Piraten-IPTV-Dienst zur Zahlung von 15,8 Mio. USD verurteilt

Ein Gericht hat Dish einen gesetzlichen Schadenersatz in Höhe von 15.852.000 USD gewährt. Der Beklagte war Piraten-IPTV-Dienst-Anbieter.

Piraten-IPTV-Dienst
Bildquelle: ADMC

Der US-amerikanische Satelliten-TV-Betreiber Dish Network hatte bereits im Januar eine Klage gegen einen, in Florida ansässigen, Piraten-IPTV-Dienst-Betreiber eingereicht. Nach fast einem Jahr schloss man den Fall nun ab. Neben der Einhaltung einer dauerhaften Unterlassungsverfügung hat sich der Beklagte Robert Reich bereit erklärt, Dish mehr als 15,8 Mio. $ Schadensersatz zu zahlen. Darüber berichtet der P2P-Blog TorrentFreak.

Dish Network sah in dem illegalen Piraten-IPTV-Dienst von Robert Reich seine Urheberrechte verletzt. Der Satelliten-TV-Betreiber reichte demgemäß im Januar 2020 eine Klage bei einem US-Gericht ein. Dіѕh vеrklаgtе infolge sowohl СВС, als auch Rоbеrt und Carol Reich. Dem Angeklagten, Robert Reich, hat man mehrere Verstöße gegen das Urheberrecht vorgeworfen. Zudem ist er aber auch angeschuldigt wegen illegaler Ausstrahlung von geistigem Eigentum des Dish Network (Sling TV) und Betrug.

Die Anklage erstreckt sich insoweit auf die illegale Ausstrahlung von Dish Network an Personen, die für illegale Abonnements auf Reichs Plattformen bezahlt haben. Reich nutzte offizielle Dish-Konten, um das Programm zu stehlen und es dann im Internet und in vorkonfigurierten Set-Top-TV-Boxen erneut zu übertragen. Als Beweis hat Dish die folgende Liste der angeblich von CBC X-View ohne Lizenz ausgestrahlten Kanäle eingereicht.

Auch Hotels nutzten illegalen IPTV-Dienst

DISH Network Logo

Dish geht zudem auf Details, wie die Abonnementgebühren für das CBC X-View-Piratenfernsehen ein, und behauptet, sie seien auf 60 US-Dollar pro Monat festgelegt worden. Darüber hinaus berechnete die Plattform eine Installationsgebühr von 55 USD. Die User konnten dabei sehr einfach ein Abonnement per Telefon, E-Mail, Facebook und WhatsApp kaufen. Dish hat festgestellt, dass sogar Hotels in Belize, wie das ‚Radisson Fort George‘, den Piraten-IPTV-Dienst CBC X-View nutzten. Dish-Fehlermeldungen auf den Bildschirmen der Einrichtungen verrieten, dass Dish die Quelle des Raubkopien-Videoinhalts war.

ChitramTV Reseller Website Screenshot

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Der Beklagte, ein Einwohner von Riviera Beach, Florida, war der Eigentümer und Betreiber des Piraten-IPTV-Dienstes ‚CBC X-View Cable Service‘. Er übte seinen illegalen IPTV-Dienst sowohl unter den Marken Channel Broadcasting Corporation von Belize Ltd, als auch Channel Broadcasting Cable, CBC Cable und CBC, aus. Der Betrieb des CBC X-View-Dienstes erfolgte über eine in Belize ansässige Infrastruktur, während die vordergründige Website „CBC.bz“ war. Robert Reich hat man am 24. April 2020 in seinem Wohnsitz in Belize festgenommen. Das Gericht hat infolge ein sofortiges Einfrieren seiner Vermögenswerten angeordnet.

Piraten-IPTV-Dienst verkaufte ca. 21.000 Dish-Zugangsdaten

Gemäß der Verfügung des für den Fall zuständigen Richters Rodney Smith wird Dish

„ein gesetzlicher Schadensersatz in Höhe von $15.852.000,00 zuerkannt. Dieser errechnet sich aus dem von den Parteien vereinbarten Betrag von $750,00 für jeden der 21.136 von den Beklagten verkauften und unterstützten Zugangsberechtigungen zum CBC-Dienst. Darüber haben die Beklagten unberechtigten Zugang zum Fernsehprogramm von Dish gewährt.“

cbc x-view logo, Piraten-IPTV-Dienst

Logo vom Piraten-IPTV-Dienst CBC X-View

Zudem ist es den Piraten-IPTV-Dienst-Betreibern künftig untersagt, Dish-Inhalte zu empfangen, weiterzuleiten oder zu kopieren oder andere dabei zu unterstützen. Außerdem wird ihnen dauerhaft verwehrt, eine Website zu betreiben, auf der Technologien oder Dienste angeboten werden, die es Dritten ermöglichen, auf Dish-Programme zuzugreifen, ohne den Sender zu bezahlen.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.