Webwarez: BREIN löscht zehntausende illegale E-Books

BREIN ging gegen diverse Webserver vor, wo aus Versehen Up- und Downloads ohne Anmeldung möglich waren. Dort waren E-Books hinterlegt.

BREIN, Piracy, Skull, Totenkopf. Rowan Heuvel
Foto Rowan Heuvel, thx!

BREIN ging aktiv gegen mehrere Dutzend Webserver vor, die aus Versehen Up- und Downloads ohne jegliche Anmeldung ermöglicht haben. Die niederländische Copyright-Organisation kontaktierte die entsprechenden Hosting-Provider, damit diese die ungeschützten Verzeichnisse mit Hinweis auf mannigfaltigen Verletzungen des Urheberrechts löschen. Zehntausende E-Books hatten Unbekannte dort hinterlegt und offenkundig woanders den kostenlosen Download beworben.

Zehntausende Schwarzkopien von E-Books in Pubs versteckt

BREIN

Kürzlich gab die Antipiraterie-Firma BREIN bekannt, man sei im Internet erneut erfolgreich gegen den illegalen Vertrieb von E-Books vorgegangen. Diese hatten Unbekannte in sogenannten offenen Verzeichnissen hinterlegt. Insider sprechen dabei von Public directories, oder abgekürzt Pubs. Die E-Books gab es somit auf Webservern, wo man ohne Anmeldung Werke hoch- und herunterladen kann. Diese Methode begründete vor über 20 Jahren den Begriff Webwarez, weil die Warez versteckt innerhalb legaler Webseiten enthalten sind.

Egal ob mit oder ohne BREIN: Mit Hilfe von Google oder spezieller Suchprogramme kann man derartige ungeschützte Verzeichnisse sehr schnell ausfindig machen, um diese mit seinen Warez zu füllen. Heute ist die Vorgehensweise ein wenig aus der Mode gekommen. Die meisten Webwarez-Seiten verlinken auf Sharehoster oder bieten Magnet-Links beziehungsweise Torrent-Dateien zum Download an. Einzig die Mitglieder der wenigen existenten FXP-Foren halten noch an dieser Vorgehensweise fest.

Eines der häufig verwendeten Tools zum Scannen nach öffentlichen Ordnern ist GrimsPing, was man beispielsweise von hier herunterladen kann. Tutorials zum Scannen von sogenannten Pubs (öffentlichen Verzeichnissen) gibt es im Web auch wie Sand am Meer.


BREIN konnte einzelne Täter zivilrechtlich belangen

In manchen Fällen gelang es BREIN sogar, die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Diese sollten die angebotenen E-Books sofort löschen, die Antipiraterie-Firma bezahlen und eine Art strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnet zurückschicken. In den meisten Fällen blieb den Mitarbeitern aber nur übrig, den Webhoster zu kontaktieren, damit dieser die Verzeichnisse samt Inhalt löscht. Dem Problem mit den ungeschützten Verzeichnissen oder NAS-Speichermedien wird man aber nie habhaft werden können.

BREIN

Unvorsichtige Anwender, die ihre Online-Speicherplätze nicht oder zu wenig schützen, gibt es unendlich viele. Da nützt auch BREINs Drohung wenig, dass es passieren kann, dass man als Webmaster die angefallenen Ermittlungskosten der Antipiraterie-Firma ersetzen muss.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.