Streaming-Fakeabmahnungen im Umlauf, nicht bezahlen!

Momentan werden Streaming-Fakeabmahnungen von Robert Barber Solicitors für die xfun Film Ltd. verschickt. Diese kann man getrost ignorieren!

Streaming-Fakeabmahnungen

Etwa zehn Monate nach der Redtube-Abmahnwelle verschickt man die nächsten Streaming-Fakeabmahnungen an Anschlussinhaber. Absender soll die britische Kanzlei Robert Barber Solicitors aus Nottinghamshire sein. Den Abgemahnten wirft man sowohl den Besuch bei YouPorn / Xhamster, als auch die Teilnahme bei P2P-Tauschbörsen vor.

xfun Films Ltd. verschickt Fakes

Der Kanzlei GGR Law teilten Mitarbeiter von Robert Barber mit, dass sie nicht für die deutschsprachigen Abmahnungen verantwortlich sind. Diese verschickt er angeblich im Auftrag der xfun Film Ltd., die man aber im Interet nicht finden kann. Das verbreitete Werk ist das Video „Sucking housewifes reloaded – Julias Pleasure“ (was für ein Name!).

Die Briefe sind in vielerlei Hinsicht auffällig. Witzig daran ist, dass man die Abgemahnten sowohl dazu auffordert, das Video nicht mehr bei einer Tauschbörse Dritten anzubieten. Ihnen untersagt man gleichzeitig, das Werk bei Porno-Streaminganbietern wie Xhamster oder Pornhub zu konsumieren. Man nennt kein Aktenzeichen. Man fügt dem Schreiben auch keine strafbewehrte Unterlassungserklärung bei. Auch der Gerichtsbeschluss oder eine Angabe darüber, welche Tauschbörse denn nun genau benutzt wurde, fehlt. Ebenfalls die Höhe des Gegenstandswertes können selbst Juristen dem Schreiben nicht entnehmen.

Streaming-Fakeabmahnungen auf keinen Fall bezahlen!

Alle Streaming-Fakeabmahnungen wurden schriftlich verschickt und enthalten eine pauschale Forderung in Höhe von 280 Euro. Das angegebene Konto existiert. Man sollte die Forderung dennoch auf keinen Fall begleichen. Die verschickten Abmahnungen sind auffallend kurz und verschweigen viele Details, die man zwingend erwähnen müsste. So etwa Details wie die genaue Tatzeit und Tatort, IP-Adresse und Internet-Provider des Abgemahnten, der Hash-Wert der Datei, das Aktenzeichen des Auskunftsbeschlusses und vieles mehr. Am Ende der Fake-Abmahnung nennt man den Empfängern eine extrem kurze Frist zur Zahlung der Forderung. Dies zeigt erneut:

Die Täter wollen nur unser Bestes, unser Geld!

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.