Bürogebäude von Meta bei Dunkelheit mit sichtbaren Mitarbeitern
Bürogebäude von Meta bei Dunkelheit mit sichtbaren Mitarbeitern
Bildquelle: askarimullin, Lizenz

Meta Mitarbeiter haben Facebook- und Instagram-Konten verkauft

Nun setzt Meta die involvierten Angestellten, die durch ihre Machenschaften nebenbei Tausende von Dollar verdienten, vor die Tür.

Mitarbeiter von Meta verschafften Außenstehenden Zugang zu Facebook- und Instagram-Konten anderer Benutzer. Auch Personal eines Dienstleisters war in die Vorfälle involviert, durch die die Betrüger „Tausende von Dollar“ kassierten. Die logische Folge waren Kündigungen. Doch Metas Ruf bleibt angekratzt.

Meta Mitarbeiter dürfen gehen – doch nicht alle aus demselben Grund

Aufgrund der weltweit wirtschaftlich sehr angespannten Situation haben bereits zahlreiche große Konzerne viele Tausende von Mitarbeitern entlassen. Auch Meta verabschiedete sich erst vor wenigen Tagen von rund 11.000 Angestellten, wie beispielsweise das Handelsblatt berichtete.

Nach welchen Kriterien die Konzerne das zu entlassende Personal auswählen, ist dabei nicht immer klar ersichtlich. Doch gerade bei Meta gibt es ganz nebenbei auch noch Kündigungen der etwas anderen Art. Denn wie Engadget berichtet, setzt das Unternehmen nun Mitarbeiter vor die Tür, die ihre Position missbraucht haben.

Auch Sicherheitspersonal von Allied Universal war involviert

Demnach sollen die Angestellten im vergangenen Jahr Bestechungsgelder angenommen haben, um Facebook- und Instagram-Konten zu kapern. Dabei nutzten die Betrüger mitunter Metas Kontowiederherstellungstool „Oops„.

Außenstehende boten ihnen laut einem Bericht des Wall Street JournalTausende von Dollar„, um Zugang zu bestimmten Konten zu erhalten. Auch einige vermeintliche „Sicherheitsmitarbeiter“ von Allied Universal, die Meta beauftragt hatte, sollen in die Vorfälle verwickelt gewesen sein. Eine Pressemitteilung des US-amerikanischen Sicherheitsunternehmens über die Betrugsfälle bei Meta sucht man auf der Website von Allied Universal natürlich vergebens.

Allied Universal

Das Oops-Tool ermöglicht es Angestellten von Meta, die Kontrolle über unzugängliche Konten wiederherzustellen. Eigentlich ist es nur für seltene Fälle vorgesehen, beispielsweise bei Personen des öffentlichen Lebens oder für verstorbene Familienmitglieder. Durch gezielte Fragen ist jedoch vor Einsatz des Tools stets die Vertrauenswürdigkeit der Quelle zu prüfen.

Die Verwendung von Oops ist in den letzten Jahren stark angestiegen. So gab es im Jahr 2017 noch rund 22.000 Aufträge. 2020 waren es bereits 50.270.

Die Anzahl der Mitarbeiter bei Meta schrumpft – ebenso wie der Ruf

Andy Stone, ein Sprecher von Meta, teilte mit, dass das Unternehmen weiterhin „angemessene Maßnahmen“ gegen jeden ergreife, der betrügerische Dienste verkaufe. Und auch Allied Universal reagiere nach eigenen Angaben immer „ernsthaft“ auf Berichte über Verhaltensverletzungen.

Zwar erscheint der Umfang der in diesem Zusammenhang erwirkten Entlassungen klein im Vergleich zur gesamten Mitarbeiterzahl des Konzerns. Doch im Hinblick auf Metas Ruf dürften die Vorfälle durchaus für gemischte Gefühle sorgen.

Über

Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.