ace, the law
ace, the law
Bildquelle: smlp.co.uk, thx! (CC BY 2.0)

ACE will Betreiber harmloser Flixtor-Domain enttarnen

Obwohl bei flixtor.org keine illegalen Inhalte hinterlegt sind, will die ACE gerichtlich die Aufdeckung der Betreiber erzwingen.

flixtor

Flixtor.org ist lediglich ein Hinweis im Web, welche Domains tatsächlich von den Machern selbst betrieben werden und welche nicht. Wer in einer Suchmaschine Flixtor eingibt, wird bei den Suchergebnissen aufgrund der Popularität dieser Webseite geradezu mit unzähligen Klonen und Fake-Sites geflutet. Laut den Gründern sind sich manche Fake-Admins nicht zu schade, darüber Phishing zu betreiben. Andere haben Drive-By-Trojaner eingebunden, um die PCs der Besucher zu infizieren. So unmoralisch diese Vorgehensweise sein mag, sie wirft im Vergleich zur Werbung deutlich mehr Geld ab.

Fakes von Flixtor verteilen mitunter Phishing & Trojaner

Phishing kommt wohl nur deswegen infrage, weil Flixtor unter anderem kostenpflichtige Abos anbietet. Wer Zugriff auf wirklich alle TV-Serien und Filme dieses Streaming-Anbieters haben will, wird zur Kasse gebeten. Monatlich knapp 15 USD kostet das Premium-Abo, der kostenpflichtige Zwei-Jahres-Account fast 90 US-Dollar. Nur so seien alle hochauflösenden Mitschnitte verfügbar, heißt es dort. Und nur nach Angabe der Kreditkarte etc. sei es möglich, die Filme auch herunterzuladen.

Domain einer harmlosen Seite im Zielfernrohr

Der Allliance for Creativity and Entertainment (ACE) gefällt das naturgemäß weniger gut. Dort konsumieren jeden Tag unzählige Besucher ihre Werke umsonst, statt dafür in die Tasche greifen zu müssen. Nachdem frühere Versuche scheinbar keine brauchbaren Informationen geliefert haben, nehmen die Anwälte der ACE nun die Domain Flixtor.org ins Visier.

Das interessant, weil über diese Domain niemals kein Urheberrecht verletzt wurde oder wird. Auch hat man keine Links zu rechtsverletzenden Seiten eingebunden, sondern diese nur namentlich erwähnt. Das ist auch in den USA erlaubt. Cloudflare soll aufgrund des Schreibens der ACE dennoch Auskunft darüber geben, wem die Seite mit der legalen Textdatei gehört. Das ist offenbar die letzte Möglichkeit, um den Machern doch noch habhaft zu werden.

Laut Torrentfreak teilte die MPA Cloudflare als Begründung für die gerichtliche Vorladung mit, dass zumindest manche Benutzer des Flixtor-Netzwerkes für Copyright-Verletzungen verantwortlich sein sollen. Dies schrieb Jan van Voorn dem Empfänger Cloudflare. Er ist Leiter des Bereichs Content Protection der MPA und sprach im Namen der ACE.

Keine Verbindung gegeben?

Nach eigenen Angaben von Flixtor haben sie gar nichts mit den Inhalten zu tun, die man bei flixtor.org anzeigt. Ob das stimmt, bleibt einmal dahin gestellt. Seiten ohne rechtsverletzende Inhalte hat die ACE übrigens schon häufiger ins Visier genommen. So auch die Anfragen wegen den Domains primewirestatus.org und onionplay.network.

Das Problem ist halt, dass die DMCA-Verfügungen nicht vorab richterlich geprüft werden. Es kommt dann darauf an, wie wichtig dem Empfänger der Verfügung der Schutz der eigenen Kunden ist. Die wahrscheinlich sowieso fehlerhaften weil gefälschten Daten an die ACE auszuhändigen, ist ohne Zweifel mit weniger Aufwand wert, als die Anfrage juristisch prüfen zu lassen.

Tarnkappe.info


Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.