Gamer freut sich, dass er seine Switch-Titel dank Picklock endlich wieder im Emulator zocken kann (Symbolbild)
Gamer freut sich, dass er seine Switch-Titel dank Picklock endlich wieder im Emulator zocken kann (Symbolbild)
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Picklock beerbt Lockpick: Ein Lichtblick für Switch-Emulatoren

Genau wie sein Vorgänger erlaubt Picklock den Besitzern einer Nintendo Switch, die Kopierschutzschlüssel ihrer eigenen Spiele zu exportieren.

Das kürzlich per DMCA-Takedown von GitHub verbannte Nintendo-Switch-Projekt Lockpick hat mit Picklock bereits einen Nachfolger bekommen. Damit scheint die Zukunft für Switch-Emulatoren vorerst gesichert zu sein, wenngleich noch äußerst fraglich ist, wie lange dieser Zustand andauert.

Lockpick bekommt einen Nachfolger: Switch-Keys jetzt via Picklock exportierbar

Erst vor wenigen Tagen berichteten wir darüber, dass Nintendo angesichts der Veröffentlichung des neuen Zelda-Titels Tears of the Kingdom* das Homebrew-Projekt Lockpick, auch bekannt als “Lockpick_RCM”, per DMCA-Abmahnung an GitHub ins Visier genommen hat. Tatsächlich ist das zugehörige Repository kurz darauf von der Plattform verschwunden.

Die Entwickler hinter den unzähligen Forks des beliebten Projekts wollten das jedoch offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Wie Wololo.net berichtet, hat der Switch-Hacker Slluxx Lockpick inzwischen unter einem neuen Namen wieder aufleben lassen: „Picklock“ beziehungsweise „Picklock_RCM„.

Ebenso wie schon sein Vorgänger ermöglicht Picklock Besitzern einer Nintendo Switch, die Kopierschutzschlüssel ihrer eigenen Spiele, die sie auf legalem Wege käuflich erworben haben, von der Spielekonsole* zu exportieren. Diese lassen sich anschließend in einem Switch-Emulator wie Yuzu verwenden, um die jeweiligen Titel dort lauffähig zu machen.

Picklock: Die Zukunft des Switch-Tools bleibt ungewiss

In seinem neuen Repository hat sich es sich Slluxx jedoch nicht nehmen lassen, ein wenig gegen Nintendo zu sticheln. Den ersten Release der Software, den er vor drei Tagen bereitstellte, nannte er humorvoll “DMCA fix”. Schon mit einem vorherigen Commit richtete er sich unmissverständlich an den Switch-Hersteller mit den Worten: “you aint taking this down”.

Wie lange der Lockpick-Fork tatsächlich auf GitHub bestehen kann, ist derzeit noch ungewiss. Sollte Nintendo auch jetzt, wo der neue Zelda-Teil für die Switch verfügbar ist*, noch immer Jagd auf solche Tools machen, so dürfte auch Picklock schnell wieder von der Bildfläche verschwinden.

Der ursprüngliche Entwickler von Lockpick, shchmue, hat sich aber scheinbar bisher noch nicht zu dem DMCA-Takedown seines Projektes geäußert. Und ob Slluxx überhaupt in der Lage ist, Picklock aktiv weiterzuentwickeln und auf mögliche Anpassungen der Switch-Firmware akkurat zu reagieren, wird sich erst noch zeigen müssen.

Steckt Nintendo wirklich hinter dem DMCA-Takedown?

Ferner ist noch ungewiss, ob Nintendo wirklich für die ursprüngliche DMCA-Abmahnung verantwortlich ist. Ein offizielles Statement gab der Konzern dazu bisher nicht ab. Zumal es merkwürdige Leute auf Twitter gibt, die behaupten, sie selbst hätten die DMCA-Meldungen an GitHub übermittelt.

Wirklich überprüfen lässt sich so eine Behauptung wohl kaum. Vermutlich ist das bloß ein Versuch, die Welle der Entrüstung der Lockpick-Fans zu nutzen und dadurch etwas Aufmerksamkeit zu erlangen.

Dass Nintendo hier selbst seine Finger im Spiel hatte, ist jedoch angesichts vergangener Ereignisse ziemlich naheliegend. Lassen wir uns also überraschen, wie lange sich Switch-Fans an dem neuen Picklock erfreuen können. Aber selbst wenn es wieder verschwindet, sprießen danach ohnehin unzählige neue Forks aus dem Boden. So ist das nun mal mit digitalen Inhalten, die sich einfach kopieren lassen.

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Über

Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.