WhatsApp löschen? Kann Threema mithalten?

Kürzlich wurde bekannt, die Betreiber-gesellschaft von WhatsApp soll von Facebook übernommen werden. Eine Datenkrake kauft die nächste. Jetzt geistern zahlreiche Beiträge in den sozialen Netzwerken herum, warum man WhatsApp in der Konsequenz löschen oder genau dies derzeit nicht tun sollte. Die Schweizer Alternative Threema soll sogar über Nacht die Anzahl ihrer Nutzer verdoppelt haben. Alles wieder nur ein Hype, oder was?


Threema hat auf jeden Fall den Vorteil, dass das Unternehmen nicht der laxen US-amerikanischen Datenschutzgesetzgebung unterliegt, sondern den strengen Regelungen der Schweiz. Die Verschlüsselung der Nachrichten ist bei Threema recht gut gelöst. Doch laut Pascal Kurschildgen ist die lokale Verschlüsselung auf dem Gerät nicht zu 100% sicher. Threema verschlüsselt die lokale Datenbank nicht nochmals, sondern setzt komplett auf die iOS Verschlüsselung. Diese greift aber nur, sofern man einen Passcode setzt.

Halten wir zunächst fest: Es gibt keinen Grund ausgerechnet jetzt WhatsApp zu löschen. Die Übernahmeankündigung durch Facebook ist aber immerhin ein guter Anlass, allzu gesprächige Smartphone-Anwendungen für immer in den Mülleimer zu verbannen. Bei mir lief WhatsApp rund vier Wochen, nachdem ich das Programm vor über einem Jahr gelöscht hatte. Gelöscht ist relativ. Die Daten auf dem iPhone können jederzeit wieder hergestellt werden. Das Gerät macht die Daten der App für Laien unsichtbar, weg sind sie nicht. Auch die Apple-Cloud stellt die Software auf Knopfdruck wieder zur Verfügung, als wäre sie nie weg gewesen.

WhatsApp löschen?

whatsapploeschenkleinWarum ich WhatsApp benutzt habe? Es gibt halt leider so manche Personen, die mit Ausnahme von kostenpflichtigen SMS nur über diese Nachrichten-App erreichbar sind. Threema ist alles in allem ganz nice. Das Problem ist aber, das dort bis gestern kaum jemand angemeldet war. Es muss zunächst eine kritische Masse erreicht werden, damit die App für alle Anwender attraktiv genug ist. Davon ist Threema noch immer weit entfernt.

Ich möchte an dieser Stelle auch festhalten, dass Facebook für die IT-Security ihrer Nutzer bekanntlich sehr viel getan hat. Datenkrake hin oder her. Facebook kann man nicht mit den Betreibern von WhatsApp in einen Topf werfen. Facebook ist bei Hackern dafür bekannt, dass sie alles Erdenkliche unternehmen, um es unmöglich zu machen, dort einzudringen. Das konnte man von den Betreibern von WhatsApp leider nicht sagen, eher das genaue Gegenteil. Von daher wird die Übernahme auch einige positive Aspekte mit sich bringen.

Tja und jetzt? Ehrlich gesagt, weiß ich es noch nicht genau. Ich lasse mir die Sache noch durch den Kopf gehen. Wer mir die Entscheidung erleichtern möchte, meine ID bei Threema lautet 7B54EV82.

Update: Schluss mit dem Thema und weg damit, ich habe die Kontaktliste und WhatsApp von meinem eierPhone entfernt.

threema-id

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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4 Kommentare

  1. Maximilian sagt:

    Sicherleich kann man auf verschiedene gute Alternativen zurückgreifen, aber die bringen einen nicht weiter, wenn der eigene Bekanntenkreis nicht dazu bereit ist zu wechseln und als Einzelner macht es zur Zeit einfach keinen Sinn. Bleibt abzuwarten, ob sich dies in Zukunft noch irgendwie verändern wird.

    • Lars Sobiraj sagt:

      Ich persönlich habe WhatsApp rausgeworfen. Die Übernahme von Facebook war zwar kein Grund, es war aber ein Anlass das zu tun. Ich habe jetzt Threema und Telegram installiert. Nach dem ersten Sturm der Entrüstung hat kaum jemand auf die Alternativen gewechselt. Mir ist es ehrlich gesagt fast egal. Ich gehöre nicht zu der Generation, die ständig mit seinen Bekannten in Verbindung stehen muss. Und wenn doch, rufe ich auch gerne mal an oder schicke der Person eine kostenpflichtige SMS. Dann reduziert sich die Kommunikation auch nur auf die wichtigsten Dinge, das hat auch seine Vorteile. ;-)

  2. Luca sagt:

    Telegram macht auch Fortschritte.

    WhatsApp-Klon, klar. Aber wenigstens sind Teile des Codes frei verfügbar.

  3. spiegelbest sagt:

    Securespot ist open scource, kostenlos, sicher, einfach. Was willst du mehr?

    Na gut, Video kostet etwas. Und Gruppenchat kommt noch, aber sonst perfekt!

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