Zusteller bringt ein Retouren-Paket zurück zum Online-Händler (Symbolbild)
Zusteller bringt ein Retouren-Paket zurück zum Online-Händler (Symbolbild)
Bildquelle: IgorVetushko, Lizenz

Retouren-Betrug: Junges Paar aus Vechta zieht Online-Händler ab

Zwei Tatverdächtige aus Vechta haben einige Online-Versandhändler per Retouren-Betrug um einen sechsstelligen Geldbetrag erleichtert.

Nicht jeder Versandhändler prüft die Rücksendungen seiner Kunden sorgfältig, bevor er den Kaufpreis erstattet. Dessen war sich auch ein junges Paar aus Vechta bewusst, das sich per Retouren-Betrug schön die Taschen füllte. Und damit die eigenen Bestellungen nicht zum Engpass wurden, boten sie ihre Masche auch anderen als Dienstleistung an.

Zwei Verdächtige aus Vechta prellen Online-Händler per Retouren-Betrug

Wer schon die ein oder andere Retoure einer Online-Bestellung eingeleitet hat, hat sich womöglich auch hin und wieder gewundert, wie schnell einige Händler das Geld zurück überweisen. Tatsächlich scheinen viele Versandhändler die Lieferung gar nicht genauer zu prüfen, bevor sie den Kaufpreis erstatten.

Diesen Umstand nutzte zuletzt ein junges Paar aus Vechta aus, um sich durch einen Retouren-Betrug an den gutgläubigen Betreibern einiger Online-Shops zu bereichern.

Wie aus einer neuen Pressemitteilung hervorgeht, hatte die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta schon im Dezember 2021 erste Ermittlungen gegen die beiden Betrüger aufgenommen. Im Februar 2022 kam es dann zu einer Durchsuchung, bei der die zuständigen Ermittler mitunter einige digitale Speichermedien beschlagnahmt hatten.

Am heutigen Tage stattete die Polizei dem Paar schließlich erneut einen Besuch ab, bei dem sie zahlreiche Beweismittel in ihren Besitz nahm. Neben weiteren Speichermedien und Mobiltelefonen kassierten die Beamten “eine Vielzahl an Gegenständen”, die die Täter mutmaßlich durch den Retouren-Betrug erlangt hatten.

Betrug im großen Stil als Dienstleistung angeboten

Der Betrug an den betroffenen Online-Händlern erfolgte durch regelmäßige Bestellungen neuer Waren, woraufhin die Verdächtigen unmittelbar Retouren einleiteten. Dabei sandten sie jedoch nicht die ursprüngliche Lieferung zurück, “sondern lediglich leere Kartons oder andere, minderwertige Gegenstände”.

Mangels einer sorgfältigen Kontrolle der Rücksendungen seitens der Versandhändler erstatteten diese den jeweiligen Warenwert. Folglich erhielt das junge Paar nicht nur immer wieder das Geld zurück, sondern blieb gleichzeitig im Besitz der ergaunerten Ware.

Obendrein boten die beiden Verdächtigen aus Vechta ihren Retouren-Betrug auch noch anderen Online-Bestellern als Dienstleistung an. Im Gegenzug ließen sie sich von ihren Kunden jeweils “einen geringen Prozentsatz vom Warenwert als Honorar” auszahlen.

In Summe soll den betroffenen Händlern ein sechsstelliger Schaden entstanden sein.

Über

Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.