Razzia gegen fünf illegale Pay-TV-Anbieter

In Bulgarien führten vor kurzem zeitgleich in acht Städten Einheiten der dortigen Polizei in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium und der bulgarischen Cyberkriminalitätsabteilung eine landesweite Durchsuchungswelle durch. Die Ermittlungen wurden von EUROPOL und der britischen Anti-Piracy-Firma AAPA unterstützt. Landesweit beschlagnahmte man zeitgleich die Hardware von fünf illegalen Pay-TV-Anbietern.


Fünf illegale Pay-TV-Anbieter vom Netz genommen

AAPA LogoIn ganz Bulgarien ging es kürzlich den Betreibern fünf illegaler Pay-TV-Anbieter an den Kragen. Das Land gilt sowieso schon nicht mehr als sicherer Hafen für Online-Piraten. Die Hausdurchsuchungen fanden in den Städten Burgas, Kardzhali, Blagoevgrad, Dupnitsa, Kyustendil, Gotse Delchev, Sandanski und Petrich statt. EUROPOL und die Audiovisual Anti-Piracy Alliance (AAPA) haben die Ermittler inhaltlich und personell unterstützt. Das Intellectual Property Crime Coordination Centre (IPC3 – eine Abteilung von EUROPOL) entsandte einen Analysten und einen weiteren Spezialisten nach Bulgarien, die dort mit einem mobilen Büro ausgestattet waren. Mitarbeiter von EUROPOL führten zudem einen Echtzeit-Informationsaustausch und eine Gegenkontrolle der im Laufe der Maßnahme gesammelten Daten durch. Die erhobenen Daten wurden mit denen der eigenen Datenbanken abgeglichen, um sie zu überprüfen. In der Vergangenheit hat die europäische Polizeibehörde schon häufiger Erfahrungen mit dem Bust von illegalen Streaming-Netzwerken gesammelt.

700.000 Abonnenten generierten einen Schaden von fünf Millionen Euro

EUROPOLDie fünf illegalen Portale haben ohne Zustimmung der Rechteinhaber insgesamt mehr als 60 Premium-TV-Kanäle (sowohl ausländische als auch bulgarische) gegen Bezahlung an die Kundschaft verbreitet. Der finanzielle Schaden wird von EUROPOL auf mehr als 10 Millionen bulgarische Lewas geschätzt. Das sind umgerechnet etwa fünf Millionen Euro. Mehr als 700.000 Abonnenten erhielten das illegale Fernsehprogramm des kriminellen Netzwerkes. Die gesamte Hardware-Infrastruktur, die für die kriminellen Aktivitäten eingesetzt wurde, hat die Polizei bei den Durchsuchungen beschlagnahmt. Die Verdächtigen hatten auch weltweit Fernsehsender über mobile Anwendungen verbreitet, deren Server aufgespürt und beschlagnahmt wurden.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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