Ein Sprachassistent von Amazon - im Hintergrund ein Kind mit Buch
Ein Sprachassistent von Amazon - im Hintergrund ein Kind mit Buch
Bildquelle: Sharomka, Lizenz

Alexa macht Deine Kinder dumm und unhöflich – laut dieser Studie

Immer mehr Menschen holen sich eine Alexa ins Haus. Doch was macht das eigentlich mit deren Kindern? Forscher haben nun die Antwort darauf.

Egal ob Alexa, Siri, Google Assistant oder Cortana – Sprachassistenten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Doch wie Forscher nun feststellten, haben sie auch negative Auswirkungen auf kognitive und soziale Fähigkeiten von Kindern. Denn menschliche Kommunikation besteht aus weit mehr als nur ein paar einfachen und monoton gesprochenen Sätzen.

Sprachassistenten beeinträchtigen Entwicklung der Kinder

Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Apples Siri sind heute aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Was zu Beginn noch mit einfachen Antworten auf einfache Fragen für Aufsehen sorgte, hat sich für viele Menschen zu einer echten Alternative entwickelt, um Licht, Heizung, Musikwiedergabe oder den eigenen Terminkalender durch sprachliche Kommunikation mit einem Gerät zu steuern.

Doch nicht alles, was glänzt, ist Gold. Denn wie Wissenschaftler der University of Cambridge herausfanden, sorgt Alexa mitunter dafür, dass die sozialen und kognitiven Fähigkeiten ihrer Benutzer nachlassen. Insbesondere dann, wenn es sich dabei um Kinder handelt, die diese Fähigkeiten erst noch entwickeln müssen.

Alexa vermittelt Kindern unzulängliche Sprachmuster

Wie die Forscher in ihrem Paper herausstellten, können die Sprachassistenten langfristig negative Auswirkungen auf Sprache, Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und kritisches Denken haben. Durch Nachahmung ihrer Sprachmuster übernehmen die Kinder auch Alexas Unzulänglichkeiten wie die monotone Stimmlage oder die konstante Lautstärke.

Und auch die Höflichkeit der Kinder bleibt unter Umständen auf der Strecke. Denn sie müssen die Sprachassistenten niemals um etwas bitten, sondern lediglich Befehle erteilen. Ebenso haben Worte der Dankbarkeit keinerlei Einfluss auf die Reaktion des Gerätes, was mitunter dazu führt, dass sich die Kinder auch gegenüber Menschen unangemessen verhalten. Da Alexa außerdem keine komplexen Fragen beantworten kann, neigen die kleinen Bengel dazu, ihre Fragestellungen zunehmend zu vereinfachen und sich an den ständigen Gebrauch kurzer und einfacher Sätze zu gewöhnen.

Ein Gespräch ist sehr viel mehr als nur ein paar Worte

Abgesehen vom gesprochenen Wort ist jedoch beim Menschen auch die nonverbale Kommunikation von entscheidender Bedeutung. Doch Sprachassistenten begegnen ihren Anwendern weder mit Gestik noch mit Mimik. Und Kindern, die in ihrer Entwicklungsphase kaum bis wenig mit diesen Elementen konfrontiert werden, fällt es später umso schwerer, damit akkurat umzugehen.

Zwar hat Amazon in der Kids Edition seines Echo Dot eine “Magic Word“-Funktion eingebaut, die Ausdrücke der Höflichkeit honoriert. Doch fehle laut den Wissenschaftlern weiterhin die Vermittlung des Prozesses der Informationssuche. Denn wie Heise berichtet, “finde in einem Gespräch ein Austausch statt“, wenn Kinder anderen Menschen Fragen stellen. “Dadurch lernen Kinder etwa, wie das Gegenüber nachfragt, wenn mehr Informationen zur Frage benötigt werden. In dem Gespräch könne auch die Argumentation von Kindern überprüft werden.” Bei der Verwendung eines Sprachassistenten hingegen entgehe den Kindern eine Lernerfahrung. Dies beeinträchtige schließlich die Fähigkeit des kritischen Denkens und logischen Schlussfolgerns.

Dass Alexa generell nicht “hell” genug ist, um den menschlichen Informationsaustausch akkurat zu vermitteln, erscheint naheliegend. Insbesondere wenn man bedenkt, dass sie teilweise sogar auf ihre eigene Ausgabe reagiert.

Tarnkappe.info


Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.