uTorrent wird zu BitTorrent Speed

Die Tron Foundation hat am gestrigen Montag die neue P2P-Software „BitTorrent Speed“ veröffentlicht. Angeblich sollen die Downloads für Nutzer der Token-Funktionalität deutlich schneller sein. Künftig soll es zudem möglich sein, Seeder für die Bereitstellung ihrer DSL-Leitung mit BTT Token zu entlohnen.


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uTorrent wird zu BitTorrent Speed

„BitTorrent Speed“ soll künftig in den P2P-Client uTorrent integriert werden. Bislang liegt die Software aber nur für Windows PCs vor. Im Juli 2018 hat das Krypto-Unternehmen Tron Foundation die kalifornische Firma BitTorrent gekauft. Seitdem versucht man kontinuierlich P2P-Nutzer und Anleger von Kryptowährungen zusammen zu bringen.

Die Nutzer des neuen Clients bekommen standardmäßig 10 BitTorrent Token (BTT) geschenkt. Sie sollen sich durch das Seeden von Files weitere Coins dazu verdienen können. In die Software wurde eine einfach zu bedienende Wallet für BTT Token integriert.

Kein Geschwindigkeitsunterschied messbar

Nach Angaben des Herstellers sollen die Transfers merklich schneller sein, wenn man die Token-Funktionalität anschaltet. Angeblich sollen Geschwindigkeitsgewinne von bis zu 219,2 Prozent erreicht werden. Die Kollegen vom Blog TorrentFreak haben diverse Test-Downloads durchgeführt. Sie konnten keine Verbesserungen oder Verschlechterungen feststellen, egal ob BTT im Programm aktiviert oder deaktiviert war. Die Belohnung von Seedern ist in der jetzigen Version offenbar noch nicht enthalten. Der neue Client ist ein erneuter Versuch des neuen uTorrent-Eigentümers, technikaffine Downloader und Nutzer von Kryptowährungen zusammen zu bringen. Ob das gelingen wird, sei einmal dahingestellt.

BitTorrent Speed

Vorerst kein eigenes BitTorrent Protokoll geplant

Die Tron Foundation sieht laut Whitepaper vorerst davon ab, ein eigenes Protokoll für P2P-Transfers zu erstellen. Wenn dieses nicht kompatibel wäre, würde sich die Anzahl der möglichen Nutzer drastisch reduzieren. Zwar bestehe durchaus Bedarf, das P2P-Protokoll zu modernisieren. Doch ein Hard Fork hätte drastische Folgen. Momentan sind P2P-Programme auf rund einer Milliarde Geräte installiert. Mehr als 100 Millionen aktive Nutzer nehmen auf globaler Ebene 22 % des Datenstroms bei den Uploads und 3 % bei den Downloads in Anspruch. Die würde man im Falle eines Hard Fork allesamt aussperren.

 

Bezahlung der Seeder juristisch problematisch

Spannend erscheint auch die Frage, wie man die Finanzierung der Seeder von urheberrechtlich geschützten Werken juristisch behandeln will. Das wäre so, als wenn man ganz offiziell Raubmord-Kopierern Geld für die Verbreitung ihrer Schwarzkopien geben würde. Doch CEO Justin Sun und seine rund 400 Mitarbeiter in aller Welt agieren nicht völlig im rechtsfreien Raum. Stellt sich also die Frage, wie das Unternehmen diese Problematik umschiffen will.

Tarnkappe.info

tron & bittorrent

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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