. Kann ja sein, dass einem sowas die Laune verdirbt. Nur ist es eben nicht Vergewaltigung. Und ja, ich finde, dass man das Wort „Vergewwltigung“ nur für Vergewaltigungen hernehmen sollte.

        Ich handle uneigennützig – mir geht es einzig um die Gefühle von Opfern sexueller Gewalt, und vielleicht auch noch um die deutsche Sprache, die ja auch regelrecht vergewaltigt wird, wenn Leute plötzlich auf die Idee kommen, Wörter komplett anders zu verwenden, als sie verwendet werden sollten.

        Und, ja, sharing is caring. Der Welt würde es viel besser gehen, wenn alle Menschen alles teilen würden. Z.B. so tolle Dinge wie Mitgefühl. Es tut im Herzen weh, wie kalt, egoistisch, abgestumpft und zynisch viele Leute einfach Dinge vor sich hersagen, ohne darüber nachzudenken, ob diese Dinge anderen Menschen tatsächlich wehtun können.

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          Thomas Elbel

          Ich darf Vergewaltigung nicht als Metapher für demütigendes Verhalten im digitalen Raum benutzen, wohl aber als Metapher für Sprachverdrehung und das ist dann keine Trivialisierung?! Sehr einleuchtend. Übrigens: There’s a difference between sharing and being shared. The latter happens regardless of consent, just like rape. Oops.

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            VanityBackfires

            >wohl aber als Metapher für Sprachverdrehung und das ist dann keine Trivialisierung?!

            War ja nicht ganz ernstgemeint, die Verwendung hier. Das nennt man glaub ich Ironie oder so. So viel self-awareness ist mit schon zuzutrauen.

            >The latter happens regardless of consent, just like rape.

            Wieder so ein geschmackloser Vergleich…bin gespannt, wann der in einem Raubkopierer-sind-Verbrecher-Spot verarbeitet wird!

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          Thomas Elbel

          Übrigens: Madonna, von der das Zitat stammt (wann verbessert Lars das endlich) war in ihrer Jugend auch das Opfer einer „echten“ Vergewaltigung. Man könnte also sagen, sie weiß wovon sie spricht.

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            VanityBackfires

            Tja, gerade deswegen sollte man eigentlich erwarten, dass sie es besser wissen müsste, als so einen Unsinn zu erzählen. Übrigens ist es nicht relevant, von wem die Aussage stammt.

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    Tarnkappe_Mysterion

    Die Musik von Madonna ist eher Vergewaltigung für die Ohren.

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      Heavy Metal, alles andere ist nix? Na, ich weiß nicht. Da scheiden sich die Geister aber…

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      Da ist seit einigen Jahren etwas dran!

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    Vergewaltigung finde ich recht hoch gegriffen. Ja, ich verstehe absolut, dass es für einen Künstler blöd ist wenn die eigenen Werke vorzeitig im Internet auftauchen. Ich habe Björk früher sehr viel gehört, ihre ersten beiden Alben sind wirklich toll. Leider ging es später musikalisch (meiner Meinung nach) abwärts. In den Fanforen wird das neue Album aber als sehr gut beurteilt. Ich grübel noch, ob ich mir das Album später als CD bestellen soll.


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