Dieser junge Mann hatte beim Besuch von Daftsex.com offenbar etwas anderes erwartet (Symbolbild)
Dieser junge Mann hatte beim Besuch von Daftsex.com offenbar etwas anderes erwartet (Symbolbild)
Bildquelle: VitalikRadko, Lizenz

Daftsex.com soll gelöscht werden – trotz neuem Besitzer

Dass Daftsex.com seit wenigen Tagen zu Mindgeek gehört und auf Redtube umleitet, ist dem zuständigen Richter vermutlich entgangen.

Nachdem Daftsex.com erst kürzlich den Besitzer wechselte und inzwischen auf Redtube umleitet, trat ein neuer Kläger in Erscheinung. Er führte EasyDNS, Namecheap, Cloudflare und Google als Beklagte an, um den Betreiber der Piratenseite greifbar zu machen. Dass es sich dabei mittlerweile um das Unternehmen Mindgeek handelt, hatte der zuständige Richter vermutlich nicht auf dem Schirm, als er dem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung stattgab.

Daftsex.com gehört jetzt zu Mindgeek

Erst vor wenigen Tagen hatten wir über die Übernahme der Domain Daftsex.com durch den Pornhub-Betreiber Mindgeek berichtet. Auch Artsporn.com, Daxab.com und Biqle.com sowie rund 32 Millionen US-Dollar sollten infolge eines Urteils durch Richter Benjamin Settle den Besitzer wechseln.

Verisign ist daraufhin seiner Verpflichtung nachgekommen, die Domain Daftsex.com an MG Premium, die Tochter von Mindgeek, zu übergeben. Das Resultat: Wer Daftsex.com besucht, landet neuerdings auf Redtube, einer der zahlreichen im Besitz von Mindgeek befindlichen Webseiten für Erwachsenenunterhaltung.

CP Productions als nächster Kläger im Kampf gegen Porno-Piraterie

Nun haben zwei weitere Unternehmen aus dem Bereich der Erwachsenenunterhaltung, beide unter der Leitung von David Graves, eine Klage eingereicht. Diese nimmt ebenfalls Daftsex.com ins Visier. Sie zielt jedoch auch auf andere Piraten-Domains ab, die die Inhalte von CP Productions durch ihre illegalen und kostenlosen Dienste verbreiten.

Wie TorrentFreak berichtet, hatte Daftsex.com insgesamt 1.734 Raubkopien von CP Productions auf seiner Plattform. Weitere 1.339 rechtsverletzende Videos waren laut Graves seit Mai 2022 auf Pornwild.com aufgetaucht. Zusätzlich waren weitere Domains im Spiel, die jedoch lediglich auf die beiden genannten Webseiten umleiteten: Daftsex.tv, Daftsex.porn, Pornwild.to und Pornwild-to.nicepornproxy.com.

Zwar habe Graves Tausende von Takedown-Benachrichtigungen an die Betreiber der Pornoportale geschickt, doch Antworten habe er nicht erhalten. Selbst die Identifizierung der Drahtzieher sei ihm nicht gelungen.

Google sorgte scheinbar für Ordnung – und Löschung von Daftsex.com

Infolgedessen führten die beiden klagenden Unternehmen EasyDNS, Namecheap, Cloudflare und Google als Beklagte an. Letzterer Konzern biete schließlich einen Suchdienst, “der als Antwort auf bestimmte Suchanfragen die Webseiten des Beklagten John Doe zurückgibt“, so das Argument.

Doch im Endeffekt wurden alle genannten Unternehmen nach einer Anhörung aus dem Daftsex.com-Verfahren entlassen. Was genau die Hintergründe dafür sind, scheint bisher unklar.

Mark Jeftovic, der CEO von EasyDNS, äußerte jedoch eine Vermutung:

“Ich glaube dass einer von Google, Namecheap oder Cloudflare an der Anhörung teilgenommen hat, sich auf Abschnitt 230 oder andere Safe-Harbour-Bestimmungen berufen hat und dafür gesorgt hat, dass alle ISPs aus dem Kreis der Angeklagten gestrichen wurden.”

Mark Jeftovic, CEO von EasyDNS

Am vergangenen Montag kam es schließlich zu einer weiteren telefonischen Anhörung im Fall Daftsex.com. Darin gab der Richter Humetewa dem Antrag der Kläger auf Erlass einer einstweiligen Verfügung statt.

Die Kläger müssen keine Kaution hinterlegen. Die Beklagten müssen die verletzenden Domainnamen deaktivieren, den Service für diese verletzenden Domainnamen aussetzen und die Übertragung verhindern“, heißt es in dem zugehörigen Eintrag. Außerdem solle Google, “soweit erforderlich, die verletzenden Domainnamen aus den Suchergebnissen entfernen“.

Ob der Richter bedacht hat, dass Daftsex.com inzwischen zu Mindgeek gehört und daher keine Piratenseite mehr ist, bleibt vorerst fraglich.

Tarnkappe.info

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Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.