Junge Frau in Reizwäsche
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Bildquelle: v-strelok, Lizenz

YouPorn: Betreiber führt Googles DMCA-Statistiken an

Mehr als eine halbe Milliarde rechtsverletzende URLs hat MindGeek, das Unternehmen hinter YouPorn, Pornhub und Redtube, an Google gemeldet.

MindGeek, das Unternehmen hinter beliebten Pornoseiten wie YouPorn, Pornhub oder Redtube, hat sich die dominante Stellung in seiner Branche einst durch Piraterie erarbeitet. Doch jetzt, wo es selber als Rechteinhaber auftritt, bekämpft es Raubkopierer mit unerschöpflicher Leidenschaft. Damit stellt der Pornoproduzent mittlerweile sogar Googles DMCA-Statistiken auf den Kopf.

Was YouPorn & Co. einst groß machte

MindGeek ist nicht nur ein führendes Unternehmen in der Branche der Erwachsenenunterhaltung – eine Position, die es sich durch unzählige kostenlose Pornos auf Portalen wie Pornhub, YouPorn oder Redtube erarbeitete. Es führt ganz nebenbei noch eine andere Statistik an. Nämlich die der an Google übermittelten DMCA-Meldungen.

YouPorn-Logo
YouPorn-Logo (Quelle: Wikipedia)

Dabei funktionieren die von MindGeek betriebenen Porno-Portale ganz ähnlich wie YouTube. Jeder registrierte Benutzer kann dort selbst Videos hochladen und für andere Besucher zur Verfügung stellen.

Doch das führte in der Vergangenheit dazu, dass sich dort zahlreiche Raubkopien ansammelten. Was anderen Unternehmen der Branche ein Dorn im Auge war, erwies sich jedoch für YouPorn & Co. als lukratives Geschäftsmodell. Denn die schiere Masse an frei verfügbaren Pornos lockte im Laufe der Zeit Milliarden von Besuchern aus der ganzen Welt an.

Plötzlich ist der YouPorn-Betreiber selber ein Rechteinhaber

Später drehte sich der Spieß jedoch um. Der kometenhafte Aufstieg weckte in MindGeek das Bedürfnis, selber Pornos zu produzieren und Marken wie Brazzers ins Leben zu rufen. Damit wuchs der YouPorn-Betreiber plötzlich zu einem wichtigen Rechteinhaber heran, der sich größte Mühe gibt, seine eigenen Werke vor Raubkopierern zu schützen.

Viele Geschäfte wickelt MindGeek über seine Tochter MG Premium ab, die ihr inzwischen auf über 10.000 registrierte Werke angewachsenes Portfolio durch regelmäßige Klagen gegen Piratenseiten und Nutzer von Peer-to-Peer-Netzwerken zu schützen versucht.

Und das, obwohl das Unternehmen kürzlich noch bekannt gab, endlich eine effektive Lösung gegen Piraterie gefunden zu haben.

MG Premium meldete mehr als eine halbe Milliarde URLs

Laut dem Transparenzbericht von Google ist MG Premium sogar einer der fleißigsten Rechteinhaber, die DMCA-Meldungen an den Suchmaschinengiganten übermitteln. Wie TorrentFreak berichtet, meldete das Unternehmen seit Januar dieses Jahres bereits mehr als 121 Millionen rechtsverletzende URLs.

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Weiterhin hat der YouPorn-Betreiber seit seiner ersten Meldung inzwischen Copyright-Beschwerden mit mehr als einer halben Milliarde Links eingereicht. “Dieser Urheberrechtsinhaber oder sein bevollmächtigter Vertreter hat um die Entfernung von 561.271.566 URLs aus den Suchergebnissen über 95.117 einzelne Ersuchen ersucht“, heißt es zur Entstehungszeit dieses Artikels in Googles Bericht.

Rund 60 % der gemeldeten URLs hat Google tatsächlich aus den Suchergebnissen entfernt. Weitere 25 % waren noch gar nicht indexiert und bei etwa 13 % handelte es sich um Duplikate. Lediglich 1,6 % der gemeldeten Links hat der Suchmaschinengigant nicht entfernt, da in diesen Fällen vermutlich keine Rechtsverletzung stattfand.

Es gibt mit BPI LTD MEMBER COMPANIES nur ein einziges Unternehmen, das noch mehr URLs gemeldet hat als der YouPorn-Betreiber. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass BPI der Musikbranche angehört und mehrere Rechteinhaber vertritt. MG Premium hingegen verteidigt lediglich seine eigenen Rechte.

Tarnkappe.info

Kategorie: Rechtssachen
Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.